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Wohin des Weges?

Marktkaufzufahrt in Rinteln Wohin des Weges?

Ein „großer Umweg“ sei es, den man als Fußgänger und Radfahrer, aber noch mehr als Autofahrer in Kauf nehmen müsse: Die Zufahrt zum Marktkauf nach Norden hinaus ist bekanntermaßen eine sogenannte Notzufahrt und daher nicht für den regulären Verkehr geöffnet.

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Umstrittene Kreuzung: Links sieht man das Tor zum Marktkauf-Gelände, direkt darüber befindet sich die Einfahrt zum Thüringer Weg, geradeaus geht es zur Straße „Im Emerten“ und die Straße rechts entlang führt zur Großen Tonkuhle. Die Stadt sagt: Durch die Öffnung des Marktkauf-Tors würde hier ein Unfallschwerpunkt entstehen. Marktleiter und Anwohner befürworten die Öffnung.

Quelle: mld

RINTELN. Dies monieren nun sowohl der Rintelner Senioren- als auch der Behindertenbeirat.

„Würde der Marktleiter wenigstens das Tor aufmachen, dann müssten Fußgänger keinen Umweg machen“, so Manfred Pollmann, Vorsitzender des Behindertenbeirates der Stadt. Er sähe darin einen echten Gewinn für die Anwohner der Nordstadt – nicht nur für Menschen, die aus Gründen des Alters oder Krankheit keine weiten Wege mehr laufen können.

Die Zufahrt musste laut Bürgermeister Thomas Priemer angelegt werden, damit der Supermarkt dort überhaupt errichtet werden durfte. Im Bebauungsplan für das Grundstück ist dieser Weg jedoch nur als eine Notzufahrt vorgesehen, gedacht für die Feuerwehr. Regulärer Verkehr darf dort nicht fließen.

Bei den Bauarbeiten auf der B238 im vergangenen Jahr habe die Stadt „ein Auge zugedrückt“ und die Zufahrt eine Zeit lang geöffnet, sagt Andreas Buchmeier vom städtischen Amt für Sicherheit und Ordnung. Der Hintergedanke: Die Konrad-Adenauer-Straße sollte entlastet werden. „Das war so schön für die Anwohner“, schwärmt Pollmann noch heute.

 Verantwortung wird hin und her geschoben

Dies bestätigt auch Eckard Strohmeier, Chef des Seniorenbeirates. Er habe über eine dauerhafte Öffnung der Zufahrt bereits mit dem Leiter des Marktkaufs gesprochen. Der habe die Verantwortung jedoch auf die Stadt geschoben. Bürgermeister Priemer weist die Verantwortung von sich: „Diesen Schuh trägt der Marktleiter.“

Ende Dezember 2015 hatte Marktkauf-Leiter Branko Kosic im Gespräch mit dieser Zeitung moniert, dass die Zufahrt nach Ende der Bauarbeiten auf der Bundesstraße wieder geschlossen wurde. Damals hatte er angekündigt, einen Antrag auf Öffnung erarbeiten zu wollen.

Die entsprechenden Unterlagen sind derzeit in Vorbereitung, sagt Kosic auf Nachfrage. Der Prozess befindet sich aber noch im Anfangsstadium: In der Zentrale in Minden werde derzeit geprüft, wie viel ein Lärmschutzgutachten kosten würde. Das Gutachten ist nötig, um einen Antrag stellen zu können. Außerdem gebe es Gespräche mit dem Vermieter des Geländes, um ihn in dieser Sache „mit ins Boot zu holen“.

Laut Kosic ist die Öffnung der Zufahrt definitiv gewollt. Kunden sprächen ihn außerdem regelmäßig darauf an. Besonders dann, wenn es Stau auf der A2 gebe und dadurch die Konrad-Adenauer-Straße überlastet sei.

Formalien müssen erfüllt werden

Prinzipiell befürwortet auch Priemer die Öffnung: „Wenn der Antrag vorliegt, bin ich der Letzte, der auf die alte Situation Wert legt“, sagte er bei der Sitzung des Seniorenbeirates. Den Vorwurf der Untätigkeit weist er von sich: „Der Marktleiter schiebt den Schwarzen Peter der Stadt zu.“

Ohne die nötigen Formalien spricht sich Priemer klar gegen die Öffnung der Zufahrt aus. Grund: Würde die Zufahrt als reguläre Straße in den Bereich Thüringer Weg und Im Emerten hineinfließen, entstünde eine Kreuzung mit fünf Armen. Und damit – auch laut Verkehrskommission – ein Unfallschwerpunkt. Dafür wolle er nicht die Verantwortung tragen.

Rigider formuliert es Buchmeier vom Amt für Sicherheit und Ordnung: „Eigentlich wollen wir die Öffnung nicht“ – eben, weil es vermehrt zu Unfällen kommen könnte. Dies sei auch gegeben, würde die Zufahrt nur für Radfahrer geöffnet.

Würde der Weg allein für Fußgänger freigegeben, gebe es eine andere Problemquelle: Autos würden in den Nachbarstraßen abgestellt werden. Das könnte die Anwohner stören.

„Einfach ‚Tor auf‘, das geht nicht“

Eine Öffnung der Zufahrt würde außerdem mit Umbauten einhergehen: „Einfach ‚Tor auf‘, das geht nicht“, sagt Buchmeier. Man müsste rund um Zufahrt, Im Emerten und Thüringer Weg wohl einen neuen Kreuzungsbereich oder einen Kreisel schaffen. Und das ist eine Kostenfrage.

Umbaumaßnahmen stehen dort allerdings sowieso an, da das alte Schlachthof-Gelände eine neue Zufahrt erhalten wird. Dort entsteht derzeit ein kleines Einkaufszentrum, in das die „Getränkequelle“ und der Tierfuttermarkt „Fressnapf“ einziehen werden.

„Das soll dann keine Gefährdung sein?“, fragt Kosic vom Marktkauf. Dann verstehe er „die Welt nicht mehr“.

Die Zufahrt zu diesem Grundstück wird laut Stadt allerdings versetzt und soll weiter oben in die Verbindungsstraße Nord enden. „Ganz glücklich waren wir darüber auch nicht“, so Buchmeier. Aber zumindest münde die Zufahrt so nicht direkt in die Kreuzung. mld

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