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Rinteln Ortsteile Rotmilane stoppen Bauvorhaben
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Rotmilane stoppen Bauvorhaben
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22:46 09.08.2018
Noch ist das Baugebiet „Teichbreite“ an der Königsberger Straße/Dr.-Oetker-Straße Ackerland – und das Zuhause eines Rotmilan-Pärchens, das dort brütet. Quelle: nk
Rehren

Einstimmig wurde seinerzeit dem Konzept des Planungsbüros Reinold zugestimmt und ein Aufstellungsbeschluss gefasst. Demgemäß soll in dem Bereich Königsberger Straße/Dr.-Oetker-Straße auf einer Fläche von fast 26.000 Quadratmetern ein neues Siedlungsgebiet mit 30 Grundstücken für Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen.

Bis die Entwürfe jedoch in die Tat umgesetzt werden, könnten noch einige Wochen ins Land gehen, denn zurzeit machen zwei tierische Bewohner den Planern einen gehörigen Strich durch die Rechnung: Ein Rotmilan-Pärchen hat sich in dem noch naturbelassenen Areal niedergelassen. „Bei dem gesichteten Greifvogel-Pärchen handelt es sich erwiesenermaßen um Rotmilane, die seit Mitte Mai dort brüten“, bestätigt Doreen Schwarzlaff, Ständige Vertreterin des Bürgermeisters der Gemeinde Auetal, gegenüber dieser Zeitung.

Umsiedlung möglich?

Um zu klären, wie sich nun das weitere Vorgehen gestaltet und ob es möglicherweise Maßnahmen zur Umsiedlung der geschützten Tiere gibt, werde man zunächst ein Gutachten bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises in Auftrag geben, teilt Schwarzlaff mit. Eine diesbezügliche Stellungnahme vonseiten der Behörde erhoffe man sich dann „in den nächsten Monaten“. Erst danach werde darüber entschieden, „wie weiter vorgegangen wird“, erklärt Schwarzlaff.

Welche konkreten Auswirkungen der Aufenthalt des geschützten Rotmilan-Pärchens hat, könne man deshalb noch nicht genau sagen. Schließlich handele es sich um „einen laufenden Prozess, der sich momentan erst in der Phase des Beteiligungsverfahrens befindet“, sagt Schwarzlaff. Auch der genaue B-Plan sei noch in Arbeit. Wann der endgültige Satzungsbeschluss im Rat getroffen werden kann, sei folglich noch völlig offen. „Wir hoffen auf Herbst“, so Schwarzlaff weiter.

Zeitplan verschiebt sich

Fest steht jedoch, dass sich der Zeitplan des Projekts nach hinten verschieben wird. So ist in dem öffentlich einsehbaren Verfahrensdokument „Begründung und Umweltbericht im Entwurf“ die Rede von einem „abweichenden Baubeginn, beispielsweise nach der Getreideernte im August“. Allerdings nur, „sofern vor Baubeginn festgestellt wird, dass keine Bruten (mehr) im Wirkbereich des Eingriffs vorhanden sind“, wie es in dem Dokument weiter heißt. Die Planung für Mitte August falle jetzt aber „definitiv raus“, stellt Schwarzlaff klar. „Aufgrund der Milane verzögert sich nun alles ein wenig.“

Für Interessenten der geplanten Baugrundstücke hat die Thematik indes keine schwerwiegenden Konsequenzen. „Ohne Rechtssicherheit, die erst nach dem Satzungsbeschluss eintritt, vergeben wir keine Baugebiete an Kunden“, betont Mike Harste, Leiter der Immobilienabteilung bei der Volksbank in Schaumburg.

Immobilienleiter zeigt Verständnis

Diese vermarktet die Grundstücke und tritt als Investor der „Teichbreite“ auf. Interesse an einem der neuen Baugrundstücke könne aber weiterhin angemeldet werden: „Vormerkungen ja, endgültige Vergaben nein“, erklärt Harste pointiert.

Für eventuelle Bauverzögerungen durch die Niederlassung der Rotmilane hat der Leiter der Immobilienabteilung zudem vollstes Verständnis: „Ökologie ist ein wichtiges Thema. Im Bauwesen muss der Artenschutz daher stets mit bearbeitet und berücksichtigt werden.“ Von Niklas Könner