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Rinteln Ortsteile Tote Vögel geben Rätsel auf
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Tote Vögel geben Rätsel auf
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00:17 09.11.2013
Von ursprünglich sieben toten Vögeln war nach drei Tagen nur noch einer übrig. Quelle: tol
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Von Philipp Killmann

Drei tote Vögel vor einem kleinen Hügel, vier dahinter, jeweils aufgehäuft. „Und das sah nicht nach Schussverletzung aus“, sagt Steiner im Telefongespräch mit unserer Zeitung, „sondern eher nach Halsumdrehen.“ So ähnlich hatte sie auch nach ihrem Fund in der Facebook-Gruppe „Wenn du in Rinteln aufgewachsen bist…“ gepostet. Eine emotional aufgeladene Diskussion ließ nicht lange auf sich warten. Was war geschehen?

 Durch Facebook erfuhr auch Nick Büscher, Vorsitzender der Nabu-Gruppe Rinteln, von dem Fall. Unternommen habe er jedoch nichts, das sei Aufgabe der Kreisjägerschaft. Es gehöre aber zur Pflicht des Jägers, erlegte Tiere, „nicht verenden oder verludern zu lassen, wie man im Fachjargon sagt“, sagt Büscher. Der Nabu sei indes nicht per se gegen Gänsejagd. „Wir sehen sie aber kritisch.“ In den Augen Büschers ist die Graugansjagd „zu weit gefasst“. Das heißt, wenn wie derzeit auf Graugans und Stockente geschossen wird, fielen dabei auch andere, geschützte Vögel der Jagd zum Opfer.

 Auf Hinweis unserer Zeitung nahm sich Thomas Friedrichs, Leiter des Hegerings Rinteln von der Kreisjägerschaft Schaumburg, der Sache an. Da sich nach drei Tagen an der von Romy Steiner beschriebenen Stelle allerdings nur noch ein toter Vogel befand, ist es für Friedrichs schwierig, den Fall zu rekonstruieren. Gemeinsam mit Jagdpächter Fromme und einem Mitarbeiter des Veterinäramts des Landkreises Schaumburg habe er den von Steiner beschriebenen Bereich abgesucht und nur einen toten Vogel finden können. „Aufgrund des optischen Zustands war eine Zuordnung zu einer Wild-Gänseart nicht möglich“, teilt Friedrichs mit. „Es besteht die Möglichkeit, dass es sich nicht um einen Wildvogel handelt.“

 Auch die Todesursache habe vor Ort nicht festgestellt werden können. „Die tote Gans wurde dem Veterinäramt überlassen zwecks Ermittlung der Art und der Todesursache“, so Friedrichs weiter und bestätigt: „Das sieht aus wie dort abgelegt.“ Allerdings neige der Hegeringleiter dazu, auszuschließen, dass Tiere von Jägern dort abgelegt worden seien. Der einzige Grund für Jäger, so Friedrichs, erlegte Tiere kurzfristig zu deponieren, sei, wenn sich der Jäger noch auf der Jagd befinde und die Tiere deshalb vorübergehend ablege.

 Die übrigen sechs Vögel könnten in der Zwischenzeit von Raubtieren, wie Füchsen, weggeschafft worden seien, mutmaßt Friedrichs. Und eine, wenn auch rein spekulative Erklärung, wie Friedrichs betont, hat er für die beiden Tierhaufen auch: „Vielleicht hat hier auch einfach jemand seinen Überbestand an Vögeln abgelegt.“

 Für die Zukunft appelliert Friedrichs: „Im Falle solcher Funde bitte sofort die Polizei oder das Veterinäramt informieren und die Tiere nicht anfassen.“ Daran habe Romy Steiner vor lauter Schreck gar nicht gedacht, sagt sie. „Außerdem nahm ich an, dass die Tiere vielleicht noch abgeholt werden.“

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