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Rinteln Ortsteile Arztnachfolger sagt kurzfristig ab – telefonisch
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21:57 26.04.2012
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Krankenhagen (pk). „Ich bin ziemlich entsetzt über diese Entscheidung des Kollegen, aber was soll ich jetzt noch dagegen tun?“, klagt Winter, der den Namen des Kollegen nicht nennen möchte. „Nur unter der Voraussetzung, einen neuen Kassenarzt für Krankenhagen zu finden, wollte ich meine Praxis aufgeben. Jetzt kam alles anders, als ich es mir gewünscht habe.“

Allerdings ist eine Zulassung für einen bestimmten Ort zunächst auch an diesen Ort gebunden, teilt Nicole Löhr, die stellvertretende Geschäftsführerin der Bezirksstelle Hannover der KVN, gestern mit. Wolle ein Arzt sich kurzfristig aber doch woanders niederlassen, müsse er einen Verlegungsantrag stellen. „Ein Verlegungsantrag liegt uns aber nicht vor“, sagt Löhr in Bezug auf den Fall von Krankenhagen.

Eine andere Option sei, dass der Nachfolger auf seine Zulassung verzichtet. Dann würde die Stelle neu ausgeschrieben werden. „Dass aber die Praxisübergabe nicht zustande kommt, ist uns nicht bekannt“, erklärt Löhr.
Grundsätzlich rate die KVN den Ärzten, die ihre Praxis an einen Nachfolger abgeben wollen, einen zivilrechtlichen Übernahmevertrag abzuschließen – „als Absicherung für ein mögliches Abspringen“, schildert Löhr. Aber das sei allein Sache der Ärzte.

Dennoch bezeichnet Detlef Haffke, Pressesprecher der KVN, den Krankenhäger Fall als durchaus „unüblich“. Zumal in Krankenhagen jetzt ein „Ärztemangel erlebt“ werde – den es „rein rechtlich“ indes gar nicht gebe. „Der Landkreis Schaumburg ist sehr gut versorgt: 103 Hausärzte gibt es in Schaumburg, das entspricht einer Versorgung von 116 Prozent.“

Ab 110 Prozent würden in den sogenannten Planungsbereichen (Landkreises und kreisfreie Städte) keine neuen Niederlassungen zugelassen. Es sei denn, ein Arzt setze sich zur Ruhe und nehme einen Nachfolger auf – wie es jüngst in Krankenhagen ursprünglich geplant gewesen war.

Allgemein zeichne sich jedoch die Tendenz zu einer „Landflucht“ ab, gerade unter jungen Ärzten, die es vorzögen, in der Stadt zu praktizieren, so Haffke.Wohin sich der angedachte Nachfolger jetzt neu orientiere, sei nicht bekannt, so Winter. Vorstellbar sei für ihn, dass sich der einstige Nachfolger möglicherweise „mit verminderter Belastung“ in einer Gemeinschaftspraxis anstellen lasse. Derzeit verfügen neben Krankenhagen noch Engern, Exten, Todenmann und Deckbergen über eigene Hausärzte.

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