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Rinteln Ortsteile Zeitreise ins vergangene Jahrhundert
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00:17 09.06.2017
Hobbyschmied Wolfgang Ehrich zeigt, wie man mit Schmiedefeuer umgeht. Quelle: mona
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„Natürlich handelt es sich bei unseren Eisenhämmern nicht um herkömmliche Mahlmühlen. Hier werden Maschinen mit Wasserkraft angetrieben, wozu ein Mühlenrad genutzt wird. Dieses Mühlenrad ist der gemeinsame Nenner und der Grund, dass die Eisenhämmer am Deutschen Mühlentag teilnehmen“, erklärt der Heimatvereinsvorsitzende Horst Vöge.

Zusammen mit seinem Verein sorgt er nun schon seit zehn Jahren dafür, dass die Industriemuseen „Unterer Eisenhammer“ und „Oberer Eisenhammer“ als Denkmäler einen Einblick in das Arbeiten vor rund 100 Jahren gewähren – ein Stück Geschichte zum Anfassen. Dazu gehören natürlich auch imposante Feuerstellen, große Blasebälge und andere gewaltige Maschinen.

Ausschmieden auch für Anfänger

„Heute können wir aber leider nicht alle Stationen der Schmiede vorführen. Dazu fehlen uns einfach genug Leute, die ganz genau auf die Besucher aufpassen können. Außerdem ist es auch so schon sehr laut im Gebäude, und Erklärungen wären gar nicht mehr möglich“, sagt Vöge.

Doch auch schon die kleineren Arbeiten sind beeindruckend anzuschauen: So spürt man schon von Weitem die Hitze, wenn Hobbyschmied Wolfgang Ehrich am Feuer an einem stumpfen Meißel arbeitet. „Heute haben gleich mehrere Leute ihre alten Meißel mitgebracht, die wir dann hier gegen eine kleine Spende wieder schärfen. Das Ganze nennt man Ausschmieden – und es ist auch eine nette Übung für Schmiedeanfänger“, erzählt Ehrich, während er sein aktuelles Arbeitsstück erneut ins Feuer hält.

Ruhe am Eisenhammer bald vorbei

Vor dem Gebäude versammelten sich zahlreiche Besucher, um Kaffee und Grillwürstchen zu genießen, einige historische Traktoren zu bestaunen und den Volksliedern des Gesangverein Exten und des Frauenchores zu lauschen.

„Bis heute Mittag hatten wir bestimmt schon an die 150 Besucher bei uns. Das ist nicht schlecht, aber etwas weniger als im letzten Jahr. Vielleicht ist das Wetter heute aber auch einfach ein bisschen zu gut“, schmunzelt Vöge vor dem gut besuchten Kuchenbüfett.

Während es am unteren Hammer also eher laut zuging, herrschte am oberen Eisenhammer idyllische Ruhe: Kein Wunder, denn noch ist er nicht betriebsfähig.

„Das wird sich aber im Laufe der nächsten Monate ändern“, sagt Dirk Eggers. Er informierte alle Besucher des oberen Eisenhammers über die Geschichte des alten Gebäudes und die weiteren Restaurierungspläne.

Werkzeuge aus ganz Deutschland

„Das neue Mühlenrad wird voraussichtlich noch in diesem Jahr eingebaut, das Fundament ist gerade fertig geworden“, erklärt Eggers. Doch auch schon bis hierhin war es ein weiter Weg. So war die alte Schmiede bis in die siebziger Jahre genutzt worden, dann jedoch über einige Jahrzehnte in Vergessenheit geraten. Als die Restaurierungsarbeiten begannen, mussten die Wände zunächst wieder instand gesetzt, lose Steine wieder befestigt und das Wasser aus dem Gebäude gehalten werden. Nach und nach wurden dann wieder Schmiedewerkzeuge und -maschinen aus ganz Deutschland nach Exten gebracht, um die Schmiede so gut es geht zu rekonstruieren.

Nun ist er schon wieder recht vorzeigbar, der obere Eisenhammer. Und er braucht sich auch nicht mehr vor seinem „Bruder“ zu verstecken. Vielleicht dreht sich zum nächsten Mühlentag dann auch schon wieder ein richtiges Mühlenrad an dem schönen Fachwerkhaus und lockt noch mehr Besucher auch den kleinen Pfad hinauf. mona

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