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22:21 05.11.2018
Steinbergen

Das ist exakt der Zeitraum, in dem die Arensburg im vergangenen Jahrzehnt immer wieder neu auf den Markt kam – als „Wanderpokal“ der besonderen Art.

In der Politik macht deshalb gegenwärtig wieder das Gerücht die Runde, die Arensburg würde erneut versteigert. Ein Gerücht, das auch deshalb plausibel erscheint, weil sich an der Burg nichts bewegt.

Ein Anruf in Hannover ergab jedoch: Dem ist nicht so. Dolphin-Pressesprecherin Monika Schröder betonte auf Anfrage, nach wie vor halte der Projektentwickler an der Immobilie fest: „Wir haben Architekten, die daran arbeiten.“ Idee sei nach wie vor in der Arensburg altersgerechtes Wohnen möglich zu machen. Die Lage und der Park legten dieses Konzept nahe.

Doch die Pressesprecherin ließ durchblicken, diese Immobilie sei schon eine harte Nuss. Stichworte hier: Barrierefreiheit, Brandschutz, Denkmalschutz und Lärmschutz (bedingt durch die nahe Autobahn). Deshalb arbeite man auch an alternativen Konzepten wie beispielsweise einer Hotelnutzung, was die Arensburg ja schon einmal war. Allerdings wollte Monika Schröder keinen Zeitrahmen nennen, in dem der Dolphin-Trust konkrete Pläne vorstellen könne. Das Unternehmen in Hannover Langenhagen spielt in einer anderen Liga als die letzten Vorbesitzer der Burg: ein Erfinder aus Kärnten, der hier eine WG für Alt-Hippies realisieren wollte, und eine Zahnärztin aus Münster, die schnell erkannt hat, dass der Sanierungsbedarf wohl doch ihre Möglichkeiten überschreitet.

Spezialist für historische Gemäuer

Die Dolphin Trust GmbH ist Spezialist darin, historische Gemäuer wieder nutzbar zu machen und in Wohnraum umzuwandeln. Das Unternehmen nimmt unter den in Deutschland tätigen Immobilieninvestoren damit eine Sonderstellung ein.

Charles Smethurst ist der Dolphin-Gründer und führt mit Helmut Freitag die Geschäfte. Aktuell kümmert sich das Unternehmen um 26 Projekte, die zu Wohnraum umgebaut werden – je nach Objekt von 40 bis 200 Wohneinheiten – und das deutschlandweit.

Mit historischen Gebäuden mache man so seine Erfahrungen, hatte Freitag in einem Interview einmal gegenüber der Presse geschildert. In Berlin beispielsweise gebe es eine Vorschrift, dass maximal pro Tag nur vier Lastwagen Schutt abgefahren werden dürfen. In Süddeutschland habe eine örtliche Baubehörde, obwohl der Umbau schon weit fortgeschritten war, das Unternehmen mit der Erkenntnis überrascht, in diesem Haus habe Goethe gewohnt. Deshalb dürfe dort eine wichtige Wand nicht eingerissen werden.

Im März hat der Dolphin Trust das Gut Gröbers in Leipzig erworben, im Sommer das Schloss in Plauen. Auch hier ist die Idee, Schloss und Schlossgelände für betreutes Wohnen im Alter zu nutzen.

wm