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Rinteln Stadt Bedarf „objektiv“ ermitteln
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Bedarf „objektiv“ ermitteln
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09:15 26.10.2018
Quelle: mld
Rinteln

Es sei zu vermuten, dass es diesen Wohnraum in Rinteln nicht gebe, so die Fraktionsvorsitzende Astrid Teigeler-Tegt-meier als Begründung. Dies nehme sie nach zahlreichen Gesprächen mit älteren und behinderten Menschen an. „Diese schildern immer wieder, dass sie keinen geeigneten Wohnraum finden, der ihren Einschränkungen und den finanziellen Möglichkeiten entspricht“, so Teigeler-Tegtmeier. Auch wenn, wie berichtet, die städtische GVS hier Ansprechpartnerin ist und erst handelt, wenn ihr gegenüber genügend Bedarf geäußert wurde, würden „diese Personen selten beziehungsweise gar nicht“ auf die Stadt oder die GVS zugehen, „um diesen Missstand zu thematisieren“, so Teigeler-Tegt-meier.

Nach diesem soll durch eine Befragung der Bedarf von „bezahlbarem, barrierefreiem Wohnraum“ in der Bevölkerung ermittelt werden.

Im Gegenteil: „Ich weiß, dass viele ältere Menschen in Wohnblöcke ziehen“, weil diese relativ günstig seien und die Wohnungen darin über Aufzug zu erreichen seien, erläuterte die Fraktionsvorsitzende in der jüngsten Ratssitzung. Die Stadt müsse nun endlich „Position“ zu dem Thema beziehen. Mit ihrem Antrag wolle die SPD den Bedarf vor allem im Alter zwischen 65 und 75 Jahren abfragen.

Bürgermeister Thomas Priemer konnte verkünden, dass er an die städtische Demografiebeauftragte Linda Mundhenke bereits den Auftrag weitergegeben habe, „objektiv“ den Bedarf für sozialen Wohnraum zu ermitteln. Er nannte die Diskussion allerdings „subjektiv beeinflusst“: Die Mietpreise in Rinteln lägen noch weit unter dem Durchschnitt, der in Ballungsgebieten gezahlt werde. Das Thema müsse nun „vernünftig messbar“ angegangen werden. Es sei aber auch nicht zu verheimlichen, dass die Stadt Rinteln bislang „keine nennenswerten Erfahrungen im sozialen Wohnungsbau“ habe, so Priemer im Rat.

Mangel an Grundstücken

Bald werde die Stadt jedoch Flächen in der Nordstadt über die Bima (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) erwerben, denn auch Priemer benannte einen klaren Mangel an geeigneten Baugrundstücken in der Innenstadt. „Für sozialen Wohnungsbau braucht man Fläche“, so Priemer auf Nachfrage dieser Zeitung. Und genau diese Fläche könne die Stadt aus dem Bestand der Bima erwerben: ein 40000 Quadratmeter großes Grundstück westlich der Kurt-Schumacher-Straße, zwei ehemalige Sportplätze der Prince Rupert School.

Dass diese Flächen für den Wohnungsbau genutzt werden sollen, steht für Priemer fest: Dort könnten Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen, in Richtung Hochhäuser im Schubertweg und Mozartweg sogar mehrgeschossig. „Hier kann man dann auch über sozialen Wohnungsbau nachdenken“, so Priemer.

1,5 Millionen Euro sind insgesamt für den Erwerb des Grundstücks sowie sämtliche zusätzlich anfallenden Kosten im Haushalt des kommenden Jahres veranschlagt. Noch fehle jedoch ein Bodengutachten der Bima. „Darauf warten wir jeden Tag“, so Priemer. Das Gutachten liege der Bima allerdings schon vor. mld