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Rinteln Stadt Landkreis-Vergleich: Rinteln beim Blutspenden ganz vorne
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Landkreis-Vergleich: Rinteln beim Blutspenden ganz vorne
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00:19 21.01.2019
Während in anderen Gemeinden die Bereitschaft abnimmt, steigt in Rinteln die Zahl der Blutspender. Quelle: Symbolfoto, dpa
Rinteln

Es gibt einen Pikser, und dann muss man noch ungefähr zehn Minuten ausharren, ehe das Ergebnis des Nadelstiches weiterverarbeitet werden kann.

Am Ende bewahrt man damit bis zu drei Menschen vor dem Tod – und das ist täglich rund 15.000-mal in Deutschland notwendig. Die Rede ist natürlich von der Blutspende.

Aber nicht jeder darf sein Blut zur Verfügung stellen: Wegen diverser gesetzlicher Vorgaben ist es nur ungefähr einem Drittel aller Deutschen erlaubt zu spenden. Wer nun glaubt, die Versorgung mit Bluttransfusionen stelle bei knapp 28 Millionen theoretisch möglichen Spendern keine Herausforderung dar, der irrt.

Davon spendierten im vergangenen Jahr nämlich nur drei Prozent einen Teil ihres Blutes, so DRK-Pressesprecherin Kerstin Schweiger, und das nur in unregelmäßigen Abständen. Damit nicht genug: „Pro Jahr verliert Deutschland aufgrund des demografischen Wandels rund 100.000 Spender“, verrät Schweiger. Seit einigen Jahren seien diese Werte relativ konstant, so Schweiger, und deshalb sei es wichtig, neue Freiwillige dazuzugewinnen.

Sobald es wärmer wird, steigen die Sorgen

„In Niedersachsen ist die Situation im Moment relativ entspannt“, wie Markus Baulke vom DRK sagt. Dennoch sieht er die Lage im Landkreis Schaumburg als nicht ganz unbedenklich an: „Sobald es wärmer wird, werden wir wieder Sorgen und Nöte bekommen“, denn viele Bürger ließen sich nur bei schlechtem Wetter zu einer Blutspende animieren. Im Sommer 2018 habe sich die Versorgung von Niedersachsen stets „an der Unterkante“ bewegt.

Unterdessen habe sich die Anzahl der Spender – zumindest in Rinteln – im vergangenen Jahr gegenüber 2017 insgesamt gesteigert, erzählt der Gebietsreferent des Blutspendedienstes Springe, Oliver Ziebolz. 127 Menschen sind 2017 pro Blutspendetermin erschienen, im vergangenen Jahr waren es sogar 160 Spender pro Termin. Das sind durchaus erfreuliche Zahlen, denn Rinteln liegt damit weit über dem Durchschnitt des Landkreises. Wie der Niedersachsen-Beauftragte Baulke zu berichten wusste, waren im Jahr 2018 im Landkreis Schaumburg pro Blutspende-Termin im Schnitt lediglich 70,9 Menschen erschienen.

Im vergangenen Jahr sind nach jedem Blutspende-Termin in Rinteln und seinen Ortsverbänden circa 80 Liter in das Blutspendeinstitut in Springe geliefert worden, wo das Blut kontrolliert und in drei Teile aufgespalten wird.

Stichwort Kontrolle: Blutspendedienste müssen auf die Richtigkeit der Angaben vertrauen, die die Spender vor dem Aderlass mittels eines Fragebogens abgeben müssen.

Wer darf überhaupt Blut spenden?

Für die Zulassung zur Blutspende gibt es unterschiedliche Voraussetzungen. So waren beispielsweise homosexuelle Männer bis 2017 auf Lebenszeit von der Blutspende ausgeschlossen. Grund dafür: das statistisch höhere Risiko einer HIV- oder Hepatitis-Infektion. Diese Regelung wurde 2017 gekippt. Seitdem dürfen Männer Blut spenden, wenn sie mindestens ein Jahr lang keinen Geschlechtsverkehr mit einem Mann hatten.

Auch das zulässige Alter für Blutspenden wird regelmäßig überprüft. Mit der höher werdenden Lebenserwartung der Bürger steige auch das maximale Alter der Blutspender, wenn diese nach der Untersuchung durch einen Arzt für gesund befunden worden seien, so Pressesprecherin Schweiger.

Am 22. Januar findet der nächste Blutspende-Termin an der Dauestraße 4 statt. Von 14.30 Uhr bis 19.30 Uhr können Blutspenden abgegeben werden. Eine Spende dauert nur fünf bis zehn Minuten, inklusive Vor- und Nachsorge sollte man jedoch eine Stunde Zeit für den Besuch einplanen.

„Wir wehren uns auch nicht gegen 200 Spender“, sagt Ziebolz und lacht, in der Hoffnung auf einen guten Start ins Jahr 2019.

von Gloria Lucie Alter