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„Womit habe ich das verdient?“

Rinteln / Diskussion „Womit habe ich das verdient?“

Solange es Menschen gibt, stellt sich die Frage nach dem Warum. Nach schweren Schicksalsschlägen kommt oft der Gedanke: Warum gerade ich? Womit habe ich das verdient? Was habe ich mir zuschulden kommen lassen? Wie konnte das Schicksal oder Gott das zulassen?

 Diesen Fragen und solchen wie „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“ oder „Was hat es mit Gut und Böse auf sich?“ stellten sich am Sonntag im Johannis-Kirchenzentrum Referenten unterschiedlicher Religionen.

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Diskutieren über Schuld und Verantwortung in den Weltreligionen: Kathigamar Kanagarajah (von links), Michael Schmidt, Peter Wendt, Stephan Lorenz, Johannes Floeth, Hoca Idris Tasova und Salih Alinak mit einem der Zuhörer.

Quelle: ama

Von Bettina Szrama. Nach den Vorträgen der Redner wurde das Publikum in die Diskussion mit einbezogen. Gemeinsam suchte man nach Antworten auf die brennenden Fragen. Moderiert wurde die Diskussion von Pastor Dirk Gniesmer. Die Leitung der Veranstaltung hatte Ex-Superintendent Peter Neumann vom Förderverein für das Haus der Weltreligionen.

 Als Gesprächspartner und Beantworter vieler Fragen eröffnete Michael Schmidt aus Luhden, Mitglied des Rates der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) die Debatte. Für ihn hätten Strafe und Belohnung gleichzeitig eine Ursache und eine Wirkung. Peter Wendt vertrat für das Judentum die Meinung: Gott handelt nicht. Gott greife nicht aktiv in das Geschehen der Menschen ein. Jeder Mensch trage die Verantwortung für sich selbst, für die Erde und die Mitmenschen.

 Stephan Lorenz, Pastor von der BDH-Klinik Hessisch Oldendorf, lieferte mit seiner These Diskussionsstoff: „Wir Menschen bleiben immer bei einer Wahrnehmungsverzerrung.“ Religiöse Bilder aber könnten die Menschen etwas von dieser Verzerrung wegbringen. Gott wäre den neuzeitlichen Menschen erklärungspflichtig.

 Kathigamar Kanagarajah führte das gute und schlechte Kama des Hinduismus in die Diskussion ein. Hoca Idris Tasova als geistliches Oberhaupt der Rintelner muslimischen Gemeinde sowie Salih Alinak als Vertreter des Islams plädierten zum Thema Sündenvergebung für ein Schicksal mit festen variablen Komponenten, das der Verantwortung jedes Einzelnen unterliegt. Johannes Floeth, Psychologiestudent aus Bremen/Bückeburg, antwortete auf die Fragen nach Gut und Böse, Schuld und den daraus entstehenden Konsequenzen mit den Lehren aus der Bah’ai-Religion.

 Alles in allem vertraten die Vertreter der unterschiedlichen Religionen gemeinsam die Meinung, dass die Menschen hier und heute keine Antwort auf all die umfassenden Fragen finden werden. Jeder Mensch müsse für seine Taten auf Erden geradestehen. Dass sie von Gott vergeben werden, bleibe eine Hoffnung.

 Letztlich war es eine gelungene Gesprächsrunde, aus der das Publikum viele Anregungen mit auf den Heimweg nahm. Zum Abschluss überreichte Gniesmer den Beteiligten ein Dankespräsent, darunter eine Glaskugel mit einem Symbol der jeweiligen Religion. Sein Dank galt besonders den ehrenamtlichen Helfern, insbesondere denen der muslimischen Gemeinde, die mit leckeren Essen für den anschließenden gemütlichen Teil sorgten.

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