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10:09 03.08.2016
Lars Meier mit Laurenz, einem seiner beiden Söhne, vor dem familieneigenen Fachwerkhaus mit der Schaumburger Mütze. Die Fassade wurde bereits gereinigt, die Renovierung der „Mütze“ steht erst am Ende der Sanierungsarbeiten an. Quelle: pk
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Engern/Ahe

So wies uns ein Leser auf Schaumburger Mützen in Steinbergen hin. Und aus einem Gespräch mit Dieter Horn, dem Ortsbürgermeister von Ahe, Engern und Kohlenstädt, ging hervor: Auch in Engern gibt es noch eine Schaumburger Mütze, ebenso in Ahe. Eines der beiden Häuser wird seit einiger Zeit aufwendig restauriert.

 Das Haus steht mitten an Engerns Hauptstraße, an der Berliner Straße 35. Die Schaumburger Mütze, also der nach außen hin gewölbte Giebel, verkleidet mit Asbestfaserplatten, ist nicht zu übersehen. Die Frontfassade darunter ist bereits mit Sandstrahler gereinigt worden, sodass das Backsteingemäuer schon wieder wie neu aussieht. „Die Südseite ist gut erhalten, weil sich hier die Feuchtigkeit nie lange halten könnte“, sagt Eigentümer Lars Meier mit Blick auf die Sonnenbestrahlung.

 An der Ostseite des Hauses fehlen ein paar Fenster, und die Westseite ist von einer großen Plane verdeckt. Das Haus ist immer noch eine große Baustelle. Seit drei Jahren sind die Meiers – vom Hofladen Meier nebenan – damit beschäftigt, das alte Haus wieder instandzusetzen.

 Da das 1857 gebaute Haus unter Denkmalschutz steht und die Meiers berufstätig sind, ist der finanzielle Aufwand für die Restauration groß und die Zeit dafür entsprechend knapp. „Richtig reinhängen kann ich mich eigentlich nur in den Monaten von November bis Februar“, sagt Landwirt Lars Meier. Deshalb werden bis zur Fertigstellung wohl auch noch weitere drei, wenn nicht vier Jahre vergehen, prognostiziert Meier. Für die nötige fachmännische Unterstützung hat Meier den Engerschen Zimmermann Benjamin Schwertfeger und den Beton- und Maurermeister Jürgen Söffker aus Deckbergen engagiert.

 Bis vor drei Jahren war das Haus noch bewohnt. Jetzt wird das Gebäudes, das ursprünglich mal als Stallgebäude genutzt wurde, von Grund auf saniert. Buchstäblich. Das Haus bekommt ein neues Fundament. Die Sandsteine, die ein Stückgewicht von bis zu 200 Kilogramm haben, werden größtenteils durch Klinkersteine ersetzt. „Die Holzbalken hatten die Feuchtigkeit aus dem Sandstein aufgenommen wie ein Schwamm“, begründet Meier.

 Ansonsten schreiben die Auflagen des Denkmalschutzes vor, das Sanierungsarbeiten weitestgehend dem Urzustand anzugleichen. „So müssen sich die neuen Fenster zum Beispiel nach außen öffnen, so wie es die alten taten“, beschreibt Meier. Von den alten Eichenholzbalken, die das Fachwerkhaus zusammenhalten, sind nur noch wenige erhalten geblieben. Viele sind aufgrund von Feuchtigkeit verfault, andere sind Insekten zum Opfer gefallen. „Wir hatten hier ein großes Problem mit Ameisen“, erzählt Meier. „Die haben die Balken regelrecht aufgefressen.“ Der eine oder andere habe noch gerettet werden können. Für alle anderen musste Ersatz her. Natürlich, wie ehedem, aus Eichenholz, so schreibt es der Denkmalschutz vor. Dann werden die Balken aufwendig miteinander verzapft, abermals mit Zapfen aus Eichenholz. Die Schaumburger Mütze werde erst zum Ende der Sanierungsarbeiten renoviert, kündigt Lars Meier an. Am Ende sollen dort zwei kleine Ferienwohnungen entstehen, mit Küchenzeile und Bad im Erdgeschoss und Schlafraum im Obergeschoss. Die übrigen Wohnräume sollen in der Familie bleiben, sagt der Familienvater Meier.

 Erbaut wurde das Haus übrigens von einem Ehepaar Rinne aus Steinbergen, weiß Annette Stemme aus Engern zu berichten. Deren Nachkommen blieben kinderlos und vererbten das Haus an ihre Nichte Caroline Olthoff, geborene Rinne, die Großmutter von Annette Stemme. Später ging das Haus an Elfriede Boullier, die Enkelin von Caroline Olthoff, über. Und Boullier verkaufte es schließlich an die Meiers.

 Eine weitere Schaumburger Mütze gibt es übrigens in Ahe. Sie befindet sich in der Langen Straße und gehört zu einem alten Fachwerkhaus. Es ist sogar noch etwas älter als das Haus in Engern. Es wurde bereits im Jahr 1848 von Carl Ludwig Wilhelm Kahlmeier erbaut, heißt es in der Balkeninschrift über der Haustür.

pk

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