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Rinteln Stadt Chemikalie läuft aus – Großeinsatz
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00:29 18.09.2014
In einem gemeinsamen Einsatz können die Freiwillige Feuerwehr und die Werkfeuerwehren die Gefahr bannen. Die Feuerwehrleute sind mit Atemschutz und leichter chemischer Schutzausrüstung vor Ort. Quelle: tol
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Mit Atemschutz und leichter chemischer Schutzausrüstung konnten die Einsatzkräfte den Schaden beseitigen. Drei Mitarbeiter wurden wegen Atemwegsreizungen von den Rettungsassistenten ambulant behandelt, sollen aber wohlauf sein.
Um 8.22 Uhr wurde die Feuerwehr in Rinteln alarmiert. Beim Abladen eines 1000-Liter-Gefahrstoffbehälters von einem LKW sei dieser umgefallen und durch die Wucht des Aufpralls der Drehverschluss beschädigt worden. Dadurch sind etwa 20 Liter von in Wasser gelöstem Nickelsulfat ausgetreten. Dieses gilt laut dem Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung als erwiesenermaßen krebserregend. Doch Sorgen um seine Mitarbeiter, die bei dem Unfall vor Ort waren, müsse man sich nicht machen, betonte Uwe Krismann, Geschäftsführer von Stüken.
Wirklich gefährlich sei Nickelsulfat (oder wie es korrekt heißt, Nickel(II)-Sulfat) nur in seiner ursprünglichen Pulverform, sagte er. Wenn dieses Pulver eingeatmet werde, „dann ist das sehr krebserregend“. Bei dem Unfall sei aber nur eine flüssige Lösung ausgetreten. „Damit kann es überhaupt nicht in die Lunge geraten“, meinte Krismann, das könne es in dieser Form nur, wenn man es koche und dabei das Nickelsulfat verdampfe. „Es sei denn, man trinkt es. Das macht aber kein Mensch.“
Dass drei seiner Mitarbeiter nun mit Atemwegsreizungen ambulant behandelt würden, sieht er unkritisch „In so einem Fall tritt natürlich der Placebo-Effekt ein“, meint er, „man spürt plötzlich etwas, was man normalerweise auch hat, aber nicht merkt.“ Nun würde Blut abgenommen werden und auf eine Belastung getestet. „Da aber keine Dämpfe vorliegen, kann eigentlich nichts sein“, war der Geschäftsführer von Stüken sich sicher. Die Ergebnisse lagen bis Redaktionsschluss noch nicht vor.
Die Produktion bei Stüken sei durch den Unfall nicht in Verzug geraten, erklärte der Geschäftsführer, auch ein nennenswerter Sachschaden sei nicht entstanden. In seiner sechsjährigen Laufbahn bei Stüken, habe er etwas Derartiges noch nie erlebt. „Vor drei Jahren hat mal ein kleiner Lüfter gebrannt, aber sonst kann ich mich an nichts Relevantes erinnern.“
Als durchweg positiv bilanzieren sowohl Ortsbrandmeister Thomas Blaue als auch Krismann den Einsatz. Es habe sich gezeigt, dass die Rettungskette schnell und zuverlässig funktioniert. Der gesamte Gefahrgutzug der Stadtfeuerwehr Rinteln sei im Einsatz gewesen, erklärt Blaue. „Dadurch war ein eingespieltes Team vor Ort.“
76 Feuerwehrleute von der Ortsfeuerwehren Rinteln, Exten, Möllenbeck, Schaumburg und Steinbergen seien im Einsatz gewesen. Außerdem war die Umweltschutzeinheit der Kreisfeuerwehr beteiligt, sowie Polizei, DRK und Ordnungsamt. gok

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