Auetal-Bernsen (la). Der junge Mann war am Sonntagabend mit seinem 3er BMW auf dem linken Fahrstreifen der Autobahn in Richtung Berlin unterwegs gewesen – laut Zeugenangaben mit sehr hoher Geschwindigkeit, trotz regennasser Fahrbahn. In Höhe des Parkplatzes Bernser Kirchweg kam der 37-Jährige in einer lang gezogenen Linkskurve nach links von der Fahrbahn ab und prallte mit der Bereifung seines Autos gegen die Betonschutzwand. Anschließend verlor der Fahrer offensichtlich gänzlich die Kontrolle über seinen Wagen, geriet nach rechts und durchbrach die Schutzplanke. Der BMW überschlug sich im angrenzenden Parkplatzbereich mehrmals und prallte dabei gegen einige Findlinge im Grünstreifen.
Ein Findling wurde einige Meter weit weggeschleudert, ein Müllcontainer und ein Autotransporter, der zu der Zeit als einziges Fahrzeug auf dem Parkplatz geparkt war, wurden beschädigt. Nach mehreren 100 Metern kam der BMW schließlich auf dem Dach liegend zum Stehen. Ersthelfer setzten einen Notruf ab und versuchten, den noch ansprechbaren Fahrer aus dem Autowrack zu befreien, was ihnen aber nicht gelang. Der eintreffende Notarzt stellte dann nur noch geringe Vitalfunktionen fest – und wenig später den Tod. Die Feuerwehrkräfte aus Luhden und Bad Eilsen mussten mit schwerem Gerät die Fahrertür aus dem BMW schneiden, um den Toten zu bergen.
Im nachfolgenden Verkehr sowie im Gegenverkehr wurden durch den Unfall drei weitere Autos – ein Audi A5, ein Volvo und ein VW T4 – durch Trümmerteile beschädigt.
Einer der Ersthelfer war selbst mit seinem Auto über Trümmerteile gefahren und hatte sich dabei einen Reifen zerstört. Etwa 200 Meter hinter der eigentlichen Unfallstelle stoppte er sein Fahrzeug an einer Einbuchtung und rannte gemeinsam mit seinen beiden weiteren Fahrzeuginsassen zum Unfallort. „Inzwischen hatte auch ein Lastwagenfahrer gestoppt“, erzählte der Mann. „Gemeinsam versuchten wir, den Verletzten aus dem Auto zu holen, aber wir haben es nicht geschafft“, so der Ersthelfer, der erschüttert war, als er erfuhr, dass der BMW-Fahrer seinen Verletzungen erlegen war.
„Ich verstehe nicht, warum das so lange gedauert hat, bis die Rettungskräfte kamen“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Es habe eine gute halbe Stunde gedauert, bis die Einsatzkräfte vor Ort waren.
Nach Auskunft der Rettungsleitstelle in Nienburg ist dort der erste Anruf um 22.13 Uhr eingegangen und sofort an die zuständige Leitstelle „Hanno“ (Hannover) weitergeleitet worden. Der erste Rettungswagen ist um 22.27 Uhr ausgerückt, die Feuerwehren aus Luhden und Bad Eilsen wurden um 22.31 Uhr alarmiert. Warum der Rettungswagen, der Notarzt und die Feuerwehr erst 14 Minuten nach dem ersten Anruf über den Unfall informiert wurden, konnte gestern noch nicht geklärt werden.
Die Autobahn war in Richtung Berlin bis etwa 1.45 Uhr voll gesperrt. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 50 000 Euro.
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