Steinbergen (wm). Das Haus für die derzeit 105 Bewohnerinnen und Bewohner auf acht Wohnebenen mit einer gerontopsychiatrischen Pflege ist jetzt hell, offen, mit Cafeteria, Kiosk und Therapieräumen. Farbpsychologe Hermann Janiesch und sein Team haben mit ihrer Farbgestaltung ein Orientierungssystem für die Bewohner geschaffen.
Aus Vier- und Dreibettzimmern wurden 49 Einzel- und 28 Zweibettzimmer, einschließlich neuer sanitärer Einrichtungen. Entstanden ist auch ein „geschützter Wohnbereich“ für 33 Personen mit einem Garten, der Demenzkranken erlaubt, ihren Bewegungsdrang auszuleben. Ein Fortschritt in der Pflege: Früher, erinnerte Foerstner, seien solche Menschen mit hohen Dosen Psychopharmaka ruhiggestellt oder sogar ans Bett gefesselt worden. Hier habe es erfreulicherweise einen Wandel im öffentlichen Bewusstsein gegeben, bilanzierte Heimleiter Wilfried Wenzel – auch deshalb, weil sich mit dem demografischen Wandel die Erkenntnis durchgesetzt habe: „Es kann jeden treffen.“
Auch im Ort gebe es heute keine Vorbehalte mehr gegen das Heim und seine Bewohner, wie das noch vor 15 Jahren gewesen sei, bestätigte Ortsbürgermeister Heiner Bartling: „Die Einrichtung ist voll akzeptiert.“ Bartling hatte sich als niedersächsischer Innenminister engagiert für die finanzielle Förderung des Pflegeheims eingesetzt. Diesmal war es die ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“, die mit 240 000 Euro einen beachtlichen Anteil der Umbaukosten gesponsert hat.
Es ist ein Haus mit Geschichte: gebaut als Gaststätte und Pension, dann umgewandelt in ein Altenheim, bis es im Jahr 1989 das DRK übernommen hat – völlig „heruntergewirtschaftet“, wie Architekt Wolfgang Hein konstatierte, der die Regie beim aktuellen Umbau geführt hat. Das DRK habe mit dem Umbau den wachsenden Bedarf erkannt, auch, dass man solche Menschen heute „nicht mehr einfach wegsperren kann“. Im Rahmen des Umbaus, so Hein, seien auch die Abwasserprobleme gelöst worden. Beim bislang letzten Starkregen hatte noch Wasser meterhoch in den Kellerräumen gestanden. Im Rahmen der Feierstunde wurde Heimleiter Wenzel nach 16 Jahren mit 64 in den Ruhestand verabschiedet. Foerstner lobte Wenzel, der den Spagat zwischen hoher Pflegequalität und ökonomischen Zwängen geschafft habe. Nicht umsonst habe das Heim bei einer Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung im September die Note 1,5 erhalten.
Nachfolger von Wenzel wird seine bisherige Stellvertreterin Bettina Brückner.
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