Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
So wird für Rintelns Kinder gekocht

Catering GmbH „Erste Sahne“ So wird für Rintelns Kinder gekocht

Seit Januar dieses Jahres beliefert die Catering GmbH „Erste Sahne“ aus Minden sieben Rintelner Kindergärten und damit rund 600 Kinder mit Mittagessen.

Voriger Artikel
Startschuss für Millionenprojekt
Nächster Artikel
„Riesen“ fliegen durch die Luft

Nussecken sind die Spezialität des Hauses.

Quelle: hw

Rinteln/Minden. Wo und wie wird das hergestellt? Wir haben uns am Schwabenring von Firmenchef Norbert Borker durch den Betrieb führen lassen.

Doch bevor der Gast Küche und Vorratsräume betreten darf, wird er mit Plastikhaube, Mantel und Schuhen ausgestattet. Hygiene ist ein wichtiger Punkt in der Großküche.

Jeden Tag gibt es frische Ware

Im Flur stehen noch die Transportkisten für deutschen Spargel vom Fruchthof Northeim in Hille. „Den haben wir heute verarbeitet“, sagt Borker. „Wir werden jeden Tag frisch beliefert. Bei uns finden sie keine Convenience-Produkte“. (Das sind Halbfertig- oder Fertiggerichte wie Instant-Pudding und Tütensuppen. Oft Produkte, die Geschmacksverstärker und Aromen enthalten.)

Borker nennt zwei Beispiele: „Wir machen den Milchreis selbst und sogar Kartoffelpüree, richtig aus Kartoffeln, obwohl das aufwendig ist.“ Da habe es zunächst das Problem gegeben, wie zerdrückt man 200 Kilogramm frisch gekochte Kartoffeln? „Das machen sie nicht mit der Hand mit einem Stampfer. Gibt es da eine Maschine? „Auf der Internorga (Messe für Gastronomie) haben mich die Vertreter von Küchenmaschinen groß angeschaut: ,Warum machen Sie nicht Kartoffelbrei aus der Tüte – wie alle anderen auch?‘ Dann ist mir eingefallen, mit einer großen Planetenrührmaschine aus der Bäckerei könnte es funktionieren. Die ist jetzt bei uns in Betrieb. Und es funktioniert.“

Borker zeigt die Fleischerei: „Hier verarbeiten wir Fleisch selbst, machen auch unser Hackfleisch selbst entsprechend der Hackfleischverordnung und unsere Schnitzel, die wir selbst panieren.“

"Nussecken sind unsere Spezialität"

Im nächsten Raum riecht es nach Backwaren. Was nicht überraschend ist, denn Konditorin Anke Brink taucht gerade Nussecken für eine Schulmensa in flüssige Schokolade. „Nussecken“, sagt der Firmenchef, „sind unsere Spezialität.“

In der Großküche bereiten die Mitarbeiterinnen das Mittagessen für den nächsten Tag vor. Das Pfannengyros wird mariniert, damit es durchziehen kann, und kommt dann in die Power-Kühlung. Im Kippbräter brutzelt Geschnetzeltes für Auflauf. Und es soll Farmersalat geben. Rund 45 Kilo Weißkohlköpfe sind dafür schon zerkleinert.

Beata Greiner und Angela Birkhof führen in der Großküche Regie. „Alle sind ausgebildete Köchinnen“, betont Borker, „die selbst Kinder haben, die wissen, wie man für Kinder kochen muss.“

Modern und technisch auf dem neusten Stand

Die Küche ist tipptopp sauber, es blitzt und blinkt. Borker ist sichtbar stolz auf die Küche nach dem modernsten Stand der Technik. Klassische Herdplatten, wie sie die Hausfrau kennt, benutzt man hier nicht mehr, Pfannen ebenso wenig. Alles ist Hightech mit Schnellkühlern, Cooking Centern und Thermoporten. Die „Bratpfanne“ im XXXL-Format beispielsweise erkennt, wo Fleisch eingefüllt wird und wo nicht, und heizt nur an dieser Stelle. Die Köchinnen komponieren ein Gericht, der Computer des Cooking Centers hält punktgenau die Garzeit ein. Zerkochtes Gemüse gibt es da nicht.

Und Borker klärt ein Missverständnis auf: „Selbst einkaufen und in der Kita-Küche kochen, hört sich im ersten Moment so an, als sei das besser als in einer Großküche. Doch überlegen sie: Das Gemüse, das sie im Supermarkt kaufen, ist oft ein paar Tage alt. Bei uns nicht. Und auf dem Herd bekommen sie Speisen nicht so perfekt auf den Garpunkt wie unser Cooking Center.“

Bei „Erste Sahne“ verzichte man auf gängige Küchentricks. „Eine Mutter wollte einmal wissen, warum der Spinat nicht richtig grün ist? Weil wir auf Glutamat verzichten, das die grüne Farbe hält, als Nahrungsmittelergänzung aber umstritten ist, weil es Allergien auslösen kann.“

Gesunde Ernährung ist wichtig

Anders als in vielen Großküchen werden bei „Erste Sahne“ Zutaten abgewogen, wie man es eigentlich nur aus der Backstube kennt. Borker erläutert, warum das gemacht wird: „Wenn sie für eine bestimmte Zahl Kinder kochen, müssen die Portionen stimmen, sonst geht ein Kind leer aus, oder sie bekommen Essen zurück, das wir wegwerfen müssten.“

Ist das Essen fertig, muss es zu den Kitas. Schwarze Styropor-Kisten, wie man sie vom Pizzaservice kennt, gibt es hier nicht. Stattdessen Hightech-Thermoporte, die aufgeheizt sind und die gewünschte Wärme genau halten.

Letzte Station der Besichtigung ist die Spülküche. Dort werden die zurückkommenden Behälter gereinigt und desinfiziert. Dann zeigt Borker noch die Ernährungspyramide, mit der „Erste Sahne“ in Schulen und Kindergärten geht, um zu zeigen, wie gesunde Ernährung aussehen sollte, die auch noch schmeckt.

Norbert Borker ist von Haus aus Bäckermeister und Betriebswirt: „Ich habe die ersten Bäckerfilialen in Baumärkten eingerichtet, wie es heute der Trend ist“. 2014 hat er sich mit seiner Frau Monika selbstständig gemacht und die ehemalige Küche der Diakonie Salem Köslin in Minden umgebaut. „Erste Sahne“ ist kontinuierlich gewachsen und beschäftigt heute 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aktuell, sagt Borker, beliefere das Unternehmen 53 Schulen und Kindergärten, drei Betriebskantinen und fünf Schulmensen. Von Hans Weimann

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

O’zapft is heißt es in der Stadthäger Festhalle wieder am Freitag und Sonnabend, 23. und 24. September. Dann dominieren die Farben Blau und Weiß in der Halle und fesche Frauen in farbenfrohen Dirndln tanzen auf den Tischen... mehr