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Wohnen Am Alten Hafen – nicht nur für Reiche?

Rinteln / Projekt Wohnen Am Alten Hafen – nicht nur für Reiche?

„Wohnen Am Alten Hafen“ wäre der passende Name für ein Projekt, das schon bald in der Weserstadt Realität werden könnte – zumindest, wenn es nach Wünschen der SPD geht.

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Wo im Moment noch eine Wiese ist, könnten bald Jung und Alt unter einem Dach wohnen.

Quelle: tol

Rinteln (jaj). Die Stadtratsfraktion hat jetzt beantragt, einen „städtebaulichen Wettbewerb“ auszuschreiben, bei dem Architekturbüros Ideen ausarbeiten, wie der Bereich des Alten Hafens für Wohnbebauung genutzt werden könnte. Dabei liegt der Fokus der SPD nicht auf Luxus-Appartements, sondern auf behindertengerechtem Mehrgenerationenwohnen.

 Für die Fraktionsvorsitzende Astrid Teigeler-Tegtmeier ist der Alte Hafen der ideale Bereich für so ein Projekt. „Wohnraumverdichtung statt Zersiedelung“ ist für sie das Stichwort, und genau das lasse sich durch die Nähe zur Innenstadt problemlos umsetzen.

 Nach Auffassung der SPD könnte der Bereich vom Wasserschutzamt bis zur Jugendherberge entlang der Straße Am Alten Hafen für eine Wohnbebauung genutzt werden. Wichtig sei der SPD dabei, dass die „denkmalschutzrechtlichen Belange der historischen Altstadt und der katholischen Kirche“ bei der Planung ebenso berücksichtigt werden wie ökologisches Energiemanagement.

 Seit die Stadt 2011 den Alten Hafen erworben hat, wird immer wieder über mögliche Nutzungsvarianten beratschlagt, auch die Reaktivierung des Hafens war dabei schon im Gespräch, wurde aber mehrheitlich abgelehnt. „Die künftige Nutzung des Alten Hafens sollte zukunftsweisende Elemente für die Wohnbebauung in Rinteln aufzeigen“, so die SPD in ihrem Antrag. Ansonsten wäre das „Filetstück“ der städtebaulichen Möglichkeiten vertan. Deshalb sei ein städtebaulicher Wettbewerb, der den gesamten Bereich im Sinne einer Machbarkeitsstudie überplant, zum jetzigen Zeitpunkt mehr als zielführend.

 Ursula Helmhold, Fraktionsvorsitzende der Grünen, hält die Idee, den Bereich des Alten Hafens für Wohnbebauung zu nutzen, gerade unter dem Aspekt der „Stadtflucht“ für richtig. „Es wollen ja immer mehr Menschen im Zentrum leben“, so ihre Begründung. Sie selbst habe schon zu einem früheren Zeitpunkt einen städtebaulichen Wettbewerb angeregt. „Eigentlich hat die SPD ja eine grüne Idee übernommen.“

 Auch Gert Armin Neuhäuser, Fraktionsvorsitzender der WGS, findet es prinzipiell besser, innenstadtnah zu bauen als irgendwo „auf der grünen Wiese“. Er persönlich habe aber bedenken, dass die Sicht auf die Stadt durch ein solches Projekt beeinträchtigt wird. Außerdem sei ein städtebaulicher Ideenwettbewerb, solange die Frage der Bebaubarkeit nicht geklärt ist, auch gewisserweise der zweite Schritt vor dem ersten. „Da ist man dann schnell bei einer zweiten Elbphilharmonie“, zieht er den Vergleich zum Hamburger Konzerthaus, dessen Bau sich seit Jahren immer wieder verzögert.

 Vom Grundsatz her befürwortet auch Thorsten Kretzer, der Fraktionsvorsitzende der CDU, eine Bebauung. „Dabei muss man aber natürlich auch im Hinblick auf die Zielgruppe den größtmöglichen Nutzen für die Stadt im Auge behalten“, gibt er zu bedenken.

 Ein Teil der infrage kommenden Flächen befindet sich derzeit im Besitz der Stadt Rinteln, der andere Teil gehört Privateigentümern. Bei den Grundstücken, die in Verlängerung des Wasser-Schifffahrts-Amtes liegen, handelt es sich nach Aussagen von Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz nicht um Überschwemmungsschutzgebiet. Für das Grundstück der Jugendherberge müsste gegebenenfalls noch einmal eine diesbezügliche Überprüfung erfolgen. Gerade, weil sich bei den Grundstücken, wie beispielsweise der Jugendherberge, derzeit Veränderungen ergeben, steht auch der Bürgermeister einer Bebauung des Bereichs nicht abgeneigt gegenüber: „Ich finde es ist der richtige Zeitpunkt.“

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