Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Wochenmarkt verlegen oder nicht?

Beschicker und Einzelhändler gespalten Wochenmarkt verlegen oder nicht?

Der Rintelner Wochenmarkt soll attraktiver werden. Der weniger erfolgreiche Marktdienstag steht ebenso zur Disposition wie der beliebtere und bisher besser bestückte Standort Kirchplatz am Sonnabend.

Voriger Artikel
Keine Fototapete
Nächster Artikel
Erste acht Flüchtlinge in Pestalozzischule

Christiane Treviranus (mit einem Kunden) findet den Kirchplatz besser, wünscht sich aber Hinweise vom Marktplatz dorthin.

Quelle: dil

Rinteln. Bürgermeister Thomas Priemer findet es gut, dass dieses Thema jetzt offen diskutiert wird: „Es ist noch keine Entscheidung gefallen. Nach Auswertung der Meinungen wird sich die Politik damit befassen müssen, ob wir eine Veränderung wagen wollen.“

 Die Umfrage von Pro Rinteln beim Einzelhandel hat viele Antworten gebracht, sagt Stadtmanagerin Simone Niebuhr, aber kein eindeutiges Bild. In der Fachgruppe Einzelhandel soll in den nächsten Tagen das Ergebnis ausgewertet werden. Die Marktbeschicker wurden von der Stadt noch nicht befragt, „aber mir liegen schon erste Protestschreiben vor“, teilt Priemer mit. „Da glauben manche, die Entscheidung für die Verlegung sei schon gefallen.“

 Was denken also die Marktbeschicker? „Ich bin zwiegespalten. Es gibt sicher mehr Menschen in der Fußgängerzone, aber hier sind An- und Abfahrt besser“, sagt Kerstin Sundermann, die Käse und Feinkost verkauft. „Wenn wir umziehen, müssten hier die Parkplätze für uns aber erhalten bleiben. Zweimal habe ich den Umzug schon mitgemacht, dann hatte ich zwar andere Kunden, dafür fehlten manche Stammkunden.“ Auf dem Marktplatz müsste es einen großen Hinweis auf den Wochenmarkt am Kirchplatz geben. „Wir waren auch mal dienstags in der Fußgängerzone dabei, aber das hat sich nicht gelohnt. Jetzt stehen wir dienstags in Detmold und Bad Salzuflen, das läuft gut, da ist wesentlich mehr los.“

 Christiane Treviranus hat einen Hofladen im Extertal und bietet sonnabends in Rinteln Obst, Gemüse und Backwaren an, hat den Standplatz von Bauer Mohrmann übernommen. „Die Verlegung war mal für uns ganz gut, mehr Laufkundschaft, aber der Kirchplatz ist für uns besser. Der Wochenmarkt müsste nur bessere Wegweiser haben.“

 Bäcker Hartmut Hakenbeck schwört auf die Fußgängerzone, hatte beim Brennholzmarkt dort zwei Stände und „sehr gut verkauft“. Horst Rabe am Hakenbeck-Stand auf dem Kirchplatz musste dagegen lange auf Kunden warten: „In der Fußgängerzone sind Zuspruch und Durchlauf größer. Wir sind dienstags auch dort und zufrieden. Zum Kirchplatz kommt eher Suchpublikum.“

 Erika Tebbe-Möller aus Eisbergen verkauft sonnabends Eier, Geflügel, Marmeladen, Fleischwaren und Hausmacherwurst in ihrem „rollenden Hofladen“: „Dienstags und freitags bin ich in Bückeburg. Die Geschäftsleute hier in der Fußgängerzone sehen uns doch bestimmt schief an, wenn wir dort dauernd wären. Jetzt für ein halbes Jahr dorthin, dann vielleicht wieder woanders hin – nein, ich finde es am Kirchplatz besser. Nur ein Fischwagen fehlt hier noch.“

 Marlies Zollatz und Mirja Becker im Wagen des Geflügelhofs Ewers aus dem Extertal sind gegen eine Verlegung. „Unsere Chefin hat dem Bürgermeister schon einen Brief geschrieben, und wir stehen voll dahinter.“ Dorothee Ewers schrieb: „Unser Unternehmen ist seit mehr als 40 Jahren samstags auf dem Rintelner Wochenmarkt. 80 bis 90 Prozent unserer Kunden sind Stammkunden, die schätzen auch, dass wir verlässlich an der gleichen Stelle zu finden sind. Hier am Kirchplatz muss der Wochenmarkt nur vier- bis fünfmal im Jahr ausfallen, in der Fußgängerzone doppelt so oft – und fast den ganzen Dezember.“ Selbst an sehr guten Markttagen sei es am Kirchplatz nicht zu eng, Kunden könnten entspannt einkaufen. Und Ewers fragt: „Ist mit der Kirche überhaupt schon gesprochen worden, was aus den Parkplätzen wird, wenn wir für ein halbes Jahr probeweise verlegt werden?“

 Melanie Wenthe aus Rolfshagen hat seit Jahren am Sonnabend einen Obst- und Gemüsestand: „Ich habe schon Verlegungen mitgemacht, das gefiel mir auch gut, aber ich möchte gerne meinen Bulli gleich hinter dem Stand parken wie am Kirchplatz. Hier habe ich meine Stammkunden, ich möchte deshalb lieber hier bleiben.“

 Verkäufer Adnan am Stand von „El Charif Feinkost“ hat bisher zwei Verlegungen mitgemacht – und jedes Mal mehr verkauft: „Aber wenn die Parkplätze durch eine Verlegung wegfallen würden, ist das negativ. Hier müssen wir nur viermal im Jahr weg, in der Fußgängerzone bestimmt 15-mal. Aber es ist mir egal, wo der Wochenmarkt ist, meine Kunden habe ich. Ich enthalte mich also der Stimme.“

 Silke Scheper am Stand von Meiers Hofladen ist gegen eine Verlegung, weil in der Fußgängerzone öfter ein Umzug wegen Veranstaltungen nötig wäre. Dort gebe es zudem nicht so gute Parkmöglichkeiten. Dienstags sei ihr Stand auch da, werde von den Kunden gesucht und auch leicht gefunden: „Dann sind ja nur drei bis vier andere Stände da.“

 Anders sehen das Osman Bektas und Ali Karabulit, die am Sonnabend ihren großen Obst- und Gemüsestand auf dem Kirchplatz, einen kleineren Ableger in der Fußgängerzone hatten. „Dauernd in der Fußgängerzone wäre super, dort haben wir mehr Kundschaft und Einnahmen. Wir sind dienstags dort vorn, samstags auf dem Kirchplatz, und der ist für uns nur so lala. Da hinten ist es nicht so gut“, sagt Osman Bektas. „Am Wochenende ist hier vorn ja für viele auch Großeinkauf. Nur häufig umziehen wollen wir nicht.“

 Zwei Geschäftsleute – zwei Meinungen: Manfred Tiefensee (Ella, Klosterstraße): „Ich hätte den Wochenmarkt am liebsten in der Klosterstraße.“ Klar, das sorgt für Belebung. Doch das denkt auch Café-Betreiber Michael Wethmüller vom Kirchplatz: „Ich finde, der Wochenmarkt ist bei uns vor der Tür richtig, und es ist noch Platz für mehr Stände.“ dil

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg