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IGS-Gebäude Zurück in die Zukunft

Es wird wohl das große kommunalpolitische Thema im nächsten Jahr: Wie soll der Kollegienplatz in Zukunft aussehen? Die Weichen sind gestellt: Die IGS zieht an die Burgfelsweise um, dort soll neu gebaut werden.

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Seit 50 Jahren betreibt Theo Milonas „Nah und Gut“ an der Brennerstraße und sagt: „Ich habe bisher alle Supermärkte in der Innenstadt überlebt.“

Quelle: wm

Rinteln. Noch vor den Kommunalwahlen schien die Zielrichtung der Planungen klar: Supermarkt und Wohnen sollten am Kollegienplatz realisiert werden. Mit den veränderten Mehrheiten im Rat nach den Wahlen ist nun alles wieder offen.

Stand der Dinge, aber sicher nur eine Momentaufnahme: SPD wie WGS halten am Konzept Supermarkt fest. CDU, Grüne und FDP wollen den Kollegienplatz als Schulstandort beibehalten – auch eine Verbeugung vor der Tradition. 1621 sei hier die Universität gegründet worden, 400 Jahre Schulgeschichte erforderten Respekt. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Matthias Wehrung, Christoph Ochs (Grüne) sowie Ralf Kirstan (FDP) formulierten das nahezu wortgleich.

Grundschule Süd oder Blindow-Schulen im Gespräch für IGS-Gebäude

Doch wer hier wen nach dem Auszug der IGS in dem historischen Gebäude künftig unterrichten soll, dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Die CDU schlägt einen Umzug der Grundschule Süd an den Kollegienplatz vor. Kirstan kann sich hier auch eine andere Bildungseinrichtung vorstellen. Angeblich bereits im Gespräch: die Blindow-Schulen. Und als Grüner macht sich Ochs auch Sorgen um den Bioladen in der Klosterstraße, um „Nah und Gut“ Hoppe in der Brennerstraße und um WEZ in der Detmolder Straße. Eine pauschale Einschätzung, die man hinterfragen könnte.

Konkurrenz für den Bioladen sind da wohl eher die Hofläden in Engern, Krankenhagen, Exten und Uchtdorf. WEZ hat selbst Interesse an den Kollegienplatz zu ziehen, weil eine Erweiterung am derzeitigen Standort mangels Grundstück gescheitert ist, ist aus gut informierten Kreisen zu hören.

Die SPD hält am Konzept Supermarkt plus Wohnen fest und stützt sich hier auf die Aussagen der Gutachter von CIMA und IHK, die einen Bedarf für einen Supermarkt im Süden der Fußgängerzone sehen. Das war nicht zuletzt auch die Idee des „Klosterkarrees“ von Planer Werner Muntau, das der Rat mehrheitlich beschlossen hatte. 2008 sollte der erste Spatenstich erfolgen. Eine Planung, die aus unterschiedlichen Gründen gescheitert ist.

Einkaufsmöglichkeit in der Innenstadt wichtig

Und es gibt noch eine Überlegung, warum Wohnen plus Einkaufen kompatibel ist, sagt SPD-Stadtverbandsvorsitzender Bernd Wübker. Wenn in der Innenstadt mehr junge Familien und/oder Senioren wohnen sollen, müssten die auch in der Innenstadt einkaufen können. Bei jungen Familien reiche das Einkommen meist nicht für einen Zweitwagen, wenn Mann oder Frau zum Arbeitsplatz pendeln müssen. Senioren seien oft nicht mehr mobil.

Auch für Gert Armin Neuhäuser (WGS) ist klar: „In den letzten Jahren haben alle Ratsfraktionen einhellig betont, dass in der Innenstadt ein Nahversorger fehlt. Jetzt gibt es die einmalige Chance, in der Innenstadt auch Gewerbeflächen zu entwickeln. Daraus folgt: Gewerbeflächen haben hier meines Erachtens Priorität. Und da das historische Ensemble aus Jakobikirche, Schulgebäude, Direktorenhaus, Rathaus und Museum nicht eingekesselt und einbetoniert werden kann und soll, gibt die Relation aus Fläche und Denkmalschutz die Richtung vor“.

Abriss des Gebäudes "finanziell unsinnig"

In der Diskussion war auch zu hören: Vielleicht hat der Rat ja sogar den Mut größer zu denken. Das bedeutet das zu überplanende Areal auf das Rathausgelände auszudehnen, ein Konzept zu wagen, wie es der Bau der Ostumgehung und der Fußgängerzone war. Der Plattenbau der ehemaligen Kreisverwaltung beispielsweise ist sicher kein städtebauliches Juwel. Doch hier ist Neuhäuser skeptisch: „Man sollte sich davor hüten, größenwahnsinnig zu werden: Das Gebäude an der Klosterstraße 20 abzureißen, und neu zu bauen, ist aus meiner Sicht städtebaulich und finanziell unsinnig. Investorenmodelle mögen hier kurzfristig reizvoll sein, müssen aber immer den Gewinn des Investors mit erwirtschaften. Allenfalls die Wichtelburg könnte man in eine größere Planung einbeziehen“.

Viele Einzelhändler verschwunden

Ein Nahversorger in der Stadt hat bisher alle überlebt: Hoppe an der Brennerstraße, seit rund 100 Jahren gibt es dort ein Geschäft. Deshalb hat Theo Milonas, Inhaber von „Nah und Gut“, zu diesem Thema seine ganz eigene Meinung. Milonas zählt auf: „HL, Plus, Penny, Aldi, Coop, Depot. Alle verschwunden.“ Dann die kleinen Geschäfte wie Gödecke am Markt, Schnittger, Böndel – längst Geschichte. Dass er selbst von einer so nahen Konkurrenz am Kollegienplatz nicht begeistert wäre, versteht sich von selbst. Das Geschäft sei schließlich nicht einfacher geworden. „Den Nahversorger Hoppe wird es auch in 20 Jahren noch geben“ ist sich Milonas sicher. wm

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