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Wie mit dem Rauchen aufhören?

Rintelner geben Hilfestellung Wie mit dem Rauchen aufhören?

Einer von vielen guten Vorsätzen, die fürs neue Jahr gefasst werden, lautet: Endlich aufhören zu rauchen. Aber wie? Am Anfang ist der Wille.

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 Im Akupunkturverfahren wird mit winzigen Nadelstichen in der Ohrmuschel auf gewisse Punkte eingewirkt.

Quelle: pk

Rinteln. Und dann Durchhaltevermögen. Darüber hinaus gibt es unterschiedlich qualifizierte Rintelner, die Hilfestellungen geben, damit es nicht nur beim guten Vorsatz bleibt.

„Es gibt eine Vielzahl an Angeboten zur Rauchentwöhnung“, sagt Apotheker Klaus Bellwinkel, Inhaber der b33-Apotheken. „Entscheidend ist jedoch die Konsequenz: nicht zu rauchen.“ Um gerade in der schwierigen Anfangszeit der Rauchentwöhnung nicht rückfällig zu werden, empfiehlt Bellwinkel diverse Mittel, die den Körper in dieser Phase noch mit Nikotin versorgen, „um den Hunger nach Nikotin zu beruhigen“. Nikotin-Kaugummis, Nikotin-Lutschtabletten, Nikotin-Pflaster und Nikotin-Spray für den Mund. „Verschreibungsfreie Mittel, die auch miteinander kombiniert angewendet werden können“, sagt Bellwinkel.

Etwa alle vier Wochen sollte die Dosierung reduziert werden, je nachdem wie stark geraucht wurde. „Wenn der Körper es zulässt, ist die Nikotinentwöhnung innerhalb von drei Monaten zu schaffen“, sagt der Apotheker. Die Erfolgsquote liege bei 80 Prozent – „wenn der Patient konsequent ist“, so Bellwinkel.

Die besondere Herausforderung, vor der jeder Raucher, der aufhören will, steht, sind die Gewohnheiten: eine Zigarette in der Pause mit den Kollegen, eine zum Kaffee, eine beim Zeitunglesen. „Die Schwierigkeit besteht im psychologischen Effekt, etwas in der Hand halten zu müssen“, sagt Bellwinkel. Da helfen auch keine Nikotinentwöhnungsmittel.

Wer auf Nikotinpflaster & Co. verzichten will, kann es mit einer anderen Methode versuchen. Bei der Hypnose-Therapie soll das Bedürfnis, rauchen zu wollen, schon nach einer einhalbstündigen Sitzung verschwinden, sagt die Hypnose-Therapeutin und psychotherapeutische Heilpraktikerin Katja Rapp.

Nach einem Vorgespräch, in dem etwa erörtert wird, wann der Patient zu rauchen anfing, worin in Bezug auf das Rauchen inzwischen die größte Belastung besteht, findet die Hypnose statt. Dabei bekommt der Patient, anders als man es aus mancher Fernsehshow kennt, jedoch alles mit. „Der Patient wird nur in einen tiefen Entspannungszustand versetzt“, sagt Rapp. In diesem Zustand werde dann ergründet, weshalb der Patient überhaupt zu rauchen anfing. Denn oft handele es sich beim Rauchen bloß um eine Ersatzbefriedigung. Ist das geklärt, wird nach einem Ersatz für den Ersatz gesucht. Spazierengehen statt Zigarettenrauchen beispielsweise – im Fachjargon Suggestionen genannt. „Schließlich hole ich den Patienten zurück. Meist fühlt er sich sofort erleichtert und hat kein Bedürfnis mehr zu rauchen.“

Dabei handele es sich sozusagen um ein Ablenkungsmanöver. „Durch den tiefen Entspannungszustand wird ein Zugang zum Unbewussten ermöglicht. Positive Suggestionen werden wiederholt und so im Unterbewusstsein verankert“, schildert Rapp. Aber auch dabei sei der Wille zentral. Entscheidend ist auch nach der Hypnose, nicht mehr zur Zigarette zu greifen.

Eine weitere Methode, die aus einem Raucher quasi schlagartig einen Nichtraucher machen soll, ist die Akupunktur. Den staatlich geprüften Heilpraktikern Sabine und Martin Sondermann zufolge sind 90 Prozent ihrer Patienten nach der Behandlung suchtfrei. In diesem Ohr-Akupunkturverfahren werden dem Patienten kleine Pflaster mit winzigen Nadeln in die Ohrmuschel geklebt. „Diese Nadeln werden in bestimmte Punkte gestochen, die etwa für Begierde stehen, und wirken darauf ein“, sagt Martin Sondermann, der wie seine Frau, mit der er eine Heilpraktiker-Praxis betreibt, jahrzehntelang geraucht hat. Doch während er durch „kalten Entzug“ aufgehört hat, kam seine Frau im Rahmen einer Akupunktur-Therapie von den Zigaretten los.

„Die Nadeln bleiben zwischen drei bis 14 Tage im Ohr und nehmen die Entzugserscheinungen sofort weg“, sagt Sabine Sondermann. „Das Problem sind die Gewohnheiten, die geändert werden müssen, wie der Griff ins Zigarettenregal im Supermarkt.“

Ein Raucherargument, das sowohl Bellwinkel als auch Rapp und die Sondermanns häufig zu hören bekommen, sind die mit dem jeweiligen Verfahren verbundenen Kosten. Aber da fange der Selbstbetrug schon an, so die einhellige Meinung: Die Kosten entsprechen in etwa dem, was die Raucher andernfalls für Zigaretten ausgeben würden. pk

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