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Rinteln Ortsteile Pferdemist überdachen
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Pferdemist überdachen
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00:18 06.01.2018
Das neue Jahr beginnt mit Streit um Mist. Auetaler Pferdehalter sagen, Pferdemist sei nicht mit Gülle oder Rindermist vergleichbar.
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AUETAL

Ein Problem ist, dass die meisten Pferdehalter keine eigenen landwirtschaftlichen Flächen haben, auf denen sie Pferdemist ausbringen könnten, sondern auf eine Kooperation mit landwirtschaftlichen Betrieben angewiesen sind. Das funktioniert meist so: Pferdehalter beziehen Stroh, Heu oder Silage, und im Gegenzug geben sie ihren Stallmist zurück. Durch die neue Düngeverordnung schrecken Landwirte inzwischen vor einer solchen Kooperation zurück. Das bedeutet: Stallbetreiber müssen in neue Lagerflächen investieren, bis der Mist einmal im Jahr abgeholt wird.

Jeden Misthaufen sichern

 Wobei „überdacht“ auch Folio oder Vlies bedeutet. Laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen muss jeder noch so kleine Misthaufen auf Äckern seit Herbst mit Folie oder Vlies gesichert werden. Das gelte für jegliche Tierhalter, also auch für den Hobbystall mit nur ein oder zwei Tieren.

 Sachlich halten Stallbesitzer den Erlass für nicht begründet. Der soll nämlich das Grundwasser schützen. Doch das sei bei Pferdemist Unsinn, sagen viele, denn der bestehe zu 80 Prozent aus Stroh. Da gehe keine Gefahr für das Grundwasser aus. Deshalb sei es abwegig, Pferdemist, der jeden Tag aus den Boxen geholt wird, mit Mist aus Rinderställen zu vergleichen. Rindermist enthalte mehr Kot und Urin und werde nicht so häufig ausgeräumt.

 Doch während Hobby-Pferdehalter eher in der Größenordnung von Schubkarren denken, haben Landwirte und Reitvereine mit ganz anderen Mengen zu kämpfen, die sie nun abdecken müssen. Da kommt bei 30 Pferden jeden Tag eine Anhängerladung zusammen.

Übertrieben?

 Die FDP-Abgeordneten Almuth von Below-Neufeldt, Hermann Grupe, Horst Kortlang und Dr. Stefan Birkner (FDP) hatten bereits Ende 2016 zu diesem Thema bei der damaligen rot-grünen Landesregierung nachgefragt. Sie wollten wissen, ob nach Auffassung der Landesregierung für landwirtschaftliche Betriebe, die ausschließlich strohhaltigen und nährstoffarmen Festmist mit hohen Trockensubstanzgehalten erzeugen (wie eben Pferdemist), eine Lagerstätte mit einer pauschalen Mindestlagerkapazität von vier Monaten für Wirtschaftsdünger nicht übertrieben sei.

Antwort der Landesregierung: Man erkenne an, dass von den nährstoffarmen Festmisten nicht im Umfang eine Gewässergefährdung ausgehe, wie das auf Gülle und flüssige Gärreste und deren Nitrat- und Ammoniakemissionen zutreffe. Dennoch müsse man „aufgrund der von der EU-Kommission erhobenen Klage“ diese Regelungen auch für Festmiste festschreiben. wm

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