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00:17 16.12.2016
Ministerpräsident Stephan Weil (Mitte) überreicht den TuSG-Vorstandsmitgliedern um Bettina Teich (Zweite von links), Wolfgang Möller, Sabine Krafczyk und Michaela Aldag den Preis für Bürgerengagement. Quelle: pr.
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ROLFSHAGEN

Doch das Preisgeld in Höhe von immerhin 3000 Euro ist für die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Bettina Teich, nur zweitrangig. „In erster Linie wollten wir unser Projekt bekannt machen.“ Denn in der TuSG Rolfshagen kann wirklich jeder Sport machen. Bereits seit 2003 gibt es freundschaftliche Verbindungen zwischen dem Sportverein und der Lebenshilfe Rinteln. Angefangen habe der Austausch über die Fußballsparte und erste Treffen am Rande der Sportwerbewoche.

Seit 2011 arbeitet der Rolfshäger Sportverein konkret im Sinne der Inklusion mit der Lebenshilfe zusammen. Bei drei extra ausgebildeten Übungsleitern können Menschen mit Behinderung ihre Sportabzeichen ablegen. Michaela Aldag, Melanie Wansner und Markus Aldag haben die nötigen Qualifikationen erworben. Anfangs fand die Abnahme noch auf dem Gelände der Lebenshilfe statt, mittlerweile aber als Teil des normalen Vereinsprogramms in Rolfshagen. „Wir leben Inklusion, das ist hier ganz normal“, sagt Teich.

Projekt für die 3000 Euro wird noch gefunden

Jedes Jahr werden in dem Bereich etwa 50 Sportabzeichen abgenommen. Durch den engen Kontakt zwischen Verein und Tagesbildungsstätte schloss sich auch die Handballmannschaft der Lebenshilfe dem Verein an. „Gemeinsam trainieren wir im Sommer alle zwei Wochen auf unseren Sportplatz. Im Winter spielen wir in der Halle.“ Einmal im Jahr tritt die Laienspielgruppe der Lebenshilfe in Rolfshagen auf. „Der Auftritt macht den Schauspielern sehr viel Freude und ist seit vier Jahren ein fester Bestandteil in unserem Veranstaltungskalender.“ Vor etwa zwei Jahren entstand daraus die Idee, selbst eine inklusive Musicalgruppe anzubieten. Die Gruppe wird von Sabine Krafczyk angeleitet, die selbst im Rollstuhl sitzt. Sie hat in diesem Jahr als erste Übungsleiterin-Anwärterin mit Handicap ihre Übungsleiterausbildung beim Kreissportbund Schaumburg mit Erfolg absolviert. Zum Erfolg der TuSG könnte auch ein Werbefilm beigetragen haben, der die Arbeit anschaulich macht. Dieser wurde bei der Preisverleihung in Hannover erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Bewerbungsphase für den Niedersachsenpreis für Bürgerengagement endete bereits im April. Dass man sich beworben habe, war zwar weitläufig bekannt, dass man aber als einer der 280 Bewerber reale Gewinnchancen habe, „das mussten wir streng geheim halten“, erzählt Teich. Die Vorstandsmitglieder Sabine Krafczyk, Wolfgang Möller, Michaela Aldag und Wilhelm Dieterich sowie Bettina Teich nahmen in Hannover den Preis von Ministerpräsident Weil entgegen. „Das war ein spannender Vormittag, vor allem wegen der anderen Preisträger, die auch ganz tolle Sachen machen“, so Teich.

Noch steht nicht fest, in welche Projekte die 3000 Euro fließen werden. Auf jeden Fall solle es überwiegend für Inklusion eingesetzt werden, etwa um das Sportheim vollständig barrierefrei zu machen. jak

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