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„Wischen“ statt blättern

Rinteln / Ratsinformationen „Wischen“ statt blättern

In den Ratssitzungen wird es künftig ein bisschen ruhiger zugehen. Das Rascheln und Blättern der Ratsleute in den Vorlagen wird dem nahezu geräuschlosen „Wischen“ am Tablet-Computer weichen. Das hat der Rintelner Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Aber nicht alle sind von dem neuen Werkzeug überzeugt.

Rinteln. Man möge ihm ruhig vorwerfen, „technisch veraltet zu sein, oder ihn gar als „Innovationsfeind“ oder „Computeridiot“ bezeichnen, sagte Heinrich Sasse (WGS) zu Beginn der Debatte. Während er persönlich die Vorlage aus Papier für spontanes Einsehen während der Sitzungen für am praktischsten befand, komme er sich „beim Wischen blöd vor“. „Ich sehe da keine Waffengleichheit in akademischen Diskussionen, wenn der Ratsherr wischen muss, der Bürgermeister aber weiter blättern darf.“ Dieser habe ihm im Übrigen selbst gesagt, dass er auf die papiernen Vorlagen in keinem Fall verzichten werde. Deshalb stimme Sasse allenfalls für eine optionale Nutzung der Tablets, nicht aber für eine obligatorische.

 Der neue Fraktionsvorsitzende der CDU, Veit Rauch, erklärte seine Zustimmung zu den Tablets damit, dass die Geräte technisch inzwischen (die Grünen-Fraktion hatte diesen Antrag erstmals im März 2012 gestellt; Anm. d. Red.) weiterentwickelt worden seien, wodurch etwa auch das Markieren von Textstellen möglich sei. Außerdem sei es jedermann möglich, sich in die Bedienung eines Tablets einzuarbeiten.

 SPD-Fraktionsvorsitzende Astrid Teigeler-Tegtmeier stimmte für die Einführung der Tablets, würden sie doch endlich der heillosen Papierflut, die die Grünen auch aus ökologischer Hinsicht kritisierten, Einhalt bieten. Ein weiteres Argument von Christoph Ochs (Grüne) für einen papierlosen Rat waren die mit dem Papierverbrauch verbundenen hohen Kosten. Aber auch die Tablets haben ihren Preis. 25000 Euro sind dafür im Investitionsplan 2014 der Stadtverwaltung vorgesehen. pk

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