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Zur Begrüßung keine Klagen

Finanzminister Schneider zu Besuch Zur Begrüßung keine Klagen

Wenn der Finanzminister zu Gast ist, beginnt meist das große Jammern. Etwas überrascht registrierte Peter-Jürgen Schneider daher bei seinem Besuch im Rintelner Rathaus, dass Bürgermeister Thomas Priemer sich recht zufrieden mit der finanziellen Situation der Stadt zeigte.

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Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (vorne) lässt sich mit Bürgermeister Thomas Priemer durch die Weserstadt führen.

Quelle: Tol

Rinteln. „Die Finanzausstattung ist nicht das größte Problem“, so Priemer. Im Gespräch ging er lieber auf die Herausforderungen des demografischen Wandels, die Wiederansiedlung einer Hochschule in der alten Universitätsstadt und die Entwicklungsmöglichkeiten am Kollegienplatz ein. „Normalerweise klagen alle, wenn ich zu Besuch komme“, meinte Schneider mit einem Augenzwinkern, da sei das doch eine willkommene Abwechslung.

Das fehlende Klagelied könnte auch damit zusammenhängen, dass Priemer regelmäßig die Gelegenheit hat, mit Schneider einige Worte zu wechseln. Beide treffen „beinahe im Wochen-Rhythmus“ bei den Vereidigungen der Finanzbeamten aufeinander. Hauptgrund auch dieses Besuches war nämlich die Steuerakademie in der Rintelner Nordstadt, die aufgrund des steigenden Personalbedarfs – bis 2020 verlieren die Finanzämter ein Drittel ihrer Belegschaft – eine immer größere Bedeutung für das Land hat.

"Ich bin der Hochbauminister"

Derzeit durchlaufen 480 junge Erwachsene die Ausbildung für den gehobenen Dienst, die Einstellungszahlen hätten sich innerhalb kurzer Zeit verdoppelt. 1,5 Millionen Euro investierte das Finanzministerium daher auch in den Umbau der Großküche der Finanzhochschule zu drei Hörsälen, um dem Ansturm Herr werden zu können. Insgesamt verbaue man im Jahr 500 Millionen Euro. „Zum Leidwesen der Sozialministerin sage ich immer: ,Ich bin der Hochbauminister‘“, sagt Schneider und lächelt. „So eine Steuererklärung ist nicht sexy – aber so ein Gebäude macht schon was her.“ Das spektakulärste Bauprojekt sei derzeit der Plenarsaal des Landtages in Hannover: „Wenn wir das nicht vernünftig hinkriegen, dann werden wir zerrissen.“

Priemer verwies im Gespräch mit Schneider bestimmt nicht zum ersten Mal darauf, wie wichtig die Steuerfachakademie für die Stadt sei. „500 zusätzliche junge Leute, bei 12700 Einwohnern der Kernstadt Rinteln, das hat Gewicht.“ Jetzt müsse es der Stadt nur noch gelingen, einige der Studenten zu halten. Denn Freitagnachmittag drängt plötzlich alles in Richtung Autobahn, wie auch der Leiter der Steuerakademie, Karsten Pilz, bestätigt. Doch er meint: „Die werden sie kaum halten können.“ Zu fest seien die Verbindungen in die Heimat der Studenten.

Bevor Museumsleiter Stefan Meyer die Runde für einer Stadtführung übernahm, trug sich Schneider noch ins Goldene Buch der Stadt ein. Danach ließ sich der historisch interessierte Minister durch die Altstadt führen – Aufstieg auf den Nikolai-Kirchturm inklusive.  jak

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