Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Rinteln Ortsteile Ortsrat Exten: Bebauungspläne fallen wegen zu wenig Parkplätzen durch
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Ortsrat Exten: Bebauungspläne fallen wegen zu wenig Parkplätzen durch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:05 06.02.2019
Auf Abhilfe bei der angespannten Parkplatzlage vor der Grundschule hat die Schulleitung gehofft – vergeblich?Fotos: tol
Exten

Der Bebauungsplan fiel beim Ortsrat und den zahlreichen Zuhörern krachend durch, denn geliefert hat die Verwaltung statt des bestellten Parkplatzes für Mitarbeiterinnen der Kita und der Schule sowie für „Elterntaxis“ ein Wohngebiet, so deren einhellige Meinung.

Nach Vorstellung der Verwaltung sollen auf den Grundstücken sechs Häuser entstehen. Am Rand „klebt“ ein Mini-Parkplatz mit 22 Stellflächen und einem Stichweg zu Grundschule und Kita. „Viel zu wenige Parkplätze“, lautete der Tenor unter den Ortsratsmitgliedern und den anwesenden Bürgern.

Tägliches Parkchaos

Joachim von Meien machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Jeden Tag herrsche zu Schulbeginn und Schulschluss Parkchaos auf dem Anger, an der Regetestraße und der Straße Vor den Höfen. Deshalb sei ihm eine Schulwegsicherung für Schule und Kita und deren Bestand wichtiger als eine Wohnbebauung an dieser Stelle.

Jens Maack assistierte: „Wir haben nicht 25 Jahre lang für eine Schulwegsicherung gekämpft, um am Ende ein paar Häuser zu bauen.“ Benjamin Bünte forderte einen runden Tisch mit allen Betroffenen, um den „konkreten Bedarf“ an Parkfläche zu ermitteln. Das sei offensichtlich bisher nicht geschehen. Die Stadtverwaltung musste dann auch bei der konkreten Frage passen, wie viele Mitarbeiter, die einen Parkplatz brauchen, Schule und Kita zusammen denn hätten. Zumindest für die Grundschule klärte Schulleiterin Barbara Hoth nach der offiziellen Sitzung auf: 21 Kolleginnen. Dazu kämen pädagogische Mitarbeiter und weitere Schulbegleiter. Ihr Urteil: Die im Bebauungsplan eingezeichnete Parkfläche reiche nicht aus: „Ich finde das Konzept wenig durchdacht.“

Keine Lösung des Verkehrsproblems

Auch junge Mütter unter den Zuhörern zeigten sich enttäuscht vom Konzept der Verwaltung. Weiterer Kritikpunkt war, dass die sechs Wohnhäuser über einen Stichweg über den Parkplatz erschlossen werden, was zusätzlichen Verkehr bedeute.

Bodo Budde, Ortsbürgermeister im Taubenberg, und Achim Heger, Ortsbürgermeister von Hohenrode-Strücken, die beide die Sitzung verfolgten, gaben ebenfalls zu bedenken, dass der Verwaltungsvorschlag keine Lösung der Verkehrsprobleme sei. Aus beiden Ortsteilen fahren Eltern ihre Kinder zur Kita und zur Schule. Manfred Requadt schlug vor, größer zu planen und erneut Verhandlungen mit dem Eigentümer der ehemaligen Grußkartenfabrik zu führen, denn die Situation habe sich grundlegend geändert. Die Fabrik sei geschlossen, die Produktion verlagert. Immobilie und Grundstück stünden im Internet zum Verkauf – ideal für eine Erweiterung von Schule und Kita.

Der Ortsrat war sich am Ende einig: Die Verwaltung müsse nachbessern. Das Argument, der Bebauungsplan stehe am 13. Februar auf der Tagesordnung der Sitzung des Bauausschusses, hielt man nicht für stichhaltig: „Wir haben 20 Jahre gewartet, jetzt kommt es auf ein paar Wochen mehr oder weniger auch nicht mehr an.“

Von Hans Weimann