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00:17 11.02.2016
Ein Mann in Schutzkleidung fällt einen Baum mit der Kettensäge. Quelle: dpa
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Rinteln

Das mache wieder deutlich, schilderte gestern Forstamtsdezernent Michael Behrndt, dass Arbeiten im Wald grundsätzlich gefährlich sind. Nicht ohne Grund müssen sogenannte Selbstwerber, die ihr Brennholz selbst schlagen, inzwischen einen „Kettensägen-Führerschein“ nachweisen, den sie bei einem Lehrgang erwerben können. Leider habe das diesen Unfall nicht verhindern können.

 Soweit bisher bekannt, ist dem jungen Mann beim Hantieren mit einem Seilzug der Arm an der Schulter abgetrennt worden. Auch die Polizei war vor Ort. Wie Wilfried Korte, Leiter des Polizeikommissariats Rinteln gestern auf Anfrage erläuterte, liege nach bisherigen Ermittlungen kein Fremdverschulden vor. Der Vorgang sei allerdings noch nicht abgeschlossen. Ob es möglicherweise einen technischen Defekt an der Seilwinde gegeben hat, ist ebenfalls noch ungeklärt.

 Die Rettung des Schwerverletzten erwies sich auch deshalb als zeitraubend und schwierig, weil der Unfallort mitten im Wald lag, rund drei Kilometer von der Straße und Buswendeschleife entfernt. Auf dem schlammigen Waldweg kam das Feuerwehrfahrzeug nur langsam voran, die letzten 200 Meter mussten die Feuerwehrleute zu Fuß gehen.

 Glücklicherweise war bei den ersten Feuerwehrleuten aus Goldbeck, die am Unfallort eingetroffen waren, auch ein ausgebildeter Rettungssanitäter, der sich fachgerecht um den Schwerverletzten kümmern konnte, bis Notarzt und die diensthabenden Rettungssanitäter eintrafen. Bei der Anfahrt blieb der Rettungswagen auf dem Waldweg stecken und musste später mit einem Traktor aus dem Schlamm gezogen werden.

 Der inzwischen alarmierte Rettungshubschrauber „Christoph 13“ aus Bielefeld kreiste auf der Suche nach einer Lichtung in der Nähe des Unfallortes zunächst über dem Wald, musste aber dann, eingewiesen von der Feuerwehr, auf der Straße landen. Feuerwehrmänner brachten den 19-Jährigen auf einer Trage bis zum Feuerwehrwagen, mit dem der Schwerverletzte dann zum Rettungshubschrauber gefahren wurde. Auch den abgetrennten Arm konnte man bergen. Über den Zustand des Verunglückten, der in die Medizinische Hochschule Hannover geflogen worden war, war gestern nichts zu erfahren.

 Beim Forstamt sieht man die Arbeit der Selbstwerber im Wald schon lange skeptisch und auch aus Gründen der Sicherheit lieber nur Profis im Wald. So deutlich wollte das gestern Behrndt in einem Gespräch zwar nicht ausdrücken, betonte aber, es ginge vor allem um „waldbauliche Ziele“, weshalb nicht mehr so viele Selbstwerber wie früher im Wald sind. Grundsätzlich müssten sich Selbstwerber eine Genehmigung holen, im Wald arbeiten zu dürfen, und bekommen zugewiesen, wo sie welche Bäume fällen können. Bei der Forstverwaltung versuche man, die Risiken bei der Waldarbeit durch jährliche Schulung der eigenen Forstarbeiter einzugrenzen. Vor Beginn jeder Saison gebe es zudem eine Einweisung und einen Sicherheitscheck, „damit keine Routine aufkommt“. Jedem Forstarbeiter sei bewusst, so Behrndt, dass er „jeden Baum ernst nehmen muss“. In den vergangenen Jahren sei es im Bereich des Forstamtes dann auch zu keinen gravierenden Unfällen gekommen.

 Andreas Roessler, beim Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum zuständig für Arbeitssicherheit, betonte, bei den „Profis“ hätten sich die Ursachen für Unfälle ohnehin verschoben. Seit Technik, Material und Ausbildung auf hohem Niveau seien, gebe es gegenüber früher nur noch wenig Unfälle mit Kettensägen oder Seilzügen. Ursache der meisten Unfälle bei der Holzernte seien heute Stürze oder Fehltritte in schwierigem Gelände.

 Im Jahr 2014 gab es bei den Niedersächsischen Landesforsten bei 650 Waldarbeitern 52 Unfälle, davon 20 während der Holzernte.

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