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Zu wenig Protest?

Bürgerinitiative Transit zählt Unterschriften Zu wenig Protest?

Das klingt erst mal nach einer Menge. Knapp 10.000 Menschen haben nach derzeitigem Stand die Unterschriftenliste der Bürgerinitiative (BI) Transit Weserbergland unterzeichnet.

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Der große rote Punkt kennzeichnet die Online-Unterschriften der Postleitzahl 31737. Dagegen schneiden alle anderen Gemeinden online noch relativ schlecht ab.

Quelle: openpetition/cc

Rinteln. Darunter befinden sich mit Stand 8. Februar 1428 Rintelner. Nur in Bad Pyrmont (3767 Unterschriften) und Lügde (2218 Unterzeichner) haben sich mehr Menschen dem Protest angeschlossen. Kein schlechtes Ergebnis, das sich allerdings etwas relativiert, wenn man die Unterschriften in Relation zur tatsächlichen Einwohnerzahl setzt.

 Während in Lügde und Bad Pyrmont knapp 20 Prozent der Einwohner beteiligt sind, liegt Rinteln mit 5,3 Prozent weit abgeschlagen auf dem vierten Platz. Dort wäre also noch wesentlich mehr möglich und auch nötig, um ein starkes Signal an Berlin zu schicken. Während in Rinteln bereits über mehrere Facebook-Gruppen eine außergewöhnliche starke Online-Mobilisierung stattfand, scheint es bei der klassischen Unterschriftenliste noch Schwierigkeiten zu geben. Zwar haben laut der Bürgerinitiative schon 861 Rintelner unterschrieben, angesichts von 27000 Einwohnern und damit potenziellen Unterschriften bleibt dieses Ergebnis aber hinter den Erwartungen zurück.

 Nicht so sehr allerdings, wie in Hameln, wo die Bürgerinitiative selbst in einer Pressemitteilung noch Nachholbedarf einräumt: „Die schwache Beteiligung in Hameln muss uns wirklich zu denken geben. Obwohl Hameln massiv unter einem Streckenausbau leiden würde, zählen wir hier keine 600 Unterzeichner, dagegen haben in Lügde und Bad Pyrmont, wo zusammen etwa halb so viele Menschen leben wie in Hameln, bereits 6000 Menschen unterschrieben.“ Online gab es in Hameln sogar nur magere 43 Unterschriften.

 Insgesamt haben bei der Online-Petition mit Stand gestern 14 Uhr 1294 Menschen unterschrieben. Das sind zwar knapp 200 mehr als noch vor zehn Tagen, als die Bürgerinitiative 1092 Unterschriften auf der Plattform zählte, aber trotzdem nicht viel mehr als zehn Prozent der gesamten Unterschriften. Und etwa die Hälfte der Unterschriften machen allein jene aus Rinteln aus.

 Dort zeichnete sich vor allem die Facebook-Gruppe „Initiative gegen Bahn-Trasse Rinteln“ mit hoher Aktivität aus, die wohl zu einem wesentlichen Teil zu dem guten Abschneiden der Onlinepetition beigetragen hat. In regelmäßigen Abständen wird dort zu weiterer Mobilisierung aufgerufen und an die derzeit 1044 Mitglieder appelliert, weitere Mitstreiter zu finden.

 Der Vorsitzende der BI Transit, Diethard Seemann, möchte das bisherige Rintelner Ergebnis nicht negativ interpretieren. Auch er streicht vor allem die Erfolge der Onlinepetition heraus: „Wir überlegen jetzt, wie wir das ähnlich auch in anderen Orten umsetzen können“, sagt er. Aber: „Auch in Rinteln geht natürlich noch einiges.“

 Verantwortlich für das weniger starke Abschneiden der klassischen Unterschriftenliste in Rinteln sieht er vor allem zwei Gründe: Die Winterzeit sei generell zum Unterschriftensammeln auf Ständen und von Tür zu Tür nicht die dankbarste Zeit. Sowohl die Kälte als auch die Urlaubszeit mache es dabei den Mitgliedern schwerer. Außerdem starte man in Rinteln jetzt erst richtig durch. Es fehle derzeit schlicht an Mitgliedern, die auch tatsächlich die Unterschriftensammlung vorantreiben.

 Bürgermeister Thomas Priemer, auch einer der Sprecher der Initiative, ließ nun nach Anfrage unserer Zeitung ebenfalls Unterschriftenlisten im Bürgerbüro auslegen, auf denen man sich nun dem Protest anschließen kann. Er ließ außerdem ausrichten, dass der Grund für das bisher nicht überragende Abschneiden Rintelns bei den Unterschriften darin liege, dass es noch keine Informationsveranstaltung gegeben habe. Aber da eine derartige nun für den 25. März im Brückentorsaal geplant sei und am 18. April eine öffentliche Kundgebung stattfinden werde, sei er zuversichtlich, dass die Beteiligung noch deutlich nach oben gehen werde.

jak

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