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Rinteln Ortsteile Wolter-Bau stellt Betrieb ein
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08:49 06.06.2018
Die Firma Wolter-Bau hat den Betrieb eingestellt. Quelle: la
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Rinteln

„Die Firma wird jetzt abgewickelt", sagt Höltershinken. Fast alle Mitarbeiter hätten bereits einen neuen Arbeitsplatz gefunden.

Wie berichtet hatte Wolter-Bau Ende April einen Antrag auf „Insolvenz in Eigenverantwortung“ gestellt. Ursache war unter anderem fehlendes Personal. Höltershinken hatte als Sachwalter fungiert und die Geschäftsleitung beim Versuch unterstützt, die Firma zu sanieren. Wie der Mindener Rechtsanwalt erläuterte, habe es Ende April noch keine Verbindlichkeiten gegeben, eine drohende Zahlungsunfähigkeit habe sich aber abgezeichnet. Die Situation hat sich weiter zugespitzt. Daher ist für die GmbH & Co. KG ein Antrag auf Regelinsolvenz gestellt worden, dem das Insolvenzgericht Bückeburg stattgegeben hat.

Höltershinken erklärt das Aus des alt eingesessenen Bauunternehmens mit Personalnot und mit der Verunsicherung aufseiten der Kunden. Bereits im April und Mai hätten sich zahlreiche der noch verbliebenen 34 Mitarbeiter eine neue Stelle gesucht – für qualifizierte Baufachleute derzeit kaum ein Problem und aus Sicht der Betroffenen sicherlich nachvollziehbar. Wolter habe daher keine Aufträge mehr annehmen und ausführen können. Unter anderem aus diesem Grund sei auch das Vertrauen der Kunden in einen Fortbestand der Firma gering gewesen.

Einigung mit den meisten Kunden

„Für die Firma Wolter ist das Aus sehr schade“, bilanziert der Insolvenzverwalter. Inhaber, Berater und Mitarbeiter hätten sich engagiert für den Fortbestand eingesetzt. Gleichzeitig sei es aber gelungen, sich mit den meisten betroffenen Kunden zu einigen. Einige Projekte seien abgeschlossen worden, bei anderen habe es „einen klaren Schnitt“ gegeben. Andere Firmen sprangen ein.

Insofern halte sich der Schaden für die Kunden – anders als bei anderen Insolvenzen im Bausektor – in Grenzen. Hauptgläubiger sei die Bundesagentur für Arbeit, die den Mitarbeitern in den vergangenen Wochen Insolvenzgeld gezahlt habe. Die Mitarbeiter selbst hätten bis auf zwei oder drei neue Stellen gefunden.

„Mangels Masse“ hat das Gericht die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für die Wolter-Bau Verwaltungsgesellschaft abgelehnt, die das „Dach“ der Wolter-Firmen bildet. Nicht betroffen ist laut Höltershinken eine weitere Firma, der Immobilienbesitz und Maschinenpark zugeordnet sind.

Enormer Fachkräftemangel

Bisher waren Insolvenzen wegen Personalmangels eher die Ausnahmen. Höltershinken schätzt jedoch, dass solche Fälle immer öfter vorkommen werden. Der Fachkräftemangel in einigen Branchen sei enorm. Und wenn keine Aufträge mehr angenommen werden könnten, dann kämen auch keine Einnahmen mehr herein.

Wolter-Bau an der Braasstraße war seit 1949 im Industrie-, Gewerbe- und Wohnungsbau sowie im Beton- und Stahlbetonbau tätig. Seine Leistungsfähigkeit hatte die Firma mit vielen Projekten in Schaumburg bewiesen. Unter anderem waren Geschäftshäuser, Seniorenwohnanlagen und Kindergärten in Rinteln, Bückeburg und Obernkirchen errichtet worden. kk

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