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00:16 05.04.2017
So eine Gabionenwand soll unmittelbar an der Bundesstraße vor der Steinberger Kreuzung gebaut werden. Quelle: jan
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STEINBERGEN

Der Bagger macht zwar Lärm, wird aber von vorbeirauschenden Sattelzügen noch übertönt. „Das hier sind nur vorbereitende Arbeiten.“ Ach so. „Wir müssen das Wasser wegkriegen.“ Die Drainage-Rohre aus Kunststoff liegen schon bereit – optisches Kontrastprogramm zu den vielen Narzissen, die auf der sprießenden Rasenfläche gleich nebenan blühen.

 Die Bauarbeiten auf der Steinberger Kreuzung schreiten voran, der Verkehr fließt, Meldungen über das befürchtete Chaos bleiben aus. Am Dienstag – so der Plan – rückt die Asphaltfräse an. Dann wird den derzeit gesperrten Fahrspuren der Garaus gemacht, wird Platz für die neue Betonfahrbahn geschaffen. „Im Moment verlegen die Bauarbeiter eine Planumsdrainage“, erklärt Holger Fröhlingsdorf vom Niedersächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr auf Anfrage.

Das Planum ist die plane Untergrundfläche beim Straßenbau. Die Drainage diene dazu, Wasser aus dem Straßenseitenraum daran zu hindern, in den Fahrbahnkörper einzudringen, so Fröhlingsdorf. Insbesondere im Winter könne es andernfalls zu Schäden kommen, indem seitlich eindringendes Wasser gefriert: Risse entstehen; nicht lange, und die neue Straße ist kaputt. „Diese Vorgehensweise ist bei uns seit 20 Jahren im Straßenbau üblich.“

 Auch bei der Gabionenwand, die im höher gelegenen Kurvenbereich gegenüber entstehen soll, spielt die Straßenentwässerung eine Rolle. Die mit Bäumen bewachsene Böschung direkt neben der Rechtsabbiegerspur für den von der A2 und aus Bückeburg und Eilsen kommenden Verkehr mit Fahrtrichtung Steinbergen und Rinteln soll mit diesem bis zu 2,90 Meter hohen Bauwerk gesichert werden. Gabionenwände sind den Rintelnern seit Jahren vor allem aus der Pomona-Kurve in der Nordstadt bekannt. Mittlerweile haben kleinere Varianten auch schon in Todenmann Einzug gehalten (im Kirschendorf geht demnächst die letzte Gabionenwand in Bau, das Fundament ist bereits geleg.

 Doch warum kommt nun auch an der Steinberger Kreuzung so ein Bauwerk? „Wir finden es nicht nur ästhetischer als eine Betonwand, eine Gabionenwand ist auch durchlässiger für Wasser“, sagt Fröhlingsdorf. Und: Eine Mulde hinter der Oberkante leitet das von der Böschung herabfließende oder austretende Wasser ab. Die Straße bleibt verschont. Hinzu kommt: „Der Druck des Erdreichs dahinter kann besser aufgenommen werden, und der Bau ist kostengünstiger.“

 Erscheint der Arbeitsaufwand an so einem Ingenieurbauwerk auch größer als bei einer schnöden Betonmauer, weil die Natursteine – streng nach EU-Norm – von Hand in die vorgefertigten Drahtkörbe gesetzt werden, so müsse doch Beton komplett eingeschalt und mit passend gemachten Stahlmatten bewehrt werden, gibt Fröhlingsdorf zu bedenken. „Bei der Gabionenwand gilt: Deckel auf, Steine rein, Deckel zu.“

 All jenen, die der Gabionen-Optik nichts abgewinnen können, sei gesagt: Der verwendete Sandstein kommt aus Obernkirchen. jan

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