Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Wohin mit dem Wochenmarkt?

Änderung möglich Wohin mit dem Wochenmarkt?

Der Rintelner Wochenmarkt hat zwei Gesichter: dienstags fünf Stände auf dem Marktplatz und mäßiger Andrang, sonnabends bis zu 15 Stände auf dem Kirchplatz und dichtes Gewusel.

Voriger Artikel
Feiern und die Sorge um Gewalt
Nächster Artikel
Feuer und Flamme für „Firebirds“

Guter Besuch beim Sonnabend-Wochenmarkt auf dem Kirchplatz: Würde es auf dem Marktplatz und in der Fußgängerzone noch mehr Angebot, Resonanz und Umsatz geben?

Quelle: tol

Rinteln. Könnten es am Sonnabend nicht noch mehr sein, wenn mehr Platz wäre? Könnte dienstags durch mehr Angebot größerer Andrang erzeugt werden? Sind Marktplatz und Fußgängerzone bessere Standorte? Die Stadt ist zu Änderungen bereit, Pro Rinteln fragt bereits unter den Einzelhändlern, was diese davon halten.

 Die Marktbeschicker mussten im vergangenen Jahr zweimal vom Kirchplatz an die Weserstraße und auf den Marktplatz ausweichen (Weltkindertag und Weinmarkt). „Der anfängliche Unmut seitens der Beschicker wandelte sich in Begeisterung um, und es kam der Wunsch auf, ab März 2015 probeweise wöchentlich das Marktgeschehen zu verlagern“, schrieb Pro Rinteln am 14. Januar an die Einzelhändler. „Ausgenommen sind die Samstage, an denen Veranstaltungen im Bereich um die Fußgängerzone geplant sind.“

 Auf Wunsch der Stadt erkundet Pro Rinteln nun bis zum 28. Januar, was der Einzelhandel davon hält. Stadtmanagerin Simone Niebuhr wurde noch konkreter: „Es ist auch eine Ausweitung/Erweiterung des Wochenmarktes geplant, die sich auf dem Kirchplatz nicht realisieren lässt.“

 Marktmeister Daniel Jakschik bestätigt, dass der Sonnabendmarkt ausgebucht ist. „Es muss die einzige Zufahrt an der Nordwestecke frei bleiben, auch, um die Kurzzeitparkplätze an der Südseite der Kirche erreichen zu können“, so Jakschik. „Erweitern könnten wir das Sortiment dort sicher noch um ein Fischangebot und regionale Spezialitäten.“

 In der Fachgruppe Einzelhandel von Pro Rinteln hat Jakschik auch schon Anregungen zum Umzug Richtung Marktplatz und Fußgängerzone gehört. Ob das mehrheitsfähig ist, muss sich zeigen. Jürgen Maack, Mitglied der Fachgruppe Einzelhandel, sieht die Interessen da gespalten. Am Kirchplatz wären die Geschäfte sicher gegen die Verlagerung, am Marktplatz wolle wohl niemand in der Gastronomie draußen sitzen und die Rückseiten mit Abfallkisten von den Marktständen anschauen. Dem hält Jakschik entgegen, man könne Stände auch Rücken an Rücken platzieren, sodass Kaffeegäste die Vorderseiten sehen. „Und bestenfalls profitiert sogar noch der Einzelhandel davon.“ Mit den Standbetreibern will Jakschik aber erst noch sprechen.

 Das größere Sorgenkind ist eigentlich der Dienstagsmarkt, doch der wird schon auf dem Marktplatz angehalten. Hier liegt es nicht am Ort, sondern am Wochentag. „Der Dienstag ist kein guter Termin, aber die Marktsatzung legt diesen Tag fest, und daran wollte noch niemand rütteln“, sagt Jakschik. „Doch wir kennen unsere Marktbeschicker gut, die meisten haben die anderen Tage schon mit anderen Märkten belegt.“ Erster Stadtrat Jörg Schröder bestätigt, dass die Satzung geändert werden könne.

 Ehrenbürgermeister Friedrich-Wilhelm Hoppe hat sich schon mit einigen Geschäftsleuten am Kirchplatz unterhalten. „Die kleinen Geschäfte sind voll sauer, fühlen sich bei einer Verlegung des Wochenmarktes noch stärker abgehängt. Und ich habe auch schon mit einigen Marktbeschickern gesprochen. Einige sind für die Verlegung, andere dagegen.“ Auch Maack weiß aus der Gruppe Einzelhandel: „Ganz kritisch sehen dieses Thema die Anlieger des Kirchplatzes.“ Auch ein Obst- und Gemüsestand oder Fleischerwagen vor der Markthalle Weserstraße mit ihrem gleichartigen Angebot sei bedenklich.

 Im Moment geht es allen Seiten darum, den Markt attraktiver zu machen. „Auch im Wettbewerb mit Bückeburg“, meint Maack. Es ist bekannt, dass die Kunden mehr Angebot wünschen. Aber ob sie dann auch vermehrt kommen und kaufen, ist ungewiss. Jakschik weiß aber von den Markthändlern: „In erster Linie muss es sich wirtschaftlich lohnen.“ Und das gilt auch, wenn ein Beschicker einen anderen Standort zugunsten von Rinteln aufgeben sollte.

 Mehr Parkplätze auf dem Kirchplatz gibt es bei einem Wechsel des Wochenmarktes auf den Markplatz aber nicht automatisch. „Da müssen wir die Kirchengemeinde St. Nikolai erst fragen. Bisher ist nur vereinbart, dass dort Wochenmärkte stattfinden und bei der Messe Schausteller Fahrzeuge abstellen“, sagt Schröder. „Wir werden den Kirchenvorstand jetzt deshalb anschreiben.“

 Wenige Meter weiter gibt es schon jetzt ein Parkplatzproblem, wenn auch eher abends. Seit durch das Bistro-Restaurant „Mosquito“ wieder erfreulich viel Leben in das lange leer stehende und aufwendig sanierte Alte Museum gekommen ist, parken viele Gäste nach alter Rintelner Gewohnheit so nah wie möglich am Lokal. „Das Gebäude hatte aber noch nie Parkplätze vor Ort“, sagt Schröder. „Die sind vom Lokalbetreiber nach unserer Satzung finanziell abgelöst worden.“ Hintergrund: In der Altstadt gibt es insgesamt genug Parkraum, nur nicht immer ganz nahebei.

 Anwohner Hoppe beobachtete am Sonnabend um 20 Uhr das unverkennbare Problem: „Auf der Kirchplatz-Nordseite waren 29 Fahrzeuge geparkt. Stellplätze gibt es aber nur acht. Vor dem Café Wethmüller und vor der Nordseite des Bürgerhauses standen die Autos so weit im Straßenraum, dass nicht einmal ein Pkw in Richtung Enge Straße durch kam, Feuerwehr oder Krankenwagen hätten gar keine Chance gehabt.“

 Die Stadt hat das Problem erkannt. Schröder: „Wir werden in Kürze unsere Kontrolldichte dort abends verstärken. Dann gibt es für wildes Parken eben Knöllchen.“

dil

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg