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Exten / Projekt

Gut für Hüte und gegen Mücken


Lesecafé – das klingt nach Gemütlichkeit und lässt gute Unterhaltung erhoffen. Dementsprechend fröhlich versammelten sich in der Extener Grundschule die Schüler der 3. und 4. Klassen in der Pausenhalle. Sie hatten gut vorbereiteten Vorlesestoff dabei und waren neugierig darauf, was die anderen wohl im Lesecafé zu bieten haben würden.

Vorlesen macht Spaß in der Grundschule Exten, besonders mit der Zeitung (oben).

© cok

Exten (cok). Einmal pro Jahr treffen die Grundschüler auf diese Weise zusammen, im Rahmen des Programms der „Lesenden Grundschule“. Eine gut sortierte Schulbücherei gehört zu diesem Programm, ebenso wie regelmäßige Autorenlesungen und dazu „Lese-Eltern“. Diese üben mit den Kindern, wie man flüssig und ansprechend vorliest, damit sie dann vielleicht „Lese-Paten“ werden können, die in der Kindertagessstätte „MiniMax“ ein nettes „Lesestündchen“ anzubieten haben. Außerdem nimmt die Grundschule teil am Projekt „Zeitung in der Grundschule“: Seit Anfang Februar lesen die Kinder täglich die Schaumburger Zeitung, die in ihren Klassenräumen ausliegt.

 Aus der Zeitung auch erfuhren sie, dass der ihnen gut bekannte Kinderbuchautor Otfried Preußler gestorben war, ein Anlass für die Klasse 3a, im Lesecafé lustige Episoden aus der „Kleinen Hexe“ vorzutragen und danach ein Rätselspiel für ihre Zuhörer anzuleiten. Bei diesem ging es darum, Namen wie „Uhu Schuhu“, „Alois Dimpfelmoser“ oder „Balduin Pfefferkorn“ den einzelnen Büchern Preußlers zuzuordnen. Toll, wie das klappte.

 Die 4a dann hatte sich mit Gedichten beschäftigt, und nun standen die Schüler alle mit einem Mikrofon in der Hand auf der Bühne, um lauter kleinere Gedichte aufzusagen. Sie versuchten, dabei möglichst nicht auf die Spickzettel zu schauen. Mit Gedichten ist es so eine Sache: Man muss langsam, betont und laut sprechen, damit so ein kurzer Text auch wirklich bei den Zuhörern ankommt. Einige Schüler konnten das sehr gut und sahen beim Sprechen sogar lächelnd ins Publikum. Anderen dagegen merkte man an, dass sie sich über ihre Wirkung unsicher waren und so schnell wie möglich fertig werden wollten. Da war manchmal kaum was zu verstehen.

 Das ist zwar schade, aber trotzdem nicht so schlimm, denn die Kinder im Publikum sehen und lernen dadurch ja, mit welcher Methode Texte gut rüberkommen und dass schnelles und leises Lesen für einen Vortrag vor der Gruppe nicht die ganz richtige Wahl ist.

 Die Schüler der 4b hatte unter sich einen langen Text über die Woche vor Ostern aufgeteilt und lasen abwechselnd vor, was es mit dem Palmsonntag, Aschermittwoch, Karfreitag und den Ostertagen auf sich hat. Das Lesecafé wurde wie nebenbei zu einer Religionsstunde. Und schließlich kamen da die Kinder aus der 3b, viele mit Schiffchenhüten aus Blättern unserer Zeitung auf dem Kopf. Sie erzählten von den Zeitungsschlagzeilen der vergangenen Tage, spielten einen Sketch darüber, wie ein Zeitungsleser den nächsten neugierig auf die Zeitung macht. Zum Schluss sangen sie ein witziges Liedchen über „Zehn alte Zeitungen“: „Neun alte Zeitungen, die las ich in der Nacht, mit einer schlug ich Mücken tot, da war’n es nur noch acht.“

 Auch die ersten und zweiten Klassen der Grundschule hatten ihr Lesecafé, und insgesamt macht es allen viel Spaß. Lehrerin und Fachkonferenzleiterin Kristina Gerdener plant schon zusammen mit ihren Kolleginnen, beim nächsten Mal Zuhörer von außerhalb der Schule einzuladen. Auch Eltern und Verwandte der Kinder sollen etwas davon haben, dass es so schön klappt mit dem Vorlesen und dem Auftritt auf der Bühne.

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