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Rinteln Stadt „300 Punkte nur...“
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt „300 Punkte nur...“
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00:16 26.06.2018
Vor der Zeugnisübergabe werden zahlreiche Abiturienten für besondere schulische und soziale Leistungen geehrt. Quelle: kk
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Rinteln

Doch viele der 92 Abiturienten des Ernestinums haben diese Mindestmarke locker geschafft: Stolz berichtete Schulleiter André Sawade von einem Notenschnitt von 2,4. Und allein 18-mal stehe eine Eins vor dem Komma auf der „Hochschulzugangsberechtigung“. Den Vogel hat dabei Vanessa Wienzeck abgeschossen. Sie wurde Freitagnachmittag im Rahmen der Abschlussfeier als Jahrgangsbeste geehrt. Ihr Notendurchschnitt: 1,2.

Berufliche Chancen auch in der Weserstadt

Wenn all die guten Wünschen in Erfüllung gehen, die die Ernestiner mit auf den weiteren Lebensweg bekamen, steht ihrer glücklichen und erfolgeichen Zukunft eigentlich nichts im Wege. Rintelns Bürgermeister Thomas Priemer griff ihr Jahrgangsmotto „Die Würfel sind gefallen“ auf. „Um jeden Punkt wurde gepokert, am Ende der Jackpot geknackt“, zog Priemer Vergleiche zwischen Glücksspiel und Schule. Statt eines Millionengewinns gebe es nun aber das Reifezeugnis – das sei allerdings viel mehr wert. Denn es öffne zahlreiche Türen. Die Abiturienten müssten nur entscheiden, durch welche sie gehen wollten. Er zeigte sich davon überzeugt, dass diese mit Wissen und Erfahrung aus zwölf Jahren Schule alle Herausforderungen der Zukunft meistern werden. Die jungen Leute würden von der Globalisierung profitieren, könnten die Internationalität der Ausbildung zu ihrem Vorteil nutzen. Es würde ihn aber auch sehr freuen, wenn einige in Rinteln blieben oder hierher zurückfänden. Denn auch die Weserstadt biete viele berufliche Chancen.

Der Auetaler Bürgermeister Heinz Kraschewski (immerhin kommen 21 Abiturienten aus seiner Gemeinde) wünschte zunächst einmal viel Spaß beim bevorstehenden Feiermarathon. Als Nächstes steht am heutigen Sonnabend in Hameln der Abi-Ball auf dem Programm. Kraschewski ist sich sicher, dass die Absolventen im Ernestinum genügend Rüstzeug erhalten haben, um auch aus Fehlern zu lernen, um Fehler zu vermeiden und um aus der Zukunft das Beste zu machen.

Engagierter Jahrgang

„Das interessiert mich nicht, das brauche ich doch nie wieder.“ Diesen Satz bekommen Sawade und seine Kollegen immer wieder zu hören. Der Schulleiter warb um etwas Verständnis dafür, dass sich Schüler auch mit Dingen herumplagen müssen, die sie kalt lassen. Er verglich die Schulzeit mit einer Reise: Eltern und Lehrer bemühten sich, den ultimativen Reiseführer dafür zu schreiben. Ein solcher zeichne sich schließlich dadurch aus, dass er zunächst erst mal alle Sehenswürdigkeiten aufführe und neugierig mache. Sawade dankte einem „engagierten Jahrgang“ dafür, dass dieser sich nicht nur ums Verstehen bemüht habe, sondern vieles selbst aktiv ausprobiert habe: Musik, Kunst, Theater – alles, was Schule auch ausmache.

Für die Schülervertreter Hannah Frick, Marius Spohr und Meike Vonjahr gehört noch etwas ganz Wichtiges dazu: In der Schule seien auch Freundschaften fürs Leben geknüpft worden. Vonjahr: „Für uns bedeuten zwölf Jahre Schule viel mehr als ein paar Punkte auf dem Papier.“ kk

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