Rinteln/Todenmann (dil). Punkt 15 Uhr saßen dort mehr als zwei Dutzend Mitglieder – zwei Drittel davon allerdings ehemalige. Der Kreisvorsitzende Helmut Lux hatte Mitte November dazu eingeladen, bei der Gaststätte allerdings 16 Uhr angemeldet. Außerdem war mal von 19 Uhr die Rede, damit auch jüngere und noch berufstätige Mitglieder kommen könnten, die als einzige einen neuen Vorstand hätten bilden können. Laux erschien dann um 16 Uhr, bekam erst einmal den Frust der Wartenden ab.
Die Vorgeschichte schildert die ehemalige Schriftführerin Christel Brandt: Ihr Mann Erwin habe schon seit fünf Jahren einen Nachfolger als Vorsitzender gesucht, niemand fand sich. So traten Erwin (72) und Christel (71) Brandt, Vize-Vorsitzende Margrit Barkhausen (68) und Kassiererin Renate Luft 68) zum Jahresende als Vorstand zurück. Da sich das schon länger abzeichnete, verließen mehr als die Hälfte der Mitglieder im September den Ortsverband. An ihm hatten sie zuvor den Zusammenhalt, die Geselligkeit, die Ausflüge und Monatstreffen geschätzt.Und die Beratungsstunden in Räumen der GVS am Bahnhofsweg waren als guter Service anerkannt.
Doch dann endete vor zwei Jahren die Beratung, auch ein kostenloses Raumangebot der Stadtverwaltung nahm der Kreisverband nicht an. Frust regt sich in Todenmann auch wegen der als hoch angesehenen Beiträge und Kosten für schriftliche Dienstleistungen. Krankenkassen und andere Sozialverbände könnten das billiger, hieß es gestern
Viele Versammlungsteilnehmer am Tisch waren schon ausgetreten. „Wenn es wieder einen guten Vorstand gibt, treten wir auch wieder ein“, sagte Robert Barski. Eine Fusion mit dem Ortsverband Rinteln? „Von dort sind doch schon vier Ehepaare zu uns gewechselt, weil sie es hier schöner finden“, dämpft Christel Brandt Optimismus in diese Richtung.
Laux erklärte dazu: Das mit den Uhrzeiten sei ein Versehen seines Büros. Ein Ortsverein könne sich nicht selbst auflösen, in Krankenhagen und Todenmann würden die Geschäfte jetzt vom Kreisverband kommissarisch weitergeführt. In beiden Orten solle es neue Versammlungen geben, um Vorstände zu finden. Bis dahin werde auch die Werbetrommel für den Sozialverband gerührt. Jeder Ortsverband müsse eigenständig einen Antrag beim Landesverband auf Wiedereinrichtung von Sprechstunden stellen. Das werde der Kreisverband nun für Todenmann tun. Auf bisherige Anträge habe der Landesverband nicht reagiert.
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