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Rinteln Ortsteile Idee findet nur eingeschränkt Anklang
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19:47 18.04.2012
So sieht der Siegerentwurf von Sandra Schauer aus, dessen Realisierung in Exten umstritten ist. Bleibt dies eine Privatsache Dietrich von Blombergs. Quelle: pr.
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Exten

Exten (dil). Am Ende einstimmig das Bekenntnis, etwas zur Erinnerung an Goethe zu tun, die Lösung aber eng mit dem Heimatverein abzustimmen – nicht mit dem Privatmann.

 Dietrich von Blomberg, Pächter der erst nach dem Goethe-Besuch errichteten Orangerie im Schlossgarten, hatte die Idee nach dem Sturm am 26. Mai 2011, der die etwa 244 Jahre alte Eiche umstürzte, an die die Trockenmauer aus Sandstein angebaut war. Diesen seinerzeit schon zehn Jahre alten Baum habe Goethe wohl 1779 bei seinem Besuch im Schlosspark gesehen. Und dort habe er mit der schönen Witwe Gräfin Isabelle von Wartensleben Spaziergänge genossen. „Eine schöne Vorstellung und eine nette Geschichte für Besucher und Touristen“, warb von Blomberg um Unterstützung.

 Warum also nicht mit dem Mauerloch an Goethe erinnern, statt es einfach nur mit Steinen aufzufüllen? Zuerst dachte von Blomberg an einen Goethestein, dann lobte er aber einen Künstlerwettbewerb aus. Gewonnen hat ihn die Sandra Schauer mit der Idee eines eisernen Ginkgoblatts, rot angestrichen und auf einem kleinen Platz hinter der Mauerlücke installiert. Bis dorthin würde von Blomberg Besucher sogar auf sein Grundstück lassen, denn im Gallenort ist es für Fußgängergruppen zu eng und zu gefährlich. Da der Heimatverein im örtlichen Museum den Goethe-Besuch akribisch nachrecherchiert und dokumentiert hat, wäre ein Hinweis am Ginkgoblatt auf das Museum sinnvoll, so von Blomberg.

 Ortsbürgermeister Thorsten Kretzer und der Erste Stadtrat Jörg Schröder wiesen darauf hin, dass von Blomberg im Verwaltungsausschuss bereits eine Abfuhr bei seinem Ersuchen um Unterstützung erhalten hat. Auf 8500 Euro werden derzeit die Kosten für den künstlerischen Mauerschluss taxiert. Schröder berichtete, andere Kunstwerke im öffentlichen Raum der Stadt seien von Privatleuten gespendet worden, die Stadt zahle dafür nichts.

 Auch von Teilen des Ortsrats und einigen Bürgern wurde von Blombergs Wunsch als Privatsache gesehen, die dieser – eigenen Worten zufolge – „notfalls auch allein durchzieht“. Da fielen sogar Worte wie: „Goethe gehört allen Extenern, nicht nur Herrn von Blomberg.“ Die Unterstützung aller Extener schien also nicht erreichbar. Ein gemeinschaftliches Projekt an einer anderen Stelle – die Beteiligung daran lehnte von Blomberg ab. Sein Projekt sei nicht austauschbar.

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