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Rinteln Ortsteile Keine Landrat-von-Ditfurth-Straße?
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Keine Landrat-von-Ditfurth-Straße?
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00:17 24.11.2016
Hans Dietrich von Ditfurth war Vertreter der Grafschaft Schaumburg im preußischen Abgeordnetenhaus, Landrat und Gründungsvorsitzender des Rintelner Heimatbundes. Eine Straße nach ihm umbenennen, das möchte die Stadt Rinteln allerdings nicht –zu groß sei der Aufwand. Quelle: mld
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TODENMANN/RINTELN

Werner Zimmermann ist bekannt für seine Leidenschaft fürs Historische. Jetzt hat er längere Recherchen angestellt – und möchte gern eine Straße in Todenmann umbenennen oder eine neue Straße mit einem bestimmten Namen ausstatten lassen.

Denkmalschützer Zimmermann möchte so an Hans Dietrich Wilhelm Barthold August von Ditfurth erinnern. Er war seines Zeichens Königlich-Preußischer Landrat – und damit höchster Beamter des Kreises Grafschaft Schaumburg sowie Gründungsvorsitzender des Rintelner Heimatbundes.

Im März nächsten Jahres wird sich der 100. Todestag von Ditfurths jähren. Der Heimatbund will eigens aus diesem Anlass einen Informationsabend über ihn im Rintelner Museum Eulenburg veranstalten. „Man sollte den Mann auch im Stadtbild ehren“, so Zimmermann. Im Juli schrieb er daher einen Brief an Bürgermeister Thomas Priemer mit der Anregung, eine Straße in der Innenstadt oder in Todenmann nach dem Landrat zu benennen.

„Es gibt kein Buch über von Ditfurth“, sagt Zimmermann. Er habe im Familienarchiv der von Ditfurths recherchiert sowie im Archiv des Gymnasiums Ernestinum, denn dort ist der Adlige zur Schule gegangen. Es gibt jedoch einen Artikel im Jubiläumsband „100 Jahre Heimatbund der Grafschaft Schaumburg“. Darin ist zu lesen, dass am 9. Juni 1908 ein Museumsverein gegründet werden sollte. Aus diesem Anlass lud von Ditfurth gemeinsam mit 30 weiteren Heimatfreunden in den Saal des Ratskellers ein. Von Ditfurth wurde dort zum Gründungsvorsitzenden gewählt. Bis zu seinem frühen Tod mit 55 Jahren am 6. März 1917 hatte er diesen Vorsitz inne.

Ein Stück Selbstbehauptung

Die Gründung dieses Vereins war dabei mehr als ein bloßer Standortvorteil für Rinteln: Die Grafschaft Schaumburg war damals eine Enklave ohne großen Zusammenhang zu den übrigen Teilen der Provinz Hessen.

Die Einrichtung eines Museumsvereins konnte daher auch als Stück Selbstbehauptung dieser Enklave gesehen werden, um die Wichtigkeit der eigenen Geschichte zu betonen.

Sollte es also bald eine Landrat-von-Ditfurth-Straße in Rinteln oder Todenmann geben? Bürgermeister Priemer antwortete Zimmermann schriftlich: Er dankte ihm für die Anregung und werde sie dem Ortsrat Rinteln bei der kommenden Sitzung vorlegen.

Zimmermann wiederum regte an, dass die Stadt Rinteln die Ehrung von Ditfurths zum Ausdruck bringen solle und dies nicht nur ein Thema für den Ortsrat Rinteln, sondern auch für den in Todenmann sei.

Keine neuen Straßen in Sicht

Aus Sicht der Stadt besteht allerdings ein nicht unwesentliches Problem: Derzeit lägen keine Pläne für die Erschließung von Neubaugebieten vor, sodass es keine neue Straße gibt, die entsprechend benannt werden könnte.

Als „begrüßenswert“ bezeichnet Priemer Zimmermanns Initiative. Und auch der Ortsrat Todenmann habe sein Wohlwollen zum Ausdruck gebracht.

Wenn keine neue Straße benannt werden kann, warum dann nicht eine alte Straße umbenennen? „Das machen wir nicht ohne Not“, so Priemer. Der Grund: Eine Straßenumbenennung bringe viele Scherereien mit sich. Priemer erinnert an die Umbenennung des Matthias-Claudius-Weges in Holunderweg: „Das hat ein Mordstheater gegeben“, sagt Priemer. Für die Anwohner komme mit einer Umbenennung großer Aufwand einher.

Es spreche allerdings nichts dagegen, eine neue Straße zu benennen, so Priemer, wenn es durch eine historische Einschätzung entsprechend grünes Licht hierfür gibt. mld

Es ist Sache von Helmuth Künneke als ältestem Ortsratsmitglied gewesen, die Sitzung zu eröffnen und den Ball vorerst an Todenmanns (Noch-)Ortsbürgermeister Uwe Vogt weiterzuspielen. Dieser hatte die Aufgabe, in seiner letzten Sitzung im Amt die ausscheidenden Ratsmitglieder zu verabschieden und die Einsteiger offiziell zu verpflichten.

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