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Zwei Millionen in Beton gegossen

Ausbau Steinberger Kreuzung Zwei Millionen in Beton gegossen

Der Fahrplan für den Ausbau der Steinberger Kreuzung steht: Im März 2017 sollen die Bauarbeiter anrücken, im November 2017 die Arbeiten abgeschlossen sein.

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In der Ratssitzung erläutert Markus Brockmann (stehend), wie die Sanierung der Steinberger Kreuzung vonstatten gehen soll.

Quelle: wm

RINTELN. In der Sitzung des Rintelner Rates am Donnerstagabend stellte Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereiches Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die Details der Großbaustelle vor, auf der zwei Millionen Euro verbaut werden. Warum wird die Kreuzung überhaupt saniert? Könnte man nicht warten, bis die im Bundesverkehrswegeplan in den vordringlichen Bedarf aufgenommenen Umgehungsstraßen für die B238 und die B 83 gebaut sind?

Nein, sagte Brockmann und schilderte ein persönliches Erlebnis. Er habe jüngst bei Rot an der Kreuzung warten müssen, auf dem Weg von Hameln nach Minden. Bei Grün sei der neben ihm stehende Auflieger mit einem Betonteil beim Anfahren am Berg kaum von der Stelle gekommen. Das liege daran, dass alle fünf Schichten der Fahrbahn inzwischen marode seien. Ebenso die Ampelanlage, die immer öfter ausfalle und längst nicht mehr den Verkehr bewältigen könne. Brockmann betonte: „Wir können nicht warten.“ Es sei in seinem Bereich die Kreuzung mit der schlechtesten Leistungsfähigkeit. Autofahrer müssten dort drei Minuten warten, bis sie Grün bekommen. Und es ist die Kreuzung mit der höchsten Unfallhäufigkeit. Dass Linksabbieger von der B238 auf die B83 den Gegenverkehr aus Buchholz abwarten müssten, sei „nicht mehr zeitgemäß“.

Ampelanlage denkt mit

Deshalb wird es auf der sanierten Kreuzung zwei Linksabbiegespuren von der B238 Richtung A2 geben mit einer eigenen Ampelschaltung. Die neue Ampelanlage, so Brockmann, werde auch erkennen, wie viele Fahrzeuge noch auf einer Spur stehen, und verkehrsabhängig schalten. Ziel: 70 Sekunden statt drei Minuten Wartezeit bis die nächste Grünphase kommt. Und es wird Inseln für Fußgänger geben. Sind Alternativen geprüft worden?

Brockmann bestätigte, man habe überlegt, dort einen Kreisel zu bauen, dies aber verworfen, weil die Topografie zu schwierig sei, die Bebauung zu nah. Zudem hätte man wegen des hohen Verkehrsaufkommens dennoch eine Ampel gebraucht. Warum wird die Kreuzung mit Beton ausgebaut?

Brockmann: „Beton hält länger.“ Und bei 50 Stundenkilometern sei Beton nicht lauter als Asphalt. Außerdem sei Betonbau nicht so witterungsabhängig wie der Einbau von Asphalt. Kann sich die Bauzeit um Monate verlängern?

Nein, sagt Brockmann. Anders als in Todenmann sei es möglich, bei einer Kreuzung mit dieser Verkehrsbelastung von 34000 Kraftfahrzeugen am Tag den Baufirmen Vertragsstrafen in den Vertrag zu schreiben, wenn es Verzögerungen gibt. Außerdem würden dort keine Kabel oder Kanäle verlegt. Warum dann neun Monate Bauzeit für eine Kreuzung?

Drei Bauphasen stehen an

Die meiste Zeit, so Brockmann, braucht der Bau der „Nebenanlagen“, also der Rad- und Fußwege und einer Gabionenwand zum Wald. Gibt es wie bei anderen Projekten mehrere Bauphasen?

Brockmann und seine Planer sehen drei Bauphasen vor, in denen der Verkehr unterschiedlich um die Baustelle geleitet wird. Eine Vollsperrung werde es aber nicht geben. Die B83 sei immer in wenigstens einer Richtung befahrbar.

Bauphase 1:  Man kann auf der B83 noch in beide Richtungen fahren und in die Landesstraße Richtung Buchholz abbiegen. Aus der B238 wird eine Einbahnstraße. Wer aus Obernkirchen kommt, wird in Richtung „Auetal-Highway“ gelotst. In Westendorf wird eine Ampelanlage aufgebaut. Von dort wird der, der zur B238 in Richtung Westfalen will, bereits umgeleitet. In der Ortsdurchfahrt Engern soll deshalb Halteverbot auf beiden Seiten gelten. In Engern wird es eine Ampelanlage für Fußgänger geben und eine Ampel an der Abzweigung zum Kieswerk.

Bauphase 2:  In dieser Phase wird die Landesstraße nach Buchholz komplett abgehängt.

Bauphase 3:  Die B238 soll wieder in beiden Richtungen befahrbar sein, die B83 bleibt Einbahnstraße. Die Landesbehörde will bei eigenen Informationsabenden noch mit den Bürgern in Engern und Steinbergen sprechen. Inwiefern wird die Autobahn in die Planung einbezogen?

Chaos soll vermieden werden

Auf der A2, so Brockmann, sollen LED-Informationsschilder aufgestellt werden, die darauf hinweisen, dass es in Steinbergen „eine dicke Baustelle gibt“. Der Verkehr werde großräumig bereits ab Bad Nenndorf und Veltheim umgeleitet. Könnte eine A2-Baustelle die Situation verschärfen?

Nein, sagt Brockmann, diesbezüglich habe er sich mit den Kollegen in Hannover abgestimmt. Während des Kreuzungsumbaus in Steinbergen werde es zwischen Veltheim und Bad Nenndorf keine Autobahnbaustelle geben. Und wenn auf der A2 ein schwerer Unfall passiert, die Autobahn gesperrt werden muss?

Antwort Brockmann: „Das wünschen wir uns alle nicht.“ Das werde sich kaum beherrschen lassen. Und was ist mit betroffenen Gemeindestraßen?

Bürgermeister Thomas Priemer machte deutlich, dass sich die Stadt gemeinsam mit der Polizei darum kümmern werde, dass es auf den Gemeindestraßen kein Chaos gibt. Auch Rettungsdienste und Feuerwehr seien informiert. Brockmann geht davon aus, dass sich heimische Autofahrer ihre eigenen Routen suchen und dadurch die Umleitungsstrecken für den überörtlichen Verkehr entlasten. wm

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