Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Rinteln Stadt Auf den Spuren der Weser
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Auf den Spuren der Weser
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 25.03.2018
Symbolbild Quelle: Archiv
Rinteln

Bereits seit 2016 ist ein Team des LBEG in Niedersachsen unterwegs, um Flussablagerungen im Gebiet der mittleren Weser zu untersuchen. In diversen Gebieten sind übers Jahr verteilt mehrere sogenannte Bohrkampagnen geplant, die jeweils ein bis drei Wochen dauern.

Mitte Mai wird das LBEG-Team voraussichtlich nach Rinteln kommen. „Das genaue Datum hängt natürlich von der Witterung ab“, sagt LBEG-Sprecher Björn Vollmar. Bei strömendem Regen beispielsweise werde die mobile Bohranlage in Form eines großen Bohrfahrzeugs nicht zum Einsatz kommen. Auch würden Belange des Naturschutzes wie etwa Brutzeiten und Überschwemmungen beim Zeitplan berücksichtigt. Schrittweise werden die Arbeiten entlang der Weser stattfinden, von den Gemeinden Bücken, Balge und Haßbergen im Norden bis nach Stolzenau und Landesbergen im Süden.

Durch die Bohrungen sollen Fragen geklärt werden wie: Wie sind die geologischen Schichten im Gebiet der mittleren Weser aufgebaut? Wie sieht ihre Verbreitung aus? Wie ist das Flusssystem entstanden? Welche Sand- und Kiesschichten liegen wo vor?

Entstehung des Wesertals

Dies ist laut LBEG zum einen interessant, weil die Daten Informationen über die Entstehungsgeschichte des Wesertals sowie Aufbau und Zusammensetzung der geologischen Schichten liefern. Auch seien sie von Bedeutung „für die Landesplanung, den Nachweis von Rohstoffen sowie für den Landschafts- und Naturschutz“. Die Arbeiten stünden jedoch nicht in Verbindung mit Fracking oder CO2-Speicherung.

Zum anderen sei dies für jene Menschen interessant, die sich überlegen, ein Haus zu bauen, so Vollmar. Denn die Bohrungen gäben auch Aufschluss über die Qualität des Baugrunds. Dies ist einer der Gründe, warum sämtliche Daten der Bohrungen nach Abschluss des Projekts online auf der Internetseite des LBEG zur Verfügung gestellt wird.

100 Meter Tiefe

Gebohrt werden soll laut Landesamt maximal 100 Meter tief, „um die aus Lockersedimenten aufgebaute Schichtenfolge des Quartärs (Eiszeitalter und gegenwärtige nacheiszeitliche Warmzeit) bis zur Quartärbasis zu erkunden“, teilt das LBEG mit.

Eingesetzt werde ein sogenanntes Trockenbohrverfahren, bei dem die Sedimente ausschließlich auf mechanischem Weg an die Oberfläche gefördert würden. Flüssigkeiten oder chemischen Zusätze würden während dieses Prozesses nicht verwendet. Daten online: Nach Abschluss der Arbeiten will das LBEG die Daten in ihrer Bohrdatenbank Niedersachsen unter http://nibis.lbeg.de/cardomap3.

mld