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Rinteln Ortsteile Luther-Brüder sind Deutsche Meister
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Luther-Brüder sind Deutsche Meister
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00:33 06.11.2014
 Robin (links) und Florian haben das Schachspiel für sich entdeckt – und der Rintelner Schachklub die beiden Brüder für sich. Quelle: cok
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„Ja, so besonders ist das nun auch nicht“, meint Robin, der Ältere, bescheiden. „Wir haben bei den unter Achtzehnjährigen gespielt, und hatten nur zwei andere Geschwister als Gegner.“ Florian schüttelt protestierend den Kopf: „Das ist schon gut“, meint er. „Wir hätten bestimmt auch bei viel mehr Teilnehmern gewonnen.“ Wenn es nach ihm ginge, müsste es jedes Wochenende Schachturniere geben, je mehr, desto besser, er liebt diese Herausforderungen, auch wenn es ihm schwerfällt, zu verlieren und er dann manchmal richtig wütend werden kann.

 Seine Eltern, Tischlermeister Jürgen Hoppe und Gebäudeenergieberaterin Bettina Luther, sie aber stöhnen schon jetzt ein bisschen über die Energie, die auch sie aufbringen müssen, damit ihre Kinder Gelegenheit haben, an Wettbewerben teilzunehmen. Die jüngste Familienschachmeisterschaft zum Beispiel fand in Hildesheim statt. Da fahren die Jungs natürlich nicht alleine hin. Manchmal muss man an Wettkampforten auch übernachten, dann wieder organisiert der RSK, der Rintelner Schachklub ein Turnier, wo sich vor allem Bettina Luther im Vorbereitungsteam engagiert. „In Wirklichkeit meckern wir gar nicht, im Gegenteil“, sagt sie. „Wir sind froh, dass unsere Jungs im Rintelner Schachklub so gut gefördert wurden und werden. Besonders für Florian ist das Schachspielen ein Segen.“

 Florian, der jetzt in die 5. Klasse geht, hatte schon immer ein Aufmerksamkeitsproblem. Stillsitzen, Dinge tun, die ihn langweilen, konzentriert geforderte Arbeit zu erledigen, das alles fällt ihm nicht gerade leicht. Das merkte man bereits im Kinderhort, wo der Stuhlkreis eine echte Qual war für den unruhigen Jungen.

 Genau dort, im Kinderhort von Engern, wurde Jörg Becker – als Vorsitzender des Rintelner Schachklubs immer auf der Suche nach Schachnachwuchs für den Verein – auf ihn aufmerksam. Beim Einführungsunterricht ins Schachspielen stellte sich heraus, dass Florian nicht nur eine schnelle Auffassungsgabe für das Spiel besitzt, sondern sich dabei auch hervorragend konzentriert.

 Robin war ebenfalls sehr angetan vom Schachspiel, und so traten beide dem RSK bei, spielten auch zu Hause oft gegeneinander und wurden dabei immer besser. Inzwischen hat der jüngere Bruder den älteren bereits überholt, steht auf dem 1. Platz in der Bezirksrangliste und niedersachsenweit auf Platz sechs. Ganz kalt lässt es Robin nicht, dass Florian ihn oft besiegt. „Ich kann damit leben“, sagt er zwar, aber in letzter Zeit zieht es ihn mehr zu PC-Spielen hin, er interessiert sich besonders für Mathematik, liest gern und lässt das Schachspielen langsam in den Hintergrund treten.

 Florian aber ist weiterhin ehrgeizig. Auch wenn er die Theorie nicht so mag, das Nachspielen und Analysieren von Partien, er lässt sich darauf ein, um so oft wie möglich, am liebsten immer der Sieger zu sein. cok

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