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Wie lange hält ein Holzbau?

IGS Rinteln Wie lange hält ein Holzbau?

Zwei Entwürfe zum Neubau der IGS sind noch im Rennen – die beiden, die vom Preisgericht auf die Plätze eins und zwei gewählt wurden.

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Quelle: pr.

RINTELN. Die Architekten der Varianten, die auf den Rängen drei und vier gelandet sind, haben ihre Pläne zurückgezogen. Das teilte Fritz Klebe, Baudezernent des Landkreises Schaumburg, in der jüngsten Sitzung des Kreis-Schulausschusses mit. Dieser hatte im Gebäude der Berufsbildenden Schulen in Rinteln getagt. Die Architekten sähen keine Möglichkeit mehr, ihre Entwürfe zu realisieren.

Das einstimmige Votum der Jury für den Entwurf des Architektenbüros Bez+Kock aus Stuttgart heißt noch nicht, dass dieser definitiv umgesetzt wird. Derzeit stehe der Landkreis mit den Architekten der beiden Sieger-Entwürfe in Verhandlungen, so Klebe. Anfang August werden die beiden Optionen im Bauausschuss sowie am 15. August im Kreisausschuss besprochen. Der Siegerentwurf sieht einen zweistöckigen Holzbau vor, mit je drei voneinander getrennten Obergeschossen.

"Pädagogisch sehr gewagt"

Das zweite Konzept eines Münchener Architekten-Duos bezeichnete Klebe als „pädagogisch sehr gewagt“: Es sei angelegt als „Lernlandschaft“ nach skandinavischem Modell, das größtenteils ohne statische Trennwände auskomme und so ermöglichen wolle, dass Räume frei eingeteilt werden könnten. „Es ist die totale Offenheit“, so Klebe. Es gebe keinerlei Rückzugsorte. „Das ist nur etwas für sehr friedliche Schüler.“ Wäre es weniger offen konzipiert gewesen, hätte es auch „gute Chancen“ auf den ersten Platz gehabt, so Klebe.

„Was, wenn die Architekten des Siegerentwurfs ebenfalls zurückziehen und damit der zweite Entwurf gebaut wird?“, wollte Ausschussmitglied Sandra Schauer-Hofmeister wissen. „Was gebaut wird, bestimmen immer noch wir“, antwortete Klebe. Dem aktuellen, offen gestalteten Entwurf erteilte Schulamtsleiter Ralf Mahnert eine Absage – er müsse überarbeitet werden, beispielsweise durch mehr eingeplante Wände.

Zahlreiche Fragen gab es allerdings auch zum Sieger-Entwurf. Ob die drei Blöcke im Obergeschoss nicht miteinander verbunden werden könnten? Pro „Block“, auch „Cluster“ genannt, finden zwei komplette Jahrgänge Platz. „Die IGS arbeitet pädagogisch anders als andere Schulformen“, erläuterte Schulleiter Torsten Rudolf. Die Gestaltung des Obergeschosses eröffne viel Freiraum für Lernen auch jenseits des „Klassenraum-Prinzips“. Es gebe „keine Notwendigkeit“, die drei Cluster miteinander zu verbinden, so Mahnert. Im Gegenteil: Sie sollen abgeschlossen sein, damit die Jahrgänge unabhängig voneinander lernen können.

Hoffen auf maximale Nutzungsdauer

„Wir sind sehr zufrieden mit diesem Entwurf“, resümierte Rudolf. Im Erdgeschoss sollen Verwaltung, Fachräume und Besprechungsräume ihren Platz finden, die Innenhöfe können für Kunst, Handwerk oder zum Spielen genutzt werden.

„Für 18 Millionen Euro können die Bürger ein Projekt mit maximaler Nutzungsdauer erwarten“, betonte Jens Wilharm. Er frage sich jedoch, ob ein Holzbau diesen Erwartungen entspreche.

„So ein Holzbau kann 500 Jahre stehen“, antwortete Klebe. Holz sei ein „uralter Rohstoff“, der, richtig behandelt und verarbeitet, langlebig sei. Aber: Man brauche erfahrene Leute. Und es sei damit zu rechnen, dass das Gebäude mit den Jahren nachdunkle. Eine Holzkonstruktion habe viele Vorteile, so Klebe, sei gut für die Klimabilanz und spare graue Energie ein – also die Energie, die benötigt wird, um ein Gebäude zu errichten. Es werde auch nicht nur Holz verbaut, sondern auch Beton in den Zwischendecken, zum Schallschutz. Die Fensterrahmen könnten aus Aluminium sein.

„Das ist kein Experiment“, warb Klebe. Es gebe vielfältige Erfahrungen mit Holzbauten, vor allem in Süddeutschland. mlf

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