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00:16 26.06.2016
So fühlt sie sich am wohlsten: Elisabeth Pettenpaul inmitten ihrer Schüler. Quelle: pr
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Krankenhagen

Denn dazu muss die zu feiernde Person schon so eine herausragende Eigenschaft oder charakteristische Gewohnheit haben. An der Grundschule Krankenhagen hat es geklappt. Da konnte man jetzt erleben, was dabei herauskommt, wenn eine Lehrerin den Kolleginnen eine echte Steilvorlage in Sachen Motto hinlegt. Da stieg nämlich eine Häkeltierparty.

1600 Häkeltiere habe Elisabeth Pettenpaul in den 40 Jahren, die sie an der Grundschule Krankenhagen tätig war, so ungefähr produziert, hatte Schulleiterin Heike Schorling errechnet. „In 40 Dienstjahren hat sie pro Klasse im Schnitt 20 Kinder betreut. Jedes bekam zum Geburtstag ein Häkeltier. Das macht zusammen 800 Katzen, Eulen, Frösche, Uhus, Mäuse und so weiter. Wenn man dann noch die ‚Belohnungstiere’ dazu nimmt, die zum Füllerführerschein oder nach dem Schreibschriftlehrgang verteilt wurden, dann verdoppelt sich die Zahl glatt noch mal.“ Kein Wunder, dass sich am letzten Schultag vor den großen Ferien alles ums Häkeltier drehte.

 Da gab es zum Abschied von den Schülern zwei Bände mit selbst geschriebenen Geschichten zum Thema „Was mein Häkeltier erlebt hat“. Das Abschiedslied der Kinder: „Aus den Häkeltieren kommen wir“. Selbst der Rückblick auf die besonderen Leistungen von Pettenpaul wurde den possierlichen Häkelwesen in den Mund gelegt. In einer kleinen Puppentheateraufführung machten sich Uhu, Schildkröte und Katze Gedanken, wie es denn jetzt weitergehen solle an ihrer Schule. „Ja, das waren jetzt wohl die letzten Bundesjugendspiele, die hier veranstaltet wurden“, seufzte der Uhu. „Und wer soll denn nun mit den Kindern schwimmen gehen?“, fragte sich die Katze. „Ja, ja, und die Bücherei wird wohl schließen, und mit der Theater-AG ist es sicher auch vorbei“, vermutete die Schildkröte. Glücklicherweise dürften sich die Sorgen der flauschigen Bühnenstars als unbegründet erweisen. Aber die Botschaft der kleinen Häkelwesen kam rüber: Da hat die Grundschule Krankenhagen wirklich einen ganz wichtigen Menschen verabschiedet.

 „Lebendes Inventar der Schule“ oder „gute Seele des Hauses“ waren auch so Bemerkungen, die im Zusammenhang mit der scheidenden Lehrerin fielen. Doch schien die Schublade schon an diesem Tag ein wenig zu eng für die Vollblutpädagogin. Diese strahlte nämlich soviel Energie aus, dass man ihr sofort zutraute, jetzt auch die Gestaltung des eigenen Lebens ganz aktiv in die Hand zu nehmen. Sogar während der Veranstaltung selbst drehte Pettenpaul den Spieß bald um. Da schlüpfte sie aus der Rolle der Vielbeschenkten doch lieber in die der Gebenden. Süßigkeiten zum Trost für alle hat sie im Gepäck und natürlich noch für jedes Kind der Schule etwas Typisches: ein Häkeltier.r

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