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Rinteln/Hameln

Autohaus übernommen – Filiale Rinteln nicht


Für die rund 40 Mitarbeiter des insolventen Autohauses Südmersen GmbH & Co. KG mit seinen Standorten in Hameln und Rinteln gibt es eine Zukunft in Hameln.

Vorerst kein Betrieb mehr: Der Standort Rinteln des Autohauses Südmersen gehört nun der Firma Siebrecht aus Uslar.

© Tobias Landmann

Rinteln/Hameln. Dorthin können auch die sechs Kräfte aus Rinteln wechseln, denn ihr Standort schließt vorerst. Neuer Betreiber in der Rattenfängerstadt ist rückwirkend ab 1. Dezember die eigens dafür gegründete Autohaus Biester Hameln GmbH. Die Brüder Biester betreiben bisher ein Autohaus in Pattensen (Ford und VW). Einer der Brüder leitet künftig das Geschäft in Hameln. Die Rintelner Immobilie dagegen gehört nun dem Autohaus Siebrecht aus Uslar.

 „Hinter uns liegt eine Woche voller Turbulenzen und der Verunsicherung für die Mitarbeiter“, sagt Hans-Otto Südmersen (61). Und Insolvenzverwalter Robert Pinter ergänzt: „Am Montag vergangener Woche hatte die Gläubigerversammlung dem Angebot der Firma Siebrecht den Zuschlag erteilt. Doch als diese am Dienstag darüber informiert werden sollte, hatte sie gerade aus persönlichen Gründen ihr Angebot zurückgezogen.“ Zu diesem Zeitpunkt war der Kauf der Immobilie in Rinteln aber schon notariell vollzogen.

 Nun kam für das gesamte Autohaus der zweite Bieter, die Firma Biester aus Pattensen, zum Zuge, die aber stets erklärt hatte, den Standort Rinteln nicht zu wollen. Sie erhielt den Zuschlag für Hameln, Rinteln bleibt in den Händen von Siebrecht. „Und dort wird noch überlegt, ob der Standort Rinteln weiterbetrieben werden soll“, sagte Südmersen gestern. Siebrecht hat Autohäuser unter anderem in Uslar, Holzminden und Einbeck. Das Inventar in Rinteln gehört indes nicht zum Immobilienpaket. „Das werde ich gesondert verwerten“, kündigte Pinter an. Er denkt an eine baldige Zwangsversteigerung.

 Alle Südmersen-Mitarbeiter dürfen bleiben, die Rintelner bekamen Übernahmeangebote für Hameln. Ein Mitarbeiter fand inzwischen eine andere Stelle. Die Kunden werden in Kürze informiert. „Dann können auch Termine für die Abholung eingelagerter Reifen vereinbart werden.“

 Die Firma Biester wolle die Marken Ford und Opel in Hameln weiterführen, erklärte Clive Biester. „Die Verhandlungen laufen noch, das ist aber Formsache.“ Südmersen ist erleichtert, dass es für die Mitarbeiter, denen er zum Teil seit vielen Jahren verbunden ist, eine Zukunftslösung gibt und dass er den Betrieb geordnet übergeben kann. „In Rinteln ist seit heute geschlossen“, sagte Pinter. „Aber der Betrieb wird ordnungsgemäß abgewickelt.“

 In Hameln wird Clive Biester das Autohaus leiten, sein Bruder David kümmert sich weiter um den Traditionsbetrieb in Pattensen mit rund 20 Beschäftigten. „Wir haben uns jetzt quasi verdoppelt“, erklärt Clive Biester. Das Pattenser Autohaus Biester besteht seit 1969, wurde 1984 Ford-Händler, ist seit 2008 zudem VW-Servicebetrieb.

 Südmersen sieht für die lokalen Autohändler schwierige Zeiten kommen, auch wenn die Hersteller dank des Exports vor allem nach China noch tolle Absatzzahlen melden. Pinter ergänzt, Servicepartner mit angehängtem Verkauf kämen leichter zurecht als Händler mit Werkstatt, denn bei Letzteren seien die Auflagen der Hersteller viel höher. Die Servicepartner hätten dagegen oft nur Neufahrzeuge von größeren Händlern im Schauraum, verkaufen dann auf Kommission.

 Rinteln entwickelt sich zu einer Stadt fast ohne Neuwagenhändler. Die Leerstände nehmen zu – oder es kommt zur Nachnutzung durch ein Schnellrestaurant.

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