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Rinteln Ortsteile Nüchterner Blick in das einst prächtige Schloss
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19:01 10.06.2012
Im „Blauen Salon“ von Schloss Arensburg erklärt Stefan Meyer den Besuchern die Geschichte des Hauses. Quelle: tol
Steinbergen (ll)

Die „Westdeutsche Grundstücksauktionen GmbH“ hatte gewissermaßen zu einem „Tag der offen Tür“ geladen, einen Besichtigungstermin für potenzielle Käufer eingerichtet.

 Im Vorfeld aber waren auch Interessierte aus Schaumburg eingeladen worden, die sich mithilfe des Rintelner Museumsleiters Stefan Meyer die Geschichte des Schlosses anhören und sich an alte Zeiten erinnern konnten. Wie bereits berichtet, soll das Schloss Arensburg am kommenden Wochenende versteigert werden. Mindestgebot: 188000 Euro. Das ist ein Preis, der vielen Besucher nicht einmal zu gering erschienen sein mag.

 Denn: Das Schloss aus dem 13. Jahrhundert ist tatsächlich in die Jahre gekommen. Es erinnert nicht mehr viel an alte prunkvolle Zeiten, der „Blaue Salon“ – zu besten Zeiten ein kleiner Empfangssaal für hohe Gäste des Hauses – ist heute ein trostlos wirkendes Durchgangszimmer. Bereits vor gut zehn Jahren waren große Teile der Einrichtung unter den Hammer gekommen. Nun pranken blanke Elektrokabel an den Wänden, ein nicht montiertes Einbauklosett steht einsam am Jahrhunderte alten Steingemäuer, man sieht Risse an den Innenwänden. Nach Jahren des Leerstands hat das Schloss Arensburg arg gelitten.

 Lothar Koch-Vorbeck kann sich noch gut an bessere Zeiten des Schlosses erinnern. Denn von 1940 bis 1982 wurde das Gebäude als „Hotel Schloss Arensburg“ als Autobahnraststätte genutzt. Vor 50 Jahren, sagt Koch-Vorbeck, habe er auf dem Schloss seine Ausbildung zum Koch gemacht. „Das ist auch der Grund, warum ich heute hier bin“, sagte er. „Ich wollte mir das Schloss unbedingt noch mal angucken und schauen, was draus geworden ist.“ Koch-Vorbeck erging es wohl so, wie den meisten Besuchern. An der Schlossauffahrt säumten zumeist Fahrzeuge mit SHG-Kennzeichen die Straßenränder. Vereinzelt waren auch Auswärtige auszumachen, als potenzieller Käufer hat sich gestern jedoch niemand zu erkennen gegeben.