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Rinteln Ortsteile Zu wenige Abc-Schützen
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00:17 20.06.2016
Nach den Sommerferien ruht der Schulbetrieb in Steinbergen. Quelle: la
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Steinbergen

Schulleiterin Claudia Buschke hat die Geburtenzahlen unter die Lupe genommen und Prognosen für die nächsten Jahre erstellt. „Wir schrumpfen immer mehr“, stellte Buschke fest. Nach den Sommerferien würden daher die Steinberger Kinder mit denen aus den Ortsteilen Ahe, Engern, Kohlenstädt, Schaumburg, Westendorf und Deckbergen in Deckbergen eingeschult.

So könnten zwei Klassen mit jeweils etwa 18 Schülern gebildet werden. Im Schuljahr darauf werden voraussichtlich nur noch 32 Kinder in Deckbergen eingeschult. „Mit diesen Zahlen können wir in Deckbergen auch künftig zweizügig fahren, haben kleine Klassen und Luft nach oben, falls Rückläufer oder Zugezogene aufgenommen werden müssen“, so Buschke.

Optimale Lehrerversorgung

Und: "Die Lehrerversorgung ist optimal, wovon alle Kinder pädagogisch profitieren. Auch die Ganztagsbetreuung kann ausgeweitet werden“, ergänzte Alexandra Backhaus, Elternvertreterin im Schulvorstand. Es sei ihr ohnehin unverständlich, dass täglich Kinder nach dem Unterricht zur Betreuung mit dem Taxi von Steinbergen nach Deckbergen gefahren würden.

Rechtlich könne man in Steinbergen zwar jahrgangsübergreifende Kombiklassen einrichten, aber das sei nicht ratsam, erläuterte die Rektorin. Lehrkräfte müssten pendeln, da nicht alle Fächer nur von einer Lehrperson unterrichtet werden dürfen, Klassenverbände würden immer wieder auseinandergerissen und somit auch die Klassenlehrer wechseln. „Den Kindern würde es an Beständigkeit fehlen“, so Backhaus.

Konzept für das Schuljahr

Buschke hatte mit Blick in die Zukunft ein Gesamtkonzept für das kommende Schuljahr erarbeitet. Dies sieht auch vor, dass die ersten und zweiten Klassen (nach den Sommerferien zweite und dritte Klassen) weiter in Deckbergen unterrichtet werden. Die 17 Schüler der jetzigen dritten Klasse wechseln zur Grundschule Deckbergen. Das sei auch für die Kinder besser, denn 17 Schüler in der Pause, das sei doch trostlos.

Außerdem wäre es extrem schwierig, wenn nur eine Lehrkraft an dem Standort sei. „Ich möchte mir nicht vorstellen, was geschieht, wenn der Lehrerin mal schwindelig wird oder wenn ein Kind wegläuft“, sagte Backhaus. Mit dem Wechsel der Drittklässler nach Deckbergen und dem Abgang der Viertklässler an weiterführende Schulen bleibt die Steinberger Schule im nächsten Schuljahr geschlossen.

Schon im vergangenen Jahr hatte es bei den Steinberger Eltern zu Unmut geführt, dass die Erst- und Zweitklässler in Deckbergen beschult werden sollten. Dass die Kinder jetzt dort bleiben, in Steinbergen wieder keine Einschulung stattfindet und nun auch noch die dritte Klasse nach Deckbergen wechseln soll, gefällt einigen Steinberger Eltern nicht.

Schule muss erhalten werden

„Wir wohnen in Steinbergen, die Schule ist da, und die Kinder müssen mit dem Bus bis nach Deckbergen fahren. Auf Halligen geht es doch auch mit kleinen, jahrgangsübergreifenden Klassen“, sagte Petra Wiennecke. Man müsse die Schule in Steinbergen erhalten. Es würden bereits Eltern wegziehen, weil ihre Kinder mit dem Bus zur Schule fahren müssen.

Eine Rückführung der ersten und zweiten Klassen nach Steinbergen wollen fast keine Eltern. Die Kinder würden sich in Deckbergen wohlfühlen. Für viele sei gerade die Busfahrt spannend und fördere die Selbstständigkeit. Zudem möchten die Kinder in ihrem Klassenverband bleiben. Jahrgangsübergreifender Unterricht sei nur eine Notlösung.

Namentlich genannt werden möchten diese Eltern nicht, denn in Steinbergen würde regelrecht Druck ausgeübt. „Es geht nicht mehr um die Kinder, sondern nur um die Schule. Das ist traurig“, sagte eine betroffene Mutter.

„Die Schulgremien haben sich für die Beschulung in Deckbergen entschieden, wie es von der Schulleitung geraten wurde. Das ist aus pädagogischen Gründen nachvollziehbar“, sagte Rintelns Bürgermeister Thomas Priemer. Er war Gast bei der Schulvorstandssitzung.

Zahlen prüfen

Die Stadt müsse als Schulträger sehen, wie es mit dem Standort Steinbergen weitergeht. „Wir müssen die Zahlen und die Attraktivität prüfen“.“ Die Zahlen veränderten sich ständig; in Möllenbeck etwa seien wieder viel mehr Kinder eingeschult worden. la

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