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Rinteln Stadt Beutezug durch die Innenstadt
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Beutezug durch die Innenstadt
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00:27 08.05.2015
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Rinteln (maf)

Bei seinem Beutezug durch die Innenstadt entwendete der kokain- und heroinabhängige Mann aus sechs unterschiedlichen Geschäften diverse Waren im Gesamtwert von rund 350 Euro. Das Diebesgut wollte der zurzeit wegen eines Drogendelikts in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Münster einsitzende Angeklagte in Betäubungsmittel eintauschen.

 Der 23-Jährige, der in wenigen Tagen aus der Haft entlassen wird, erhielt vom Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Christian Rost außerdem verschiedene Bewährungsauflagen: So muss er unter anderem 100 Stunden gemeinnützig arbeiten und vor allem eine stationäre Drogentherapie machen. Ein weiterer Vorwurf, die räuberische Erpressung gegenüber seiner Ex-Freundin, wurde dagegen eingestellt. Dabei soll er der 21-Jährigen Schläge angedroht haben, wenn sie nicht auf ihren Namen einen Handy-Vertrag abschließen und ihm dann das Handy aushändigen würde.

 Am 17. Januar 2014 war der Angeklagte mit einem Kumpel in der Rintelner Fußgängerzone unterwegs. Dabei klaute der Ostwestfale in kurzer Zeit etliche Waren, die er in Drogen umsetzen wollte. So nahm er aus einem Laden fünf Kissen (15 Euro) mit, aus einem anderen zwei Paar Hausschuhe. Kurz darauf steckte er in einem Geschäft fünf Postkarten (20 Euro) ein. In einem Modehaus stahl er eine Damenjacke und ein Kleid für rund 180 Euro. Wenige Minuten später erbeutete der 23-Jährige drei Kinderbücher, ehe er in einem weiteren Modehaus einen Schlafanzug entwendete.

 Nur einen Tag später kam es zu einem Streit mit seiner damaligen Freundin. Laut Anklage soll er die junge Frau, mit der er erst seit wenigen Wochen zusammen war, gezwungen haben, einen Handy-Vertrag abzuschließen. Weil er selbst aufgrund seiner finanziellen Probleme keinen derartigen Vertrag bekommen würde, sollte dies seine Freundin machen.

 Nach einem Streit ging die 21-Jährige mit ihm in einen Telefonladen, schloss den Kontrakt ab und gab ihm das Handy. Während der Angeklagte äußerte, dies geschah ohne Gewaltandrohung, beteuerte die Frau vor Gericht: „Freiwillig hätte ich das auf keinen Fall gemacht. Ich hatte tierische Angst und war eingeschüchtert.“ Durch den Vertrag entstand ein Schaden von 600 Euro. Mehrere Zeugen hatten an die angebliche räuberische Erpressung keine genauen Erinnerungen mehr oder machten unpräzise Angaben.

 Dieser Vorwurf wurde letztlich eingestellt im Hinblick auf zwei weitere Anklagen, die demnächst vor dem Amtsgericht Lemgo verhandelt werden. Dabei werden dem 23-Jährigen hauptsächlich wieder Diebstähle angelastet.

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