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Wunderbare Welt der Kleinanzeigen

Internetauktionshäuser Wunderbare Welt der Kleinanzeigen

In Internetauktionshäusern werden nicht nur Dinge an Höchstbietende versteigert. Man kann dort unter anderem auch Kleinanzeigen aufgeben – sogar kostenlos und direkt auf Interessierte in der eigenen Region bezogen.

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Auf unsinnige Beschreibungen stößt man in Zeitungskleinanzeigen selten.

Quelle: pr.

Rinteln. Im ersten Moment mag das reizvoll erscheinen, muss man doch für vergleichbare Kleinanzeigen in der Heimatzeitung etwas bezahlen.

 Wer sich aber einmal unter den Rintelner eBay-Anzeigen umgesehen hat, wird wohl eher Abstand davon nehmen, das eigene Angebot in diesem Kontext aufzugeben. Auch viele der Rintelner Verkäufer haben offenbar häufig keine Ahnung, wie man etwas zu Verkaufendes auf ansprechende Weise inseriert.

 In den Kleinanzeigen im Internet zu stöbern, macht fast automatisch klar, wofür man bei Anzeigen in der Heimatzeitung zahlt: Für den freundlichen Service der Geschäftsstellen-Mitarbeiterinnen, die dabei helfen, den Anzeigentext ohne Rechtschreibfehler so zu formulieren, dass Leser sich ein Bild von der Sache machen können und das Gefühl haben, auf seriöse Anbieter zu stoßen. Wer kauft denn schon –für 50 Euro – hellblaue Sitzmöbel, zehn Jahre alt: „Die sind noch im guten Zustand (außer die Flecken, die man aber wieder abkriegen kann)“, heißt es in so einer Online-Anzeige.

 Diese Anzeige ist nur eine unter vielen, bei denen man nur den Kopf schütteln kann. Nicht nur, dass fast alles, was unter „Kleinanzeigen Rinteln“ an gebrauchter Ware angeboten wird, nur minimal unter dem Neupreis liegt: Die zum Verkauf gestellten Dinge mit mehr Worten als „Fahrrad, drei Gänge“, „Toller Pullover, kaum getragen“ oder mit „Ich biete ein iPhone 5S sehr sauber“ vorzustellen, das ist fast schon die Ausnahme.

 Und wenn der eine oder andere tatsächlich mehrere Sätze zur Beschreibung seines Gegenstandes verliert – lieblos aufgenommene Fotos bringen nur selten weiter – dann heißt es etwa: „Wir haben einen (...) alten Holzkleiderschrank zu verschenken. Leider ist die linke Tür nicht mehr befestigt, könnte mit ein bisschen Liebe wieder hergestellt werden. Die rechte Schranktür hat einen Riss, lässt sich bestimmt ausbessern. Soll, so schnell es geht, weg.“ So hofft man wohl, die Sperrmüllgebühren einzusparen.

 Überhaupt die Logik des werbenden Anbietens: „Ich verkaufe meine Lederjacke. Sie wurde leider nur einmal getragen“ – stimmt, wäre sie öfter getragen worden, der Preis würde sicher sehr viel höher liegen. Und hier: „Verkaufe meine originale ‚Alpha Industries‘-Jacke. Sie hat einen hohen Wert und ist sehr teuer.“ Wollen es Käufer nicht lieber billig? Oder das: „Verkauft wird eine Standuhr, steht nur rum, wird nicht gebraucht. Funktionstüchtig? Keine Ahnung! Ich glaube schon.“ Na, wer da nicht sofort anruft!

 Hier noch ein paar Beispiele, wie manche Bürger hofften, mit ihren Online-Kleinanzeigen Erfolg zu haben: „Ich habe eine sehr sauberem Laptop hat gut Funktioniert bis ganze bild weg ist…jezt keine bild…dunkel…“ Und: „Sie bieten auf gut erhaltenes Samsung Galaxy Gio was eine defekte Ladebuchse hat.“ Und: „Verkaufe einen Flachbildschirm von LG. Leider funktioniert er nicht mehr so, wie er soll, er geht nicht mehr an. Man muss viele Versuche starten. Und irgendwann geht er wieder an.“

 Gesuche können ebenfalls eingestellt werden. Aber wird wirklich fündig, wer derart sucht? „Hallo, mein Sohn und ich suchen zwei Katzen. Eine davon müsste schon rot sein. Die andere alles, nur nicht schwarz.“ Mancher versucht’s trickreich: „Gern kaufe ich alten Trödel“, schreibt einer und nennt dann scheinheilig durchaus wertvolle Dinge wie „Käthe-Kruse-Puppen, Bernstein, Gemmen, Schmuck, Perlen“.

 Kleinanzeigen im Internet kosten nichts. Ob es daran liegt, dass so viele von ihnen lieblos, ja unsinnig formuliert sind? Dann doch lieber die Zeitung nutzen. Die paar Euro, die man zahlen muss, sorgen für korrekt formulierte Anzeigen, die noch anderen Erfolg bringen, als nur die Leser zu amüsieren. „Ich biete hier ein Bett (...) an. Es ist so gut wie kaum benutzt worden.“ Na dann. cok

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