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Wo so vieles geboten wird

Ökomarkt in Rinteln Wo so vieles geboten wird

„Schreib doch mal über den Ökomarkt“ lautet der Auftrag, „aber nicht immer nur über die Tiere, die man dort streicheln kann“, die Einschränkung. Das sollte doch ein Leichtes sein. Also: Der Ökomarkt in Rinteln ist jedes Jahr wieder etwas für Alt und Jung. Vor allem die ganz Kleinen gehen begeistert dorthin. Wo sonst kann man mal so nah ans liebe Vieh… Halt stopp. Noch mal von vorn.

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Vor allem bei den Kindern sind die Tiere sehr beliebt.

Quelle: COK

RINTELN. Nicht nur für Händler, auch für viele engagierte Vereine ist der Ökomarkt ein wunderbares Forum. Da gibt es die Oldtimer Trecker und die alten Landmaschinen der Ackerbürger in voller Aktion zu bestaunen. Die Kaninchenzüchter sind natürlich auch dabei. Die informieren über ihr Hobby und stellen ihre allerschönsten Langohren aus. Nein, schon wieder vergaloppiert.

Ok, noch ein Versuch: Kulinarisch wird der Ökomarkt-Besucher auch dieses Jahr aufs Beste versorgt. Besonders beliebt: Die Fleisch- und Wursterzeugnisse, die einmal nicht allein aus Schweinefleisch hergestellt sind, sondern ihren Charakter durch die Verwendung von Wild oder Freiland gehaltenen Rindern bekommen. Dass einige dieser zotteligen Fleischlieferanten mit ihren ansehnlichen Hörnern gleich daneben zu bewundern sind...

Eine lebendige Veranstaltung

Nein. Ich geb’s auf. Man kommt um die Streicheltiere einfach nicht herum. Sie sind zu beliebt, zu attraktiv, zu präsent, und außerdem geben sie die allerbesten Fotomotive ab. Natürlich liegt es nicht allein an den anwesenden Vierbeinern, dass der jährliche Bauern- und Ökomarkt in Rinteln eine so lebendige Veranstaltung geworden ist. Am Ende, das muss man zugeben, sind es doch eher die anwesenden Zweibeiner, die einen Besuch so richtig interessant machen. Die sollte man zwar auf keinen Fall ungefragt streicheln, dafür kann man sich mit ihnen aber auch sehr viel besser unterhalten.

Wo, wenn nicht hier, bietet sich die Gelegenheit, einmal mit Imkern über das Insektensterben sprechen, den Stadtgärtner zur Arbeit auf den städtischen Grünflächen zu befragen, im Gespräch mit Lippischen und Rintelner Nabu-Aktiven etwas über den Wert von Streuobstwiesen zu erfahren, sich von Forstmeistern die Hintergründe für das Anwachsen der Wildschweinpopulation erklären zu lassen oder einmal zuschauen, wie früher mit einfachsten Mitteln Seile gedreht, Wolle versponnen oder Getreide gedroschen wurde.

„Ist Wolle nicht sowieso bio?“

Vieles wird geboten auf diesem Markt. Selbst in Sachen Ökologie und Umweltschutz gut informierte Besucher finden hier noch neue Anregungen. „Bio-Wolle? Ist Wolle nicht sowieso bio?“, wird zum Beispiel Angela Rohde an ihrem kleinen „Dötz&Mauken“-Strickgarnstand häufig gefragt. Und der Besucher erfährt: Bei der herkömmlichen Herstellung von Wolle liegt manches im Argen. Da werden Merinoschafen in Australien die Schwänze abgeschnitten, Tiere werden mit Chemikalienbädern gegen Ungeziefer behandelt, und das Produkt, die Strickwolle, ist mit einer ganzen Reihe chemischer Stoffe behandelt, damit es am Ende waschmaschinenfest von fleißigen Handarbeiterinnen zu Socken und Mützen verarbeitet werden kann. „Es gibt heute jedoch GOTS-zertifizierte Garne, eben genau die, die ich hier verkaufe“, erklärt die junge Marktfrau. Um so ein Zertifikat zu erhalten, müssten die Hersteller, was Tierschutz, faire Arbeitsbedingungen und umweltschonende Verfahren angeht, hohen Maßstäbe gerecht werden. Wieder was dazugelernt.

Und wenn man sich mit jeder Menge Informationen über Artenvielfalt, Lebensräume und allerlei Pflanzen und Getier so langsam auf den Heimweg begibt, kann man am Ende ganz unvermutet sogar noch seinen Horizont, was die Vielfalt unserer menschlichen Lebenswege angeht, erweitern. Da trifft man in der Weserstraße auf Countrysänger Bernd Hoormann. Der ehemalige Ingenieur aus Lingen hat gerade einen Sprung ins Ungewisse gewagt. „Ich bin im Vorruhestand. Die Kinder sind erwachsen, und so haben meine Frau und ich im April unser Haus verkauft und uns stattdessen ein Wohnmobil zugelegt. Die nächsten Jahre werden wir auf Reisen verbringen.“ Spricht’s, dreht sich um und singt auf Wunsch eines mittlerweile angewachsenen Fan-Clubs noch mal „Country roads – take me home“. Das passt! cok

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