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Rinteln Ortsteile Zukunftsprojekt: „Auenlandschaft 2“
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Zukunftsprojekt: „Auenlandschaft 2“
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08:39 08.06.2018
Das Kiesabbaugebiet wird über die Weser mit Bagger und Schubverband erschlossen. Dieser Weserzugang soll auch bei der Umwandlung in eine Auenlandschaft bestehen bleiben. Quelle: tol
Engern

Dort hat das Unternehmen AHE Schaumburger Weserkies damit begonnen, Kies abzubauen. Für den Naturschutzbund ist dies eine Investition in die Zukunft, denn es wird 20 bis 25 Jahre dauern, bis der letzte Bagger abgezogen ist. Die neue Auenlandschaft soll 70 Hektar groß werden (zum Vergleich: Hohenrode hat 110 Hektar). Der Naturschutzbund (Nabu) und das Unternehmen haben jetzt einen entsprechenden notariellen Vertrag unterschrieben, in dem festgelegt ist, dass der Nabu Eigentümer der Flächen wird, wenn der Kiesabbau abgeschlossen ist.

Das Unternehmen hat sich damit zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt festgelegt. Bei anderer Nachnutzung wären in 20 Jahren sicher andere Preise zu erzielen gewesen.

Gute Zusammenarbeit

Rintelns Nabu-Vorsitzender Nick Büscher drückte das so aus: Das Unternehmen habe sich beim Kaufpreis „erneut sehr großzügig“ gezeigt, um dieses Projekt zu unterstützen. Auch Weserkies-Geschäftsführer Sascha Wagener bestätigte, es sei die gute Zusammenarbeit mit dem Nabu in Hohenrode sowie die persönliche Bekanntschaft von Büscher und dem Biologen Thomas Brandt mit der Familie Eggersmann, die das Unternehmen zu diesem Schritt bewogen habe. Wagener erklärte am Donnerstag auf Anfrage, noch habe das Unternehmen nicht alle Flurstücke gekauft, die für eine Auskiesung vorgesehen sind.

Einmaliger Biotop-Verbund

Nach der Auskiesung sollen – wie beim Modellprojekt Hohenrode erfolgreich umgesetzt – die Ufer gestaltet, Inseln und Flachwasserzonen angelegt werden. Dieses Gebiet müsste dann, wie in Hohenrode, in einem neuen Verfahren als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Für Büscher eine einzigartige Chance. Denn so entstehe ein „Biotop-Verbund an der Oberweser, eine über mehrere Flusskilometer reichende Auenlandschaft, die in Niedersachsen einmalig ist“. Ein weiterer neuer Lebensraum für seltene, geschützte Pflanzen- und Tierarten wie Flussseeschwalbe, Fisch- und Seeadler. Der erste Hektar, verriet Büscher, sei schon gekauft dank einer großzügigen Spende der Kurt-Lange-Stiftung in Bielefeld in Höhe von 30.000 Euro.

Damit das Projekt auch Realität wird, will der Nabu – wie bereits für die Auenlandschaft Hohenrode – gemeinsam mit der bundesweit tätigen Nabu-Stiftung „Nationales Naturerbe“ bundesweit Spenden für den Grunderwerb sammeln. wm