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Rinteln Stadt CDU lehnt Pläne in jetziger Form ab
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt CDU lehnt Pläne in jetziger Form ab
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23:11 17.05.2018
Große Pause am Gymnasium: Schon jetzt rückt die zukünftige Schulhofgestaltung in den Mittelpunkt. Quelle: pr.
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Rinteln

In einer Pressemitteilung begründet die CDU ihre ablehnende Haltung mit ungeklärten Fragen der Verkehrsführung. Außerdem müsse durch Planänderungen gewährleistet werden, dass das Gymnasium Ernestinum nicht in seiner Eigenständigkeit gefährdet werde.

Es bestehe „erheblicher Optimierungsbedarf“ für die vom Landkreis vorgelegte Planung für den Neubau der IGS, schreiben Fraktionschef Veit Rauch und sein Fraktionskollege Joachim von Meien. Daher werde ihre Fraktion dem vorliegenden Aufstellungsbeschluss zur Änderung des B-Plans „Schulzentrum“ nicht zustimmen.

Die CDU befürchtet „chaotische Zustände“ im gesamten Bereich rund ums Schulzentrum durch mehr Verkehr. Dies sei den Anwohnern der Drift, der Friedrich-Wilhelm-Ande-Straße, der Walter Maack-Straße und der Paul-Erdniß-Straße nicht zuzumuten. Daher müssten sämtliche Parkplätze für IGS und Gymnasium sowie die Buswendeschleife an den Zubringer der Westumgehung gelegt werden.

Selbstständigkeit muss gewahrt werden

Außerdem fürchtet die CDU um die Selbstständigkeit von IGS und Gymnasium. „Die vorliegende Bauplanung garantiert diese Eigenständigkeit der beiden Schulformen nicht in ausreichendem Maße“, schreiben Rauch und von Meien. Dies betreffe insbesondere den geplanten gemeinsamen Schulhof, der für 2000 Schüler deutlich zu klein dimensioniert sei. Dieser gleiche eher „einem Ballungsraum als einem pädagogisch sinnvoll gestalteten Außenareal“. Daraus würden sich erhebliche Aufsichts- und Zuständigkeitsprobleme ergeben. Daher fordert die CDU-Fraktion, den Baukörper der neuen IGS so nach Norden beziehungsweise Osten zu verschieben, dass zwei eigenständige voneinander getrennte Schulhöfe entstehen.

Gefordert wird auch eine „breite und transparente Diskussion aller Beteiligten“. Aus CDU-Sicht habe diese noch nicht in ausreichendem Maße stattgefunden. Rauch und von Meien abschließend: „Keineswegs darf der Eindruck entstehen, dass derart weit reichende Entscheidungen über die Rintelner Bildungslandschaft im Eiltempo durch die Gremien gejagt werden.“ kk

SPD kritisiert „destruktives Agieren“ von CDU, WGS und FDP

In einem Positionspapier und einer Pressemitteilung bekräftigt die SPD-Fraktion ihr Festhalten an den IGS-Planungen. Die SPD sieht in einer zügigen Verwirklichung der Neubaupläne eine deutliche Verbesserung für die Rintelner Schullandschaft. Insbesondere die IGS sei derzeit durch die Aufteilung auf mehrere Standorte und Raumknappheit besonders belastet.

Irritiert zeigt sich die Fraktionsvorsitzende Astrid Teigeler-Tegtmeier über „Beiträge zum IGS-Neubau in den letzten Wochen“. Genauer: „Bisher war mein Eindruck, dass Gymnasium und IGS gut kooperieren. Jetzt wird plötzlich von einigen, insbesondere aus dem Stadtrat, ein Keil in die Rintelner Schullandschaft getrieben.“ Ausdrücklich verweist die SPD darauf, dass ein Aufstellungsbeschluss für die Bebauungsplanänderung keine abschließende Entscheidung sei. Vielmehr biete diese ja erst die Möglichkeit für eine genauere Planung, bei der Schüler, Eltern und Lehrer aller beteiligten Schulen selbstverständlich eingebunden werden müssten.

Teigeler-Tegtmeier: „Natürlich gibt es noch Optimierungsmöglichkeiten, aber wer den Einstieg in eine konkrete Planung verzögert, der verhindert eine Lösung der drängenden Raumprobleme der IGS. Nach dem Theater um den Brückentorkomplex ist dies nun schon das zweite Großprojekt, bei dem Vertreter von CDU, WGS und FPD die gute bisherige Arbeit durch destruktives Agieren gefährden. So schaden sie dem Ansehen und der Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.“

Das Positionspapier der Genossen macht deutlich, dass sich ihre Haltung in entscheidenden Fragen von der der CDU unterscheidet. So bewertet die SPD das bisherige Verfahren als transparent.

Auch die SPD befürwortet eine Verkehrsanbindung des Schulzentrums über die Westumgehung. Parkplätze gehören ihrer Meinung nach aber direkt an die Schulen. Erst dies ermögliche einen sicheren Schulweg durch weniger Wegquerungen, wetterunabhängige Wege und besserte Aufsichtsmöglichkeiten.

In Sachen Schulhof wird darauf verwiesen, dass es bisher ja nur eine grobe Flächenplanung des Kreises gebe. In die nun folgende Detailplanung müssten alle Gremien der beteiligten Schulen eng eingebunden werden. Der Landkreis als Bauträger wird aufgefordert, deren Interessen im Rahmen der Bauplanung zu berücksichtigen. kk

Schulleiter fordert zügigen Neubau

„Ich appelliere an die politisch Verantwortlichen, dass der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan zeitnah gefasst wird und die Fortführung der Planung zum Wohl der Schülerinnen und Schüler ermöglicht wird“, schreibt Torsten Rudolf in einer Pressemeldung. Bisher hatte sich der Rektor der IGS nach eigenen Angaben bewusst aus der öffentlichen Diskussion um den Schulneubau herausgehalten, „im Vertrauen darauf, dass die politischen Gremien und Fraktionen sachorientiert denken und entscheiden“. In jüngster Zeit verstärke sich aber für ihn der Eindruck, dass die gegenwärtige politische Auseinandersetzung um den Schulneubau „nicht mehr sachlich und inhaltsorientiert“ verlaufe.

„Es scheint nur am Rande um uns als die zweite große Schule in Rinteln zu gehen“, so Rudolf. „Es scheint auch nur am Rande um die bestmögliche Schulbildung für alle jungen Menschen in Rinteln zu gehen.“ Er wünsche sich für das Wohl der Schüler, dass sich bei den anstehenden Entscheidungen die Beteiligten für den zügigen Neubau einsetzen. Jede weitere Verzögerung bedeute, dass eine weitere Schülergeneration in Rinteln nicht angemessen beschult werden könne.

Die Schule sei glücklich und dankbar, dass die politischen Entscheidungsträger in Stadt und Landkreis ihren Belangen bisher gut und professionell gerecht geworden seien. Zurzeit werde jedoch in der Diskussion der Eindruck vermittelt, dass das Verfahren nicht transparent gestaltet worden sei und infrage gestellt werde. „Ich möchte diesem mit einer Aussage von André Sawade, dem Leiter des Ernestinums, begegnen, wonach jeder, der den Sachstand kennen wollte, diesen auch kennen konnte. Diese Aussage kann ich nur unterstützen.“

Rudolf ist Mitglied der Planungsgruppe, die sich seit Monaten mit dem Bau der IGS befasst. Aus seiner Erfahrung könne er versichern, dass eine hochmoderne Schule entstehe, die allen Anforderungen gerecht werde. In der Planung gingen alle Beteiligten sehr engagiert immer wieder wohlwollend auf die Wünsche und Anforderungen der Schule ein. „Ich kann daher versichern, dass der Schulträger und das sehr motivierte Planungsteam das Wohl aller Schüler absolut im Blick hat.“ Dieses gelte außer dem Schulgebäude auch für den Schulhof, den Parkplatz und die Bushaltestelle. Zurzeit stünden die Außenanlagen jedoch noch nicht im Fokus der Planung. Er sei aber sicher, dass auch hier die Wünsche der Hildburgschule und des Gymnasiums berücksichtigt werden.

„Die Schulen haben unterschiedliche pädagogische Konzepte. Wir stehen dabei nicht in Konkurrenz zueinander und pflegen eine partnerschaftliche, schülerorientierte Zusammenarbeit.“ Dasselbe erhoffe er sich von der Politik: Ziel müsse sein, „eine zukunftsweisende Entscheidung für ein modernes Bildungsangebot in Rinteln zu treffen – im Sinne aller Kinder und Jugendlichen“.  kk

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