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„Wo soll das denn noch hinführen?“

Rintelner Ratsherr kehrt zu den Linken zurück „Wo soll das denn noch hinführen?“

Geahnt haben es viele, jetzt bestätigt Ratsherr Zlatko Stevic (bis vor Kurzem parteilos), dass es seine Stimme war, die SPD und Grünen im Rat Ende Juni bei Wahl von Antje Höhl als Nachfolgerin für Jörg Schröder als Erstem Stadtrat fehlte.

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Zlatko Stevic (rechts) sitzt hier Ende Juni in der Ratssitzung noch als Parteiloser in der SPD-Fraktion, fiel ihr bei der Abstimmung aber in den Rücken. Inzwischen ist er wieder Mitglied der Linken.

Quelle: tol

Rinteln. „Ich habe mich bei der offenen und der geheimen Abstimmung enthalten, obwohl ich wusste, dass ich das Zünglein an der Waage bin“, sagte er jetzt auf Anfrage. „Wenn die SPD mitmacht, dass der Bürgermeister einen Ratsbeschluss missachtet, wo soll das denn noch hinführen?“

 Stevic trat einige Monate nach der vorigen Kommunalwahl bei den Linken aus, über deren Liste er in den Rat eingezogen war. „Das war wegen des neuen gewählten Kreisvorstandes“, erklärte er jetzt. „Aber jetzt ist ja Olaf Buschmann aus Bad Nenndorf Vorsitzender, zu dem habe ich Vertrauen.“ Vor zwei Wochen habe er sich beim Landesverband der Linken wieder als Mitglied angemeldet, die Aufnahmebestätigung liege ihm schon vor.

 Nach dem Austritt bei den Linken wurde Stevic von der SPD auf eine Zusammenarbeit hin angesprochen, „die wir dann nur mündlich vereinbart haben“. Seither nahm er im Rat in der zweiten Reihe der SPD-Fraktion Platz, meldete sich aber fast nie zu Wort, stimmte immer wie die Sozialdemokraten. Im März hatte Stevic im Rat die Kriterien der Stellenausschreibung für den Ersten Stadtrat mitbeschlossen.

 „Danach bin ich aber nicht mehr in Fraktionssitzungen gewesen, weil ich im Krankenhaus Bethel in Bückeburg in der Küche arbeitete und oft Spätschicht ab 18 Uhr hatte“, erklärt Stevic. So sei er nur schriftlich vorbereitet in die Ratssitzung im Juni gegangen und habe angesichts des Auswahlverfahrens mit unmissverständlicher Punktevergabe einen breiten Konsens erwartet. Als CDU und WGS dann aber die Missachtung des Ratsbeschlusses zum Grund ihrer Ablehnung gemacht haben, habe er auch nicht zustimmen können und sich deshalb enthalten. CDU und WGS hätten aber weder vor noch nach der Sitzung mit ihm Kontakt aufgenommen. „Ich fühlte mich in der Sitzung einfach überrumpelt“, sagt Stevic.

 Dafür habe die SPD-Fraktionsvorsitzende Astrid Teigeler-Tegtmeier Kontakt zu ihm aufgenommen, so Stevic: „Sie wollte wissen, warum ich so abgestimmt habe. Ich habe es ihr erklärt, das war’s dann auch schon. Dass meine Stimme entscheidet, war mir bewusst. Ich bin aber dem Wähler verpflichtet. Man muss dem Bürger doch erklären, dass es so nicht geht, wie es der Bürgermeister gemacht hat.“

 Bei der Sondersitzung des Rates am 21. Juli war Stevic wieder dienstlich verhindert, das Platznehmen bei der SPD blieb ihm erspart. „Ich werde wohl selbst das Gespräch mit der SPD suchen und demnächst meine Entscheidung fällen müssen.“

 Durch seine Rückkehr zu den Linken sieht sich Stevic auch für die Kommunalwahl 2016 nicht chancenlos. Er will wieder antreten. „Die erste Ratsperiode muss man mehr als Lehrjahre ansehen. Künftig habe ich auch mehr Zeit für die Politik, denn ich wechsele zum 1. August von der Küche in die Bettenzentrale des Krankenhauses, da gibt es geregelte Arbeitszeiten“, stellt der neue alte Linke fest.

 Wie intensiv er sein Ratsmandat bis dahin wahrnimmt, weiß Stevic noch nicht. Bei der Stadt habe er seine neue Parteizugehörigkeit noch nicht angezeigt. Und dank seiner Kooperation mit der SPD-Fraktion hatte er bisher einen Sitz im Ausschuss für Schule, Sport und Kultur. Fragt sich, wie lange noch. Als Fraktionsloser hat er keinen Anspruch darauf. dil

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