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Wo der Bus kaum die Kurve kriegt

Stau Wo der Bus kaum die Kurve kriegt

Stau an Brennerstraße und Ostertorstraße in Rinteln – ein Schulbusfahrer kriegt die Kurve nicht, weil der benötigte Linksschwenk bis auf ein abmarkiertes Feld auf der Gegenfahrbahn nicht frei ist.

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Ganz schön eng für die Schulbusse jeden Tag: Gibt es keinen Gegenverkehr, und ist der Ausweichstreifen (Zackenlinie, links) frei ist, geht es gut. Sonst drohen Stau und Rangieren.

Quelle: tol

Rinteln. Hupkonzert, Autofahrer steigen aus, um den Verkehr zu regeln, denn auf der Brennerstraße muss Platz geschaffen werden. Kein alltägliches Bild, aber es kommt immer mal wieder vor. Unfallschwerpunkt ist diese Ecke nicht, aber sie sorgt für Ärger, Lärm, Abgase und Zeitverlust. Was tun?

Anzahl der Busse:  Derzeit kommen sieben Schulbusse montags bis freitags durch dieses Nadelöhr. Fünf dienen dem normalen Schülerverkehr aus Süd- und Nordstadt, „denn so weit reicht der Grundschulbezirk“, erklärt Schulleiter Friedrich Asche. Zwei Busse sind ab diesem Schuljahr hinzugekommen, da die Zahl der Kinder von der Grundschule Möllenbeck, die zur Ganztagsbetreuung nach Rinteln kommen, von acht auf elf gestiegen ist. Also kein Großraumtaxi mehr wie zuvor, sondern nun ein Bus. Aus organisatorischen Gründen setzen die Verkehrsbetriebe Extertal außer Normalbussen auch Gelenkbusse ein, deren Fahrer es dann gerade so schaffen, die Kurve in die Brennerstraße zu kriegen.

Schulbushaltestelle verlegen? Bisher hält der Schulbus direkt vor der Grundschule, Lehrer holen als Aufsicht die Kinder auf den Schulhof. Eltern, die ihre Kinder direkt bringen, dürfen auf dem Parkplatz neben dem Amtsgericht halten, ohne einen Parkschein zu ziehen und ihr Kind kurz zum Schulhof bringen. Die Bushaltestelle wird während der Rintelner Messe allerdings zweimal im Jahr zum Kollegienplatz verlegt. „Dann holen fünf Lehrer die Kinder dort ab und bringen sie auch wieder dort hin“, teilt Asche mit.

 „Fast alle Haltestellen für Grundschüler sind im Landkreis direkt an den Grundschulen“, erklärt Kreisschulamtsleiter Ralf Mahnert. „Und ein Erlass schreibt an diesen Haltestellen das Aus- und Einsteigen unter Aufsicht vor.“ Würde die Haltestelle zum Beispiel in den verkehrsberuhigten Bereich an der Ritterstraße gleich hinter dem Abzweig der Schulstraße verlegt, müssten Lehrer die Kinder dort abholen. „Das ist viel Aufwand und von der Schule sicher nicht zu leisten“, räumt Kreissprecher Klaus Heimann ein. Schulwegsicherheit sei doch ein immer wieder gefordertes Thema, dies wäre ein Rückschritt. Noch mehr Eltern gerade von Erstklässlern könnten dann geneigt sein, auch mit dem Auto zur Schule zu fahren, was dort dann neue Risiken verursachen könnte.

 Uwe Kortemeier, bei den Verkehrsbetrieben Extertal Teamleiter für den Schulbusverkehr, sieht keinen Bedarf für Veränderungen und hat noch keine entsprechenden Forderungen gehört.

 Was ergibt die Inaugenscheinnahme vor Ort? An der Ritterstraße ist nicht üppig Platz, denn dort wurde ein Pflanzbeet angelegt. Für Gelenkbusse würde es eng. Und der Bereich zwischen „Kochkater“ und Altem Museum sowie der Gegenseite wird als Feuerwehrdurchfahrt für Notfälle gebraucht, teilt Ordnungsamtsleiter Ullrich Kipp mit. „Deshalb stehen da auch keine Poller. Außerdem stellt sich die Frage, was für die Schulkinder sicherer ist: Dort aussteigen oder an der Schule?“

 Der Engpass an der Ecke Brennerstraße/Ostertorstraße ist eigentlich nur dann gefährlich, wenn sich Lastwagen- und/oder Autofahrer falsch verhalten. Es sind nicht viele, aber manche sind sehr dreist. Beispiele: Ein dicker schwarzer Geländewagen wendet sogar auf dieser Einmündung, als gerade aus keiner der drei Fahrtrichtungen ein Auto kommt. Ein Firmenfahrzeug parkt direkt vor dem Spielstraßenschild, der Beifahrer gibt einen Brief in einem Laden ab, geht zurück, und schon setzt der Fahrer zurück – und beide sind weg. Manche Kunden benutzen den Bereich der Zickzacklinie als kostenlosen Parkplatz. Und viele Autos sind zu schnell unterwegs.

Lösungen: Heimann: „Alle müssen mehr Rücksicht nehmen.“ Kipp: „Wir werden demnächst auch dort die Kontrolldichte erhöhen.“ Und das gilt auch für das wilde Falschparken am Abend, wenn Autofahrer sich in den Lokalen an Kirchplatz und Marktplatz einen schönen Abend machen. Sie behindern die Feuerwehr, Schulbusse gibt es dann nicht.

 Theo Milonas, Inhaber des Edeka-Ladens, sieht diesen Verkehr jeden Tag: „Alles nicht so schlimm, wenn sich Busfahrer Mühe geben und Autofahrer vorsichtig sind. Lkws, die mich beliefern, kommen fast immer lange vor den Schulbussen.“

dil

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