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Zweifel an Kostenschätzung der Stadt

Rinteln / Weserpromenade Zweifel an Kostenschätzung der Stadt

Die Neugestaltung der Weserpromenade liegt dem Arbeitskreis Denkmalschutz besonders am Herzen – und am besten nostalgisch mit einem Schiff zur Querung der Hafeneinmündung in die Weser.

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Der Alte Hafen vor 50 Jahren – damals noch mit Schiffen. Hieran will der Arbeitskreis Denkmalschutz mit einem Brückenschiff erinnern.

Quelle: pr.

Rinteln. Die Rintelner Stadtverwaltung favorisiert bisher eine Brücke, eine filigrane Lösung dafür sei in Planung, versicherte kürzlich Tiefbauamtsleiter Andreas Wendt. Die Schiffslösung erschien dem Verwaltungsausschuss zu teuer, der Arbeitskreis zweifelt allerdings an den von der Verwaltung vorgelegten Zahlen.

 Arbeitskreisvorsitzender Matthias Wehrung schildert die Bedeutung des Alten Hafens für Rinteln: „Die Geschichte des Alten Hafens beginnt mit der Geschichte der Gouvernementsinsel, heute eine Halbinsel. Unter der Herrschaft der tatkräftigen hessischen Landgräfin Hedwig Sophie erfolgte von 1665 bis 1676 der Ausbau der mittelalterlichen Stadt zur barocken Festung. Im Osten, Süden und Westen der Stadt wurde ein Bollwerk errichtet, das die Stadt sternförmig umschloss. Im Norden schützten der Weserfluss und ein mächtiges Wesertor vor Angriffen. Östlich des Wesertores wurde eine Verteidigungsinsel aufgeschüttet, deren Ausbau als Teil des Festungswerkes nicht vollendet wurde, sie verblieb als grüne Insel. Der grüne Hügel im Strom prägt bis heute das Weserpanorama.“

 Die Bezeichnung Gouvernementsinsel bezieht sich auf die Festungszeit, weil dem jeweiligen Gouverneur der Festung dort ein Weiderecht für seine Schafe zustand. Durch die Verbindung der Insel mit den Wallanlagen entstand eine Halbinsel und mit ihr ein geschützter Teil der Weser als sicherer Hafen für die winterliche Einlagerung der Brückenschiffe der damaligen Schiffsbrücke. In späterer Zeit diente das Hafenbecken als Liegehafen. „Noch in den 1970er Jahren lag dort ein Arbeitsschiff.“, so Vorstandsmitglied Friederike Kästing.

 Städte am Fluss zeigen ihren besonderen Reiz durch eine Promenade am Wasser, durch Hafen und Schiffe. In Rinteln laden Weserpromenade und Alter Hafen zum Flusserlebnis ein – nur ein Schiff fehlt. „Ein Hafen ohne Schiff aber ist wie ein Haus ohne Menschen“, bringt es Alexander Lattermann, zweiter Vorsitzender des Arbeitskreises, auf den Punkt. Er hatte daher bereits vor mehr als einem Jahr vorgeschlagen, den stillgelegten Alten Hafen mit einem alten Weserschiff zu beleben, das kulturell und gastronomisch vielfältig genutzt werden könnte. Auch könnte es als Übergang zur Gouvernementsinsel dienen. Zudem werde mit einem Schiff der Alte Hafen optisch sinnvoll angereichert.

 Wehrung: „Dieser Vorschlag wurde in die Planungen der Stadt jedoch nicht mit einbezogen, obwohl der Bürgermeister im Internet zu bürgerschaftlicher Beteiligung aufruft. Bis zur jüngsten Bauausschusssitzung am 15. Mai fand der Vorschlag jedenfalls keine Berücksichtigung. Warum nun also eine Brücke, die zudem den Blick auf Kirche und Ehrenmal stört und das Bodendenkmal verändert? Die von der Stadt hochgerechneten Kosten für ein Schiff entsprechen jedenfalls nicht denen, die dem Arbeitskreis vorliegen.“ dil

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