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Rinteln Ortsteile Das Nabu-Dorf
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00:23 30.03.2018
Von der 4,60 Meter hohen Plattform aus haben Besucher einen guten Überblick über die wachsende Auenlandschaft in Hohenrode. Quelle: pr
Hohenrode

Jetzt wuchs ein 7,25-Meter-Turm in die Höhe. Von der 4,60 Meter hohen Plattform hat der Besucher einen guten Überblick über den See und seine Inseln. Vorteil auch dabei, wie in der Hütte: Scheue Vögel werden nicht erschreckt, und bei Regen steht man trocken. Gebaut hat den Turm die Firma Uhlit aus Hameln.

Wie Rintelns Nabu-Vorsitzender Nick Büscher schilderte, sind die Tümpel am Rande des Turms Laichgewässer für Gras- und Teichfrösche und Molche. Der neue größere Tümpel soll als Schaugewässer für Besucher dienen, die dort Amphibien sehen können, beispielsweise Teichfrösche. Der Weg zum Turm soll noch instand gesetzt werden. Außerdem will der Nabu den Müll beseitigen, der mit dem Hochwasser angespült worden ist.

Einweihung im Juni

Wie Karl-Heinz Buchholz, Geschäftsführer des Naturparkes Weserbergland betonte, wird der Turm gemeinsam mit weiteren Infotafeln voraussichtlich im Juni offiziell eingeweiht. Den Turmbau habe man vorgezogen, damit die Vögel zu ihrer Brutzeit nicht von einem Baukran und Handwerkern gestört werden.

Hatte die Stadt Rinteln die Bauleitung beim Turm, sollen in Regie der Stadt Hessisch Oldendorf die Infotafeln angefertigt werden. Auf den Tafeln sollen nicht nur die Tiere in der Auenlandschaft vorgestellt, sondern auch die Geschichte des Weserraums als Arbeits- und Erlebniswelt gezeigt werden.

Weser erleben“ heißt das Gemeinschaftsprojekt der Städte Rinteln und Hessisch Oldendorf mit dem Naturpark Weserbergland und den Landkreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont sowie dem Nabu, zu dem auch die Auenlandschaft Hohenrode zählt.

Ideale Kinderstube

Die Auenlandschaft umfasst inzwischen 115 Hektar, davon sind 80 Prozent Wasserfläche. Acht bis elf Meter tief sind die Teiche, zwischen denen es einen Wasseraustausch und Zugang zur Weser gibt. Die flachen Uferzonen sind die ideale Kinderstube für Fische. „Eigentlich“, sagt Büscher, „sollten die Angler uns dankbar sein, denn so versorgen wir die Weser mit Fischen.“

Um Tiere wieder anzusiedeln, habe man ganz praktisch tätig werden müssen: „Der Laubfrosch kam in Eimern.“ Gut angenommen worden seien auch die Brutflöße im See. Dazu muss man wissen, Flussseeschwalben waren seit 100 Jahren aus dem Weserraum verschwunden. Doch der Vogelfunk hat funktioniert.

Eine Insel musste nachträglich abgeflacht werden, damit sie bei Hochwasser überspült wird, weil Kiebitz und Austernfischer es lieben, wenn wenig wächst. Dann brauchen sie keine Angst zu haben, dass sich Fressfeinde im hohen Gras anpirschen. Die Dachpfannen auf der Insel sind Schutz für Jungtiere vor Regen und Mäusebussard.

Mit der Auenlandschaft und der Streuobstwiese mit den Skudden-Schafen ist Hohenrode inzwischen ein richtiges „Nabu-Dorf“ geworden. Wobei „Streuobstwiese“ inzwischen eher untertrieben klingt, gemessen an den Anfängen des vom Lions Club unterstützten und im Jahr 1993 begonnenen Projekts. Die Fläche von ursprünglich einem Hektar hat sich inzwischen mehr als verdoppelt. wm